Gute Einfälle - so gehts

11. November 2012 18:09; Akt: 12.11.2012 13:05 Print

Ideenlos? Womöglich stellen Sie es falsch an

Mind-Map, Brainstorming, Flip-Chart-Diagramm oder Powerpoint-Präsentation? Eine neue Studie verrät, welche Techniken beim Kreativsein sinnvoll und welche völlig kontraproduktiv sind.

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Ein Sitzungsraum ohne Flip-Chart ist heute kaum noch denkbar. Doch welche Strategien für gemeinsames Denken sind überhaupt die richtigen? Eine Studie der Universität Utrecht spricht sich gegen das Brainstorming aus. (Bild: Eric Audras)

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Wie entwickelt man am besten neue, kreative Ideen? Ganz von allein anscheinend nicht. Es gibt unzählige Techniken und Taktiken, die zündende Gedanken sprudeln lassen sollen. Welche davon angebracht und sinnvoll sind, fasst Zeit Online zusammen. Bei dieser Analyse gerät das weitverbreitete «Brainstorming» in die Kritik.

Ausserdem macht 20 Minuten Online die Probe aufs Exempel und testet zusammen mit den Lesern und der Community eine weitere Methode. Doch zunächst lohnt sich ein Blick auf die von den Zeit-Redaktoren unter die Lupe genommenen Techniken.

Vom Geschäftsessen zur Flip-Chart

Traf man sich früher zum Geschäftsessen im Restaurant, um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln, müssen die Räumlichkeiten für ein Gespräch unter Geschäftspartnern heute mindestens eine Flip-Chart-Tafel enthalten. Ohne das Gestell mit den grossen, weissen Blättern, auf die man unendlich viele, schlecht erkennbare Diagramme kritzelt, um dann schnell umzublättern und in einer Stunde möglichst viel Papier vollzumalen, geht heute gar nichts mehr.

Doch wie eine Studie der Universität Utrecht zeigt, ist die Methode des Brainstormings alles andere als hilfreich. Zumindest unter den meist vorherrschenden Gegebenheiten: «Gemeinsam kreativ sein geht einfach nicht», heisst es da. Hierarchien und Konkurrenzdenken seien daran schuld, dass nicht jeder das sagt, was ihm gerade einfällt – was ja eigentlich gerade Sinn und Zweck des Brainstormens sei. Weitaus sinnvoller seien Ideensammlungen, die jeder für sich vornimmt – zum Beispiel auch, indem man eine Mind-Map erstellt.

Powerpoint und andere Trends

Was ebenfalls kaum noch wegzudenken ist – egal ob an der Universität oder bei beruflichen Meetings –, ist die Powerpoint-Präsentation. Ob völlig klassisch oder mit einfliegenden Titeln und Diagrammen: Ein Referat oder eine Produktvorstellung ohne Einsatz einer Powerpoint-Präsentation kann ja quasi nur schiefgehen.

Nicht umsonst ist aus der Hyperpräsensenz dieser technisch unterstützten Präsentationen eine Art Parodie entstanden, die sich Powerpoint-Karaoke nennt. Dabei muss eine Person einen Vortrag zu einer Powerpoint-Präsentation halten, die sie nie zuvor gesehen hat. Dass eine solche Vorstellung deutlich unterhaltsamer sein kann als die üblichen Powerpoint-Präsentationen, sehen Sie unter anderem im folgenden Video, welches an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg entstand:
Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

(Quelle: YouTube/PHLBLiteraturcafe)

Crowdstorming - nur die Idee zählt

Zusammen mit den Lesern wagt 20 Minuten Online einen Test. Dabei soll die Schwarmintelligenz - also das schier unerschöpfliche Wissen der Gemeinschaft - mit einem kreativen Prozess verknüpft werden. Immer wieder treten nämlich Leser mit einzelnen guten Vorschlägen zur Verbesserung des Web-Angebots an die Redaktion heran. Mitunter stehen sich diese aber entgegen. Deshalb wollen wir den Input aller bündeln und mit der Community zu konkreten Entwicklungsmassnahmen weitertreiben. Also sozusagen Brainstorming im Crowdsourcing-Prinzip. Der Vorteil ist, dass sich die Beteiligten nicht kennen und nicht durch Hirarchien beeinflusst werden. Die konkrete Aufgabenstellung dabei lautet: Welche zusätzlichen Funktionalitäten müsste 20 Minuten Online haben, damit SIE als Leser noch aktiver werden?

