SBB-Bubenstreich

05. Februar 2010 15:15; Akt: 05.02.2010 17:10 Print

«Das hab ich auch schon x-mal gemacht»«Das hab ich auch schon x-mal gemacht»

Der Abo-Tausch in SBB-Zügen scheint unter jungen Passagieren fast schon ein Volkssport zu sein. Das lassen zumindest einige der User-Reaktionen von 20 Minuten Online vermuten.

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Während der Pubertät gehen mit so manchem die Hormone durch. Wer sie selbst schon durchlebt hat, kann das vermutlich bestätigen. Auch der 15-jährige Mischa und seine beiden Kollegen hatten Flausen im Kopf, als eine Kontrolleurin im Zug die Fahrausweise der drei Burschen sehen wollte: Sie tauschten die Abonnemente, ein Trick, welcher der wenig gut gelaunten Kondukteurin sofort auffiel und vor allem missfiel: So setzte es für die jungen Fahrgäste jeweils eine saftige Busse plus Ticket- und Bearbeitungsgebühr im Gesamtwert von über 130 Franken. Erst nach Einsprache wurde die Busse zurückgezogen - immerhin (20 Minuten Online berichtete)!

«Richtig so!»

Gerechte Strafe für einen Dummen-Jungen-Streich oder schlicht übertriebene, kleinkarierte Bürokratie? Herr und Frau User sind sich diesbezüglich uneins. Tobias W. findet die Reaktion der Kontrolleurin gerechtfertig: «Richtig so», meint er und schreibt: «Die SBB haben schon recht - wer braucht schon Kundenfreundlichkeit?»

Auch User Powidl bricht eine Lanze für die SBB-Angstellte und ihre Reaktion: «Wenn nach einem harten Arbeitstag und diversen Konfrontationen mit irgendwelchen Idioten auch noch solche Kindsköpfe Blödsinn machen, kann es passieren, dass man solch einen Spass nicht mehr lustig findet.» Noch konkreter wird User Wave Rider: «Wenn ich zu entscheiden hätte, müssten die Leute mehr als 100 Franken zahlen.»

Ab zum «Kartoffelschälen in den Keller!»

Doch das Verständnis für die vermutlich überforderte SBB-Kontrolleurin hält sich im Talkback in Grenzen. User Tömu stellt gleich die Marktstellung der öffentlichen Schweizer Passagierbeförderung in Frage: «Ein privates Unternehmen, welches sich im Markt behaupten muss und einer Konkurrenzsituation ausgestzt ist, würde niemals so mit seinem Kunden umgehen», und Nicole L. findet, dass die SBB «die kleine Macht, die ihnen durch das Monopol zusteht, schamlos ausnutzen.» User Psych Iater will die besagte Kontrolleurin gar «zum Kartoffelschälen in den Keller schicken» - na dann: bon appetit!

«Gerechte Strafe? Pff, ...hab das schon oft gemacht»

Die Idee, Bahnangestellte mit dem Tausch von Abos zu täuschen, ist aber alles andere als neu: Auf Kommentare wie «das haben wir auch schon gemacht» stösst man vielfach im Talkback. Ein «Spass», den sich User Mario sogar schon in einer verschärften Variante erlaubte: «Pff, ...ich hab dasselbe Spiel mit zwei Freunden schon mehrmals bei Passkontrollen an Flughäfen gemacht - nix passiert. Manchmal schmunzelten die Beamten sogar».

Ist das vielleicht gar ein Anwärter auf einen zukünftigen Volkssport? Da könnte sich die Schweiz mal ganz anders präsentieren. Sonst droht uns noch, dass dies «wieder einmal eine lustige Geschichte wird, die man im Ausland über die Schweizer erzählen kann», bedenkt Ivan. Es könnte schliesslich noch schlimmer kommen, so prophezeit User Jinan der Schweiz sogar «ein Gesetz gegen Scherze». Ein Volksentscheid, der uns hoffentlich erspart bleibt.

(rre)

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  • Ott Rainer am 08.10.2011 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Die SBB braucht Kunden, umgekehrt nicht

    Ich fahre nicht mehr mit der SBB, denn innerhalb von zwei Jahren wurde ich dreimal mit je 80 Franken gebüsst, Einmal Halbtax vergessen, nur gültiges Billet, aber keinen Ausweis, ein anderes Mal Haltestelle verpennt, usw. Zwei Jahre habe ich keinerlei Rechnungen bekommen, dann aber eine Zahlungaufforderung über 530 Franken mit einer Betreibungsankündigung. Ich musste diesen Betrag bezahlen, habe nun trotz Rechtsvorschlag einen Eintrag im Betreibungsauszug. Die SBB braucht Kunden, aber ich brauche die SBB nicht mehr. Autofahren ist billiger

  • Reinhard Jung am 29.07.2010 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpreis 1.Klasse

    Wenn man vergisst einen bezahlten Aufpreis abzustempeln, wird man auch gebusst. Weil einem Unterstellt wird, das man betrügen wollte. Das war eine klare Aussage vom Kontrolleur als auch von der Inkassostelle. Ziemlich unverschämt!

  • Markus Affolter am 16.04.2010 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    wo ist der Schaden?

    ich denke, solange die Streiche keinen Schaden erwirken, solange kann auch kein Missbrauch deklariert werden. Die zwei Jungs haben Flausen im Kopf, wie wir damals auch hatten (ich bin Jg. 1960). Zu Schaden kam aber nie jemand und das scheint mir hier absolut auch der Fall. Das frustrierte, humorlose SBB-Personal soll doch lieber die an die Kandare nehme die in den Zügen Dreck und Schaden anrichten. Es ist wirklich ekelerregend überhaupt auf den Sitzplätzen zu reisen.

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