Starke Botschaft

03. Juli 2018 12:57; Akt: 03.07.2018 13:00 Print

«Jeder ist in meinem Pub willkommen»

Der Vater eines Kindes mit Behinderung wühlt die Pub-Besitzerin Steph so fest auf, dass sie beschliesst, ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen.

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Das Pub The Barrel Chapeltown in Sheffield, England, wurde zum Schauplatz einer rührenden Geschichte, die gerade viral geht. Steven Adams möchte das Pub mit seinem Sohn aufsuchen. Da Matthew im Rollstuhl sitzt und nach der Aussage seines Vaters «manchmal laute Geräusche macht und mit den Armen herumwedelt», fragt er zuvor nach, ob sie dennoch hereinkommen dürften. Steph Tate, die Besitzerin des Pubs, fällt aus allen Wolken, als Vater Steven diese Frage stellt. Als er ihr dann noch erklärt, dass es schon vorgekommen sei, dass manche Leute sich gestört fühlen und «Kommentare» abgeben würden, beschliesst die Britin ein Zeichen ... ... gegen Diskriminierung zu setzen. In einem Facebook-Post schildert sie ihre aufwühlende Begegnung und schreibt, sie sei «verwirrt» gewesen, dass der Vater «das Gefühl hatte, dass er fragen muss». Es habe ihr das Herz gebrochen, dass er gefragt habe, «ob es okay ist, dass sein Kind hier wäre, so wie alle anderen», schreibt Steph weiter. «Es ist nicht meine Absicht, den Elternteil blosszustellen. Es ging mir gestern die ganze Nacht durch den Kopf, wie der Mann sich gefühlt haben muss, zu fragen, ob sein Kind hier willkommen sei. Dann habe ich mich gefragt, wie vielen anderen Menschen es wohl ebenso ergeht.» Steph verspricht vollen Support: «Egal, ob Sie ein Verlängerungskabel für eine Spezialausrüstung, Hilfe beim Verschieben von Tischen und Stühlen für Rollstühle oder sonst etwas brauchen. Jeder ist in meinem Pub willkommen und mein ganzes Team ist jederzeit bereit zu helfen.» Und zum Schluss spricht sie allen Betroffenen Mut zu: «Wenn Sie mit Ihrem behinderten Kind, Partner oder Freund zu Hause sitzen und bei dem Gedanken auszugehen nervös werden, weil Sie Kommentare von anderen befürchten, kommen Sie gerne zu uns. Wenn ich merke, dass jemand eine negative Äusserung macht oder sich respektlos verhält, wird die Person gebeten zu gehen – und nicht Sie.» Stephs Botschaft freut nicht nur Matthew und seine Familie, sondern spricht auch vielen Menschen aus der Seele. Ihr Facebook-Post wurde schon über 1'500 Mal geteilt und andere Betroffene bedanken sich für ihre Unterstützung. Auch wir ziehen den Hut vor dieser starken Frau!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.B. am 03.07.2018 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache!

    Schöne Geste auf ein trauriges Zeugnis der Menschheit.

    einklappen einklappen
  • Heidi Heidnisch am 03.07.2018 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Hut Ab

    Right on Steph. Das sind Menschen, wovon es mehr braucht, auf dieser Welt. Auch und vor allem in der Schweiz.

  • Rodileon am 03.07.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Lady!

    Warum es solche Ausgrenzungen gibt, verstehe ich nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernst am 05.07.2018 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Tolerante Gesallschaft?

    In der heutigen Zeit reden alle von Toleranz, aber ich erlebe oftmals das Gegenteil davon, in verschiedenen Bereichen...Vornedurch Hui, hintendurch Pfui.

  • leser!n am 05.07.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverständlichkeiten unterstreichen

    Das wir das, was selbstverständlich sein sollte, noch so stark loben und hervorheben müssen? Ja, ich finde es auch toll ... jetzt kommt kein ABER sondern ein hoffen, dass es auch immer und in aller Form gelebt und nicht nur auf FB & Co propagiert wird. Auch sollte die Offenheit und Gleichheit für Behinderte gelten, auch für Kinder generell, für alte Menschen, ja auch für Menschen anderer als die unsrige Herkunft. Wo wir dann bei einem heiklen Thema wäre, wo einige auf einmal wieder die Unterscheidung machen und plötzlich nicht mehr loben und "Inklusion" fordern würden.

  • Pepsy am 03.07.2018 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Jetzt sind mir die Tränen gekommen, das passiert sehr selten wegen einem Artikel. Ich betreue einen Nachmittag pro Woche einen Autisten. Wir sind laut und auffällig in der Öffentlichkeit, singen und haben unseren Plausch. Bis jetzt hat nie jemand negativ reagiert. Viele Menschen freuen sich sogar über seine Fröhlichkeit. Gott sei Dank.

  • wianve am 03.07.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht wie in Bern damals

    Finde ich toll von dieser Wirtin. Wir wurden vor 50 Jahren aus dem Kino City in Bern zum Verlassen des Saals gezwungen, weil mein Bruder im Rollstuhl sass. Es sei eine Premiere mit Alain Delon und Ursula Amdress. Beide seien anwesend. Es gäbe extra Nachmittage für Behinderte war die Antwort auf mein Entsetzen. Wir waren zu sechst und haben alle Eintrittskarten zurückgegeben. Diesen Kino habe ich nie mehr besucht.

  • Giglo am 03.07.2018 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Super Promo für die Wirtin

    Diese Wirtin weiss, wie man mit Social Media PR für sich macht. Jetzt kennt man das Pub sogar in der Schweiz. Exzellentes Marketing.

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