Und so soll das Ganze ablaufen: Während der nächsten zwei Wochen können sich Interessierte auf atizo.com einloggen und mit anderen Lesern zusammen Ideen entwickeln. Atizo ist eine Innovationsplattform, auf der schon heute tausende von Experten in allen möglichen Themengebieten aktiv sind. Sie bringen sich mit ein und helfen, Ideen der User weiter zu verfeinern. Zusammen mit Ihnen, liebe Leser, sollen so konkrete Vorschläge entstehen. In einem zweiten Schritt können Leser dann über 10 konkrete Ideen abstimmen und mitbestimmen, welche davon ab Januar 2013 umgesetzt werden. Das Motto der Aktion: «Du bist 20 Minuten Online!» Jetzt mitmachen und die Newssite aktiv mitgestalten. Die 20 besten Ideen werden übrigens mit jeweils 50.- Franken prämiert.

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(viw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ymarc am 12.11.2012 04:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ideen produzieren ist kein Kindergeburtstag

    Nicht nur Bottom -Up soll man Ideen kreieren, sondern vor allem Top-Down. Das Management soll seine kreative Weitsicht einbringen, weil viele Mitarbeitende weniger weit über den Tellerrand suchen und meist Ideen bringen, die schon bekannt sind oder in der Umsetzung. Nur superkreativ zu sein und wenig Realismusgrad dabei zu haben, mag ja lustig sein, leider weniger zielführend. Das Brainstorming wird vielfach falsch eingesetzt und erfordert Disziplin und viel Nachbearbeitung. Ideen sollen vom Management eingefordert werden und müssen nicht zwingend als Kuschelatmosphären-Events daher kommen.

  • Roman Rebitz am 11.11.2012 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    ging nur um Boni

    Ein weiteres Problem war bei uns jeweils das die Vorgesetzten nicht die besten Ideen verwendeten, sondern nur die welche auch ihrer Zielerreichung halfen. So gibts halt meist wieder nur Symptombekämpfung und nächstes Jahr kann man dann wieder das gleiche Thema diskutieren und die Zielvereinbarung erfüllen. Irgendwie wars sinnlos, deshalb war irgendwann keiner mehr motiviert überhaupt so etwas zu machen. Ist zum Glück nicht bei jeder Firma bzw. jedem Vorgesetzten so.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ymarc am 12.11.2012 04:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ideen produzieren ist kein Kindergeburtstag

    Nicht nur Bottom -Up soll man Ideen kreieren, sondern vor allem Top-Down. Das Management soll seine kreative Weitsicht einbringen, weil viele Mitarbeitende weniger weit über den Tellerrand suchen und meist Ideen bringen, die schon bekannt sind oder in der Umsetzung. Nur superkreativ zu sein und wenig Realismusgrad dabei zu haben, mag ja lustig sein, leider weniger zielführend. Das Brainstorming wird vielfach falsch eingesetzt und erfordert Disziplin und viel Nachbearbeitung. Ideen sollen vom Management eingefordert werden und müssen nicht zwingend als Kuschelatmosphären-Events daher kommen.

  • Roman Rebitz am 11.11.2012 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    ging nur um Boni

    Ein weiteres Problem war bei uns jeweils das die Vorgesetzten nicht die besten Ideen verwendeten, sondern nur die welche auch ihrer Zielerreichung halfen. So gibts halt meist wieder nur Symptombekämpfung und nächstes Jahr kann man dann wieder das gleiche Thema diskutieren und die Zielvereinbarung erfüllen. Irgendwie wars sinnlos, deshalb war irgendwann keiner mehr motiviert überhaupt so etwas zu machen. Ist zum Glück nicht bei jeder Firma bzw. jedem Vorgesetzten so.

    • Stefan Züger am 11.11.2012 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      Das habe ich nun nicht verstanden.

      Herr Rebitz, Ihren Beitrag verstehe ich nicht; von der Summe aller guten Ideen dieser Welt muss ein Vorgesetzter doch gezwungenermassen jene auswählen, bei denen er eine Möglichkeit sieht, die dem Team / der Abteilung gesetzten Ziele zu erreichen. Sonst ist die Idee zwar gut, aber nutzlos.

    • hans meier am 11.11.2012 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @herr züger

      @herr züger da kann ich herr rebitz nur recht geben. passiert bei uns im betrieb zu oft... nur symptombekämpfung da eine richtige lösung zu teuer währe... aber die besten ideeen kommen immernoch wenn eine nacht zum nachdenken dazwischen war.

    • hatte eine Idee am 12.11.2012 04:06 Report Diesen Beitrag melden

      @ Stefan Züger

      Ich bin nicht sonderlich Kreativ, hatte aber auch schon gute Ideen. Mein Vorgesetzter hat sie aber nie beachtet, als ich aber nicht mehr in dieser Firma gearbeitet habe und die genau gleichen Vorschläge von einem Kollegen kamen wurden sie umgesetzt und er war der Held!

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