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Skype-Interview
18. Januar 2012 17:24; Akt: 18.01.2012 17:37 Print
«Wir haben drei bis vier stärkere Beben pro Tag»
von Viktoria Weber - Michael Keller zog vor fünf Jahren nach Christchurch. Seit rund 500 Tagen kommt die Erde dort kaum noch zur Ruhe. Im Video berichtet der Schweizer von seinen Erlebnissen in Neuseeland.
Am 4. September 2010 kam es in Christchurch zu einem der stärksten und folgenschwersten Erdbeben in der Geschichte Neuseelands. Für Michael Keller war es das erste grosse Erdbeben, das er miterlebte. Der Softwareentwickler stammt aus der Schweiz und lebt seit fünf Jahren in Christchurch.
Bildstrecken Eine Stadt liegt in Trümmern
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Seit die Erde im September 2010 bebte, kommen Keller, seine Frau, sein heute 16 Monate alter Sohn und ganz Christchurch kaum noch zur Ruhe. Im Februar und im Dezember 2011 kam es zu sehr starken Nachbeben, zum Teil mit vielen Todesopfern. Wovon man in den hiesigen Medien jedoch nichts mitbekommt, ist die Tatsache, dass die Erde in Christchurch praktisch jeden Tag bebt - und das gleich mehrmals. Als Keller die Skype-Kommunikation startet, berichtet er fröhlich: «Heute Nacht gab es mal kein Erdbeben.» Ruhiger Schlaf ist eher eine Ausnahme.
Eine Innenstadt, die keine mehr ist
Keller wohnt mit seiner Familie rund acht Kilometer entfernt vom eigentlichen Stadtzentrum. Einem Stadtzentrum, das es praktisch gesehen gar nicht mehr gibt. Denn der Innenstadtkern ist eine Sperrzone - die so genannte Red Zone. «Die Grösse der Red Zone ist immer im Wandel, sie wird reduziert, wo das möglich ist, da es ja immer noch Leute gibt, die Häuser oder Geschäfte in dieser Zone haben und die seit Februar keinen Zugang mehr zu ihren Geschäften hatten», so Keller, der Schweizer Softwareentwickler. Die Canterbury Earthquake Recovery Authority zeigt auf, wie sich die Red Zone im Laufe der Zeit seit dem grossen Erdbeben im Februar 2011 verändert hat.
Wenn Keller Bilder der zerstörten Stadt anschaut, traut er seinen Augen kaum: «Das Haus, in dem ich vorher gearbeitet habe, gibt es nicht mehr.» Und weiter: «Die Strassen, auf denen ich so oft unterwegs war, würde ich heute nicht mehr erkennen.» Keller selbst und seine Familie hatten Glück. Trotz einiger Risse steht ihr Haus noch und verletzt wurde auch niemand. Dennoch leben sie mit dem ständigen Gefühl, dass die Erde jeden Moment wieder beben könnte. Christchurch zu verlassen, kommt für die junge Familie aber nicht in Frage.
Wie es jetzt in Christchurch aussieht, sehen Sie in der Bildstrecke.


























