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03. September 2017 09:07; Akt: 06.09.2017 19:36 Print

«In unseren Beziehungen sind wir die Tussis»

Die «Gents of Switzerland» haben sich der Mode verschrieben. Wie ein SVP-Politiker und zwei Secondos beste Freunde wurden, erzählen sie im Interview.

Viji, Iman und Roger erzählen im Interview, wie sie durch bunte Anzüge beste Freunde wurden. (Video: alp)
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Wenn die drei adretten jungen Herren in ihren bunten, massgeschneiderten Anzügen dahergelaufen kommen, fühlt man sich automatisch underdressed, egal, was man gerade trägt. Die «Gents of Switzerland», wie sich Viji, Roger und Iman nennen, tragen tagein tagaus klassische Mode, wie sie Otto Normalverbraucher vielleicht zwei- bis dreimal im Jahr – vielleicht zu einer Hochzeit oder zu einem Ball – aus dem Schrank holt. Doch schwarze Anzüge kommen für die «Gents» nicht in Frage. Es muss ausgefallen sein, jedes Detail muss passen. Sonst fühlen sich die Zentralschweizer, die einen Mode-Blog betreiben, nicht wohl.

Gents of Switzerland, wie ist euer Projekt zustande gekommen?
Iman: Wir haben uns in einem Modefachgeschäft kennengelernt, wo Viji und ich arbeiten. Bei jedem Treffen haben wir uns ausschliesslich über Mode unterhalten.
Roger: Und über gutes Essen. Das ist uns auch sehr wichtig.
I: Wir haben alle schon immer grossen Wert auf ein gutes Outfit gelegt. Als wir merkten, dass wir diese Leidenschaft teilen, haben wir beschlossen, einen Blog auf die Beine zu stellen. So entstanden die «Gents of Switzerland».

Was wollt ihr mit dem Blog erreichen?
I: Wir wollen hauptsächlich Menschen erreichen, die Wert auf Mode legen, sich aber nicht getrauen, etwas Ausgefallenes zu tragen. Es wäre schön, wenn wir Jung und Alt dazu bewegen könnten, wieder elegante Kleidung zu wählen – genau wie früher.
R: Viele glauben, es sei extrem schwierig, sich so zu kleiden wie wir. Das stimmt aber überhaupt nicht.
I: Ausserdem fühlt man sich automatisch besser, wenn man gut gekleidet aus dem Haus geht.

Wie lange habt ihr morgens, bis ihr angezogen seid?
R: Ich kann es nicht pauschal sagen, aber sicher doppelt so lange wie meine Freundin.
Viji: Vor allem, wenn man Wert auf Details legt. Wenn die Krawatte zu den Socken passen muss und so weiter. Manchmal kann es sich um Stunden handeln.
I: Mir würde es morgens aber auch sehr fehlen, wenn ich das nicht mehr machen könnte. Ich nehme mir gerne die Zeit und stehe auch früher auf dafür.

Putzt ihr euch in jeder Lebenssituation so raus? Auch wenn ihr einkaufen geht?
I: Das ist die Frage, die wir am meisten beantworten müssen. Die Antwort lautet nein. Zuhause liege ich auch mal gerne in Trainerhosen auf dem Sofa. Wenn ich einen Zopf holen gehe im Supermarkt, kann das auch schon mal in Trainerhosen geschehen.

Wie viele Anzüge habt ihr im Schrank hängen?
R: Ungefähr 15 bis 20. Bei den Socken ist es noch extremer. Da hab ich über 100 Paar, kein einziges doppelt und keine schwarzen Socken.

Ist das nicht ein sehr teures Hobby?
R: Klar braucht es Geld. Aber Stil allein kostet ja nichts. Man kann sich auch mit wenig Geld gut einkleiden. Ausserdem kann man sich auch mal die 250 Franken im Ausgang sparen und für einen neuen Veston investieren.
I: Mit der Zeit hat man auch eine grössere Kollektion und kann durch Kombination ganz neue Styles kreieren.

Was sagen eure Freundinnen dazu? Fühlen sie sich nicht dazu genötigt, sich stets auch chic anzuziehen?
V: Meine Freundin findet es megacool und wir gehen auch oft shoppen. Sie sagt dann: ‹Schatz, schau mal, das würde zu deiner grünen Krawatte passen.›»
R: Manchmal setzt sich meine Freundin schon unter Druck. Aber das ist ein Druck, den sie sich komplett selber aufbaut.
I: Meine Freundin kennt mich nicht anders. In unserer Beziehung bin ich halt die Tussi.

Ich habe gehört, du bist aktiv in der SVP, Roger.
R: Das stimmt. Viele fragen sich, wie die Freundschaft mit zwei ehemaligen Asylbewerbern zustande kam. Für mich sind das zwei top integrierte Menschen, die ihren Teil zur Gesellschaft beitragen. Warum sollte ich ein Problem haben damit? Mittlerweile sind sie meine zwei besten Freunde.
I: Es gibt kein anderes Land als die Schweiz, wo Menschen so friedlich miteinander leben können. Wir sind das beste Beispiel dafür: Wir haben zwar verschiedene Kulturen, aber unsere Leidenschaft vereint uns.

(alp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FRL-Myke am 23.06.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blender

    Ein wahrer Gentleman wird nicht durch inrgendwelche hippe Kleidung definiert sondern durch sein Verhalten.

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  • Jessika am 23.06.2017 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    De Bartli chunt

    Alles super, schön, toll. Aber wann hört dieser unsägliche Barthype endlich wieder auf? So eine Matte im Gesicht finde ich ehrlich ganz fürchterlich.

    einklappen einklappen
  • Asterix am 23.06.2017 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Scheussliche Bärte

    Die scheusslichen Rabbi-Bärte zerstören einfach das Gesamtbild.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mona am 23.06.2017 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    ungläubig

    Sind das wirklich echte Bärte?! Die sehen aus wie für die Fastnacht angeklebt.

  • Psy Chologe am 23.06.2017 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wie war das noch

    Hat der Psychologe nicht einmal gesagt, Bartträger sind jene Männer, die ihr (wahres) Gesicht nicht zeigen können / wollen?

  • Philipp Arnold am 23.06.2017 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemüse

    Ist wohl wie mit dem Essen, die Geschmäcker sind verschieden. Oder bin ich der einzige der Rosenkohl nicht mag?

  • Bakky am 23.06.2017 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Der Wolf ändert wohl sein Haar, aber...

    Mann ist ein Gentleman oder nicht. Sich zu verkleiden als einer ist schlicht gelogen und oberflächlich.

  • mia am 23.06.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nope

    Die Kleidung macht noch keinen Gentleman.

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