Angepöbelt und beklaut

13. November 2012 07:29; Akt: 13.11.2012 09:34 Print

«Ich fahre nicht mehr Zug»

Die Zahl der Diebstähle und Tätlichkeiten im öffentlichen Verkehr hat zugenommen. Während einige Leser von «Angstmacherei» reden, fühlen sich andere beim Zugfahren bedroht. Was denken Sie?

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Mehr Gewalt, Drohungen und Diebstähle: Die Sicherheit für Passagiere und Personal des öffentlichen Verkehrs hat abgenommen. Dies zeigt ein Vergleich der Zahlen des ersten Halbjahres 2012 mit den Zahlen des letzten Jahres in einem neuen SBB-Sicherheitslagebericht. Das Thema sorgt für hitzige Diskussionen, wie ein Blick in die Kommentare zeigt. Während einige 20-Minuten-Online-Leser die Polemik verurteilen und Opfern Fahrlässigkeit vorwerfen, wollen andere erst gar nicht mehr Zug fahren.

«Ich wurde auch schon angepöbelt», erzählt Hr_Schmidt. «Ich fahre nicht mehr Zug.» Auch Leser Security macht seinem Unbehagen Luft: «Man fühlt sich langsam nicht mehr sicher.» Userin Sandra Müller fügt an, dass man kaum intervenieren dürfe, wenn sich die «Leute im Zug so was von daneben benehmen». Das könne böse ausgehen. «Es gibt Strecken, die möchte ich nachts (und auch manchmal auch tagsüber) nicht mehr benutzen müssen», schreibt sie.

«Sicherheit kostet»

Ist es so schlimm? Nein, finden einige Leser. «Ich fahre täglich mehrmals Zug, bald seit Jahrzehnten, und fühle mich sicher», sagt WirLebenGut. Auch «Jugendlicher Reisender» fühlt sich vom SBB-Bericht nicht angesprochen. «Ich habe noch nie irgendetwas in meinem Freundeskreis gehört oder gar selbst gesehen.» Andere wiederum vermuten, dass Fahrlässigkeit der Opfer für die Diebstähle mitverantwortlich ist. «Passagiere schlafen während der Fahrt ein oder deponieren Gepäckstücke und Jacken an unbeaufsichtigten Orten. Und da wundert man sich noch?», schreibt Leser J.M.

Heftig diskutiert wird zudem die Präsenz der SBB-Sicherheitskräfte. Während viele mehr Personal in den Zügen fordern, gibt es auch einzelne Stimmen, die dagegen sprechen. «Ich hatte noch nie Probleme mit Gewalt oder Diebstahl in einem Zug. Das einzige, was mich nervt, sind die vielen Sicherheitsleute», schreibt sicher$. Einige Leser sehen in den Forderungen nach mehr Personal vor allem drohende Mehrkosten. «Das Ganze klingt nach einem Versuch, die Preise zu erhöhen», schreibt ein User. Und «GA-Besitzer» ermahnt jene Leser, die mehr Personal fordern: «Sich über die steigenden Fahrpreise beschweren, aber doch immer mehr Leistung wollen. Da geht doch etwas nicht auf, oder?»

Was meinen Sie – braucht es mehr Sicherheitspersonal in den Zügen oder stören Sie sich an den uniformierten Einsatzkräften? Wurden Sie schon einmal bestohlen? Und fühlen Sie sich überhaupt noch sicher? Sagen Sie es uns in der Umfrage !

(lis/dwi)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Die SBB plant ab Dezember 2012 auf der Rheintallinie St.Gallen - Chur die Zugbegleiter ab zu schaffen. Die Passagiere freut's bestimmt, wenn im Zug noch mehr gepöbelt werden kann. Statt die Züge Handy und internet tauglich zu machen, würde besser mehr in die Sicherheit in Zügen und auf Bahnhöfen investiert. Immerhin sprechen wir vom öffentlichen Raum. – Zugfahrer

Wenn das Opfer bei einem Übergriff nicht auf die Hilfe der Mitreisenden zählen kann, verstehe ich jeden, der die Aufstockung des Sicherheitspersonales begrüsst. Ich musste diese Erfahrung machen, dass sich niemand verantwortlich fühlt, zwei jungen Frauen zu helfen! Nur mithilfe der Videoüberwachung konnte die Polizei den Täter fassen. – eine junge Frau

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • von mir am 11.11.2012 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen dicht

    Die Sicherheit in unserem Land geht völlig bachab. Wir trauen uns kaum mehr auf die Strasse, in Zügen werden wir belästigt und in unsere Wohnungen wird eingebrochen. Vielen Dank ihr blinden Politiker. Schwebt weiter auf eurer rosaroten Schengenwolke.

