Religion und Web

24. Januar 2011 09:37; Akt: 25.02.2011 10:51 Print

«Ich kenne viele meiner Twitter-Schäfchen»

Glauben 2.0: Ist Seelsorge via Facebook, Blogs & Co. die Zukunft oder der Untergang der Kirchen? Was ist Ihre Meinung dazu?

Die Aufzeichnung des Live-Talks aus dem Stapferhaus mit Hans Peter Murbach, Abt Martin Werlen und Sibylle Lichtensteiger (Video: Stapferhaus.ch)
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Wie? Kirche ist eine altmodische Angelegenheit? Von wegen: Abt Martin Werlen aus Einsiedeln hat eine grosse Fangemeinde auf Twitter, die manchen Promi neidisch werden lässt. Und auch Hans Peter Murbach hat grossen Zulauf für seine Seelsorge per E-Mail und per SMS. Liegt die Zukunft der Kirche in der digitalen Welt?

Für Abt Werlen ist die Antwort eindeutig. Er sieht in kurzen Zwitscher-Meldungen zu den grossen Fragen der Menschheit einen unschlagbaren Nutzen: «Ich haben den Mitbrüdern im Kloster Einsiedeln und den Mitschwestern im Kloster Fahr Twitter vorgestellt. Twitter fordert heraus, uns kurz und präzis zu fassen. Das müssen wir besser denn je beherrschen. Die wenigsten setzen sich mit ellenlangen Schriften auseinander. Und: Wer eine Botschaft in 140 Zeichen weitergeben will, muss sie sehr gut verstehen.»

Wird die Community die kirchliche Gemeinde ersetzen? Ist die digitale Glaubenskommunikation nur eine bereichernde Ergänzung des analogen Glaubensalltags oder eine Konkurrenz? Um diese Fragen dreht sich die Veranstaltung «glaubenssache@home» mit Twitter-Abt Werlen und Hans Peter Murbach, Leiter Internet-Seelsorge in Lenzburg und Zürich, im Stapferhaus Lenzburg am Montagabend von 18 bis 19 Uhr.

Was ist Ihre Meinung zur Kirche im Netz? Welche Fragen haben Sie an die beiden Gottesvertreter im Netz? Schreiben Sie im Talkback unten Ihre Meinung und nehmen Sie teil an unserer grossen Umfrage zum Thema «Glauben Sie noch an Gott?».

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Florian Flohr am 25.01.2011 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Twitter + Humor

    Neben den Medien braucht es in einer überzeugenden Kirche vor allem eins (was Abt Martin wunderbar zeigt): eine gute Portion Humor!

  • Ruka am 24.01.2011 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    mit dem Zeitgeist leben und anpassen

    Das Eine tun und das Andere nicht lassen. Dem Menschen zuhören, ihm Respekt entgegenbringen, seine Anliegen ernst nehmen, ist doch schon ein gutes Stück Weg. Ob dies jetzt von Angesicht zu Angesicht geschieht, ist eigentlich zweitrangig. Aber die Beichte ist ein Sakrament und kann nur gegenüber und im Beisen eines Priesters gültig sein. Seine Sünden nur niederschreiben und dann ist alles OK gilt nicht. Um sich bessern zu wollen muss man die Schwächen thematisieren, sie müssen mir bewusst werden und ich muss den ehrlichen Willen haben, nicht immer in die gleiche Grube zu fallen. Die heil

  • Ungläubiger am 24.01.2011 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Beichte per Bluetooth?

    Nun, Twitter Facebook und Co. dürften auch für die Kirche unumgänglich werden - ich wage sogar zu behaupten - eine nicht zu verachtende Chance seine Schäfchen wieder an sich zu binden. Moderne Geistliche, die Twittern und eine Facebook Seite haben sind doch echt cool! Muss nur noch das was sie von sich geben einigermassen reflektiert sein und dem Zeitgeist entsprechen - und schon sind sie Stars. Die Politiker machen es vor - und Politik und Glaube haben sich schon immer gegenseitig in die Karten geschaut. Ich frage mich nur wohin führt uns dieser Weg noch?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lea Ignacia am 25.01.2011 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    Der Untergang ist trotzdem nicht zu stoppen

    Werlen hat Humor, er ist einer der wenigen katholischen Kirchenvertreter, der Respekt verdient. Dennoch: Das Glaubenskartenhaus, das seine Kirche aufgebaut hat, ist längst in sich zusammengestürzt. Es ist nicht wieder aufzubauen, nicht nur der Skandale wegen sondern weil die Inhalte in unauflösbarem Widerspruch zu unserem Verstehen der Welt stehen. Das kann man auch mit Twitter und Facebook nicht länger verschleiern.

  • Florian Flohr am 25.01.2011 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Twitter + Humor

    Neben den Medien braucht es in einer überzeugenden Kirche vor allem eins (was Abt Martin wunderbar zeigt): eine gute Portion Humor!

  • klara fricker Muri AG am 25.01.2011 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn's nicht mehr alleine geht!

    Seelsorge via e-mail SMS - Facebook- Twitter u.s.w. nicht nur für junge Menschen... Jedes Lebensalter führt uns auf Wege, die mit einer seelsorgerlichen Begleitung besser zu bewältigen sind.Die elektronischen Hilfsmittel dazu befürworte ich sehr.- Ich frage mich trotzdem: Wieviel kann der Mensch noch ALLEINE aushalten an Sorgen - Ängsten - Fragen? Besteht nicht auch die Tendenz jedes Unbehagen sofort mitzuteilen oder gar weggeräumt zu haben...? Ja, wieviel kann ich alleine (er)tragen? DANKE Abt Martin Werlen und Hans Peter Murbach für das offene Gespräch gestern Abend in Lenzburg.

  • 11056 R. Blaser am 25.01.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    DNA

    ist rein gar nichts anderes als die Schrift einer grossen Macht! Diese Macht ist ganz einfach eine andere Dimension und dass die Schöpfung höher sei als ihr Schöpfer ist jedenfalls (per Definition) ein Ding der Unmöglichkeit. Die Ameise ist zwar fleissig, versteht aber auch nichts vom Internet: Es ist ganz einfach eine andere Dimension. Nach Fossilien macht Krähe nur Krähe und Löwe keinen Affenmenschen. Somit sind wir nicht durch Evolution entstanden sondern durch einen Schöpfer, König der Welt, der uns erlaubt hat in diese Zeit zu kommen.

  • Vreni M. am 24.01.2011 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Jugend ernst nehmen!

    Es tut gerade sehr gut, im Internet Bemühungen zu sehen, die die Sprache unserer Jugend sprechen und diese wieder näher zur Religion bringt. Als Mutter eines 11 jährigen Sohnes