Leserin möchte sich bedanken

18. Juni 2017 21:10; Akt: 18.06.2017 23:44 Print

«Der Pöstler hat mein Velo zusammengebaut!»

Melisa (27) hat ihr Velo online bestellt – ohne zu wissen, dass es in Teilen geliefert wird. Beim Aufbau half ihr überraschend der wohl netteste Pöstler der Schweiz.

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Am Donnerstagmorgen klingelte es an der Tür, erzählt Melisa aus Zürich. «Der Pöstler teilte mir über die Gegensprechanlage mit, dass mein Velo da sei. Ich hatte es einige Tage zuvor im Internet bestellt.»

Unten angekommen, sieht die 27-Jährige, dass ihr Fahrrad in einem grossen Paket steckt. «Ich wollte es gleich auspacken und fragte den Pöstler, ob er nicht zufällig eine Schere im Auto habe. Als wir den Karton gemeinsam geöffnet hatten, sah ich, dass das Velo zerlegt war. Ich hatte keine Ahnung, wie ich es zusammensetzen sollte.»

«Komm, wir bauen dein Velo zusammen!»

Der hilfsbereite Pöstler habe ihre Ratlosigkeit bemerkt und gefragt, ob sie denn niemanden kenne, der Fahrräder zusammenbauen könne. Als sie verneinte, schaute der Mann kurz auf seine Armbanduhr und meinte, er habe noch eine halbe Stunde Zeit bis zum nächsten Termin, und sagte: «Komm, wir bauen dein Velo zusammen!»

Der Pöstler habe sich auf den Boden gekniet und das Werkzeug genommen, das mit dem Fahrrad geliefert worden war. Dann habe er einfach angefangen, das Velo zusammenzubauen. «Als ich ihn fragte, ob ihm das wirklich nichts ausmache, meinte er nur: ‹Du hast doch bestimmt auch schon mal etwas Gutes in deinem Leben getan, oder?›»

Was sagt die Post?

Die Leserin war von der ganzen Aktion so überrumpelt, dass sie sich nur kurz bedankte. «Ich möchte ihm gern mitteilen, wie dankbar ich für die Hilfe bin und dass das Velo einwandfrei fährt. Aber ich will auf keinen Fall, dass der Mann Ärger von seinem Arbeitgeber bekommt.»

Oliver Flüeler, Mediensprecher der Post, gibt auf Anfrage Entwarnung: «Es gehört sicher nicht zu seinem Aufgabengebiet Velos zusammenzubauen. Das weiss der Pöstler selber auch. Trotzdem ist es wunderbar, wenn ein Pöstler hilft oder ein Dienstleister das Herz am richtigen Fleck hat.» Wahrscheinlich habe der Postbote am Ende seiner Tour geholfen oder einen Teil seiner Pause dafür hergegeben – denn andere Kunden warten lassen würde ein Pöstler nie, sagt Flüeler.

Melisa kann sich also getrost bedanken. Das tut sie mit den Worten: «Ich glaube, das ist der netteste Pöstler der Schweiz – danke!»

(mua)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • busa am 18.06.2017 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschen

    Der Pöstler dein Mensch. Das zeigt das Pöstler Menschen sind und lieber dem Kunden helfen anstatt auf die Minute arbeiten zu müssen. Dank allen die für uns da sind.

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  • A.S.S am 18.06.2017 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eifach härzig 

    Liebenswerte Geste, freute mich sehr dies zu lesen. Der jungen Dame: Danke dass Sie so dankbar sind und es Merci dem hilfsbereiten Pöstler.

  • Sarawak am 18.06.2017 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht

    Solche Meldungen tun einfach gut. Bin so froh das es noch so nette Angestellte im öffentlichen Dienst gibt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kunde am 20.06.2017 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit

    Früher hatte man den Pöstler noch gekannt . Trank Kaffe oder machte mit einem " tschüttelikasten ein Matsch " brach das AHV Geld , nahm Einzahlungen mit. Wir hatten es immer lustig ! Der wusste alle Neuigkeiten vom Dorf . Und heute haben viele Gemeinden keine Post mehr !

  • schweiz/suisse/svizzera am 20.06.2017 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ist halt Internetkauf - Ausland?

    Ja, danke dem Pöstler. ABER, nette junge Frau. Hätten Sie nicht nur auf den Preis geschaut und ein Velo beim Schweizer Händler gekauft, müssten Sie es nicht zuerst noch zusammenschrauben! "Dr Fünfer und s Weggli" gibt es halt auch nicht im Internet. (Bin KEIN Händler)

    • Butterfly am 20.06.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      Quatsch

      Auch Schweizer Händler verschicken ihre Velos in Einzelteilen, das ist völlig normal. Oder können Sie sich den Karton vorstellen, indem ein Fahrrad Platz hätte? Ziemlich unhandlich. Sie meinen wohl eher, man solle das Velo im Laden kaufen und heimfahren, statt nach Hause liefern zu lassen.

    • Muchti muchti am 20.06.2017 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      Kleine Richtigstellung

      Das Velo ist von einem Schweizer Händler aus Zürich, trotzdem wird es per Post und zerlegt geliefert. Im Internet bestellen bedeutet nicht immer gleich, dass es sich um günstige und qualitativ minderwerige Ware aus China handelt. Besonders günstig war das Velo im Übrigen auch nicht. Gruss von der netten Frau! ;)

    • alex am 20.06.2017 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Muchti muchti

      Wo bitte steht das der Händler aus Zürich ist? Im Bericht steht das die Frau aus Zürich ist, nicht aber der Verkäufer.

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  • Derimmerlacht.. am 19.06.2017 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr zum Schmunzeln

    Bitte täglich mind. 10 solche Meldungen, dafür 20 weniger über Gewalt und Terror. Das Leben wäre gleich viel sonniger. :-)

  • Ernst Bucher am 19.06.2017 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrrad

    Ich wäre hinterher mit der schönen Frau einen Kaffee trinken gegangen.

  • Mami am 19.06.2017 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Menschen

    Pöstler sind tolle Menschen, früher noch ein ehrenwerter Beruf. Heute werden sie von Managern gehetzt und müssen immer schneller arbeiten. Für Dienst am Kunden etc. wird keine Zeit mehr gewährt. Sehr schade. Ich schaffe es leider nie zur Türe bei Päckli, da ein Kleinkind im Haus. Der Pöstler muss in 3 Sec. weiter.

    • Rick Astley. am 19.06.2017 18:31 Report Diesen Beitrag melden

      Hör doch auf

      Ja klar, nur der Pöstler ist ehrenwert, alle anderen braucht es nicht!

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