  • Rolf W. am 11.11.2012 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Respektspersonen

    Subjektiv betrachtet hat allerdings auch die Qualität des Personals abgenommen, vor ca. 5 Jahren konnte ich nur durchtrainiertes Sicherheitspersonal mind. 185 sehen, heute stellen sie jeden Hinz und Kunz ein, oft unterdurchschnittlich gross, da wundert es kaum dass tätliche Angriffe massiv zugenommen haben. Solche Leute gehören einfach nicht in diese Branche, ja sie begünstigen sogar Konfliktsituationen auch wenn sie selber nicht der Auslöser sind.

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  • Michael Meienhofer am 11.11.2012 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist immer noch der Meinung

    wir hätten die Personenfreizügigkeit schadlos überstanden? Diejenigen gutbetuchten Politiker, die uns zu so einem "Unqualifizierten Abkommen"verholfen haben , sind nicht die Leidtragenden, sie profitieren nur von den billigen Arbeitskräften - aber vielleicht kann uns ein Politiker in dieser Zeitung das Gegenteil beweisen... wir warten auf Antwort !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vera Kronenberg am 13.11.2012 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    das letztemal vor 10 jahren

    als ich noch in der Lehre war und auf die öv angewiesen war, hatte ich sehr viele Probleme im Raum Schaffhausen Wil und Frauenfeld.. Ich wurde mehrere male sogar verfolgt von Typen die mich angemacht haben und erfolglos waren weil ich sie ignorierte. Als einzelne Frau werde ich nie wider in einen Zug steigen. letzte woche wurde meine Mutter, als sie mich beuchen wollte, beklaut im Zug, am hellichten Tag! Es ist schlimm mit den ÖV und ich bin froh dass ich darauf verzichten kann!

  • Silvia Pellaton am 13.11.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Frühmorgens aus der Hand geklaut

    diesen Samstag früh um die 07.00 Uhr ist meine Tochter 18 vom Ausgang nach Hause gefahren. Zwischen Zürich und Seuzach S8 oder S12. Leider ist sie eingeschlafen, das Handy in der Hand, Ohrstöpsel noch im Ohr und man hat sie beraubt. Teures Handy weg. Leider muss man schon sagen dass "zum Glück nur" das Handy geklaut wurde. Es hätte ja noch schlimmer kommen können. ich finde es gehören Kameras in die Züge. Nicht mal die Passanten reagierten. Als sie aufgewacht war sass sie ganz alleine im Zug, niemand hätte sich um sie gekümmert. Ich bin sicher das hat jemand mitbekommen.

  • domestic12 am 13.11.2012 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um gar nichts?

    Ich bin fast jeden Tag zu jeder Tag- und Nachtzeit in der Schweiz im Zug unterwegs. Seit Jahren bin ich weder Zeuge noch Opfer eines Verbrechens geworden. Evt. betrifft das Problem nur die Agglo (Aggro) Züri.

  • d.m. am 13.11.2012 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung?

    Fahre jeden Tage Zug und Bus im Raum Luzern, Auc ham Wochenende und Abende. Mir wurde noch nie etwas gestohlen oder angepöbelt wurde ich auch nie. Habe auch nie solche Situationen wahrgenommen.

  • Dario Facci am 13.11.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Security=Überwachungsstaat???

    Seit 10 Jahren fahre ich Zug, habe auch schon paar Pöbeleien erlebt. Die Zugbegleiter sind zu 99% freundlich und kompetent. Ausnahmen gibt es immer, die Ausschreitungen liegen sicher nicht am Personal, sondern NUR an den Reisenden. Selten so was dämliches gelesen wie durch die Security fühle ich mich Überwacht. Wer sich von Security überwacht fühlt (Überwachungsstaat) ist genau jemand der auch rumpöbelt, und Angst hat dass er sein Hobby nicht mehr ausführen kann. Weil die Security überwacht NIEMANDEN, sondern sorgt für Ordnung, Unbescholtene Bürger müssen nichts befürchten.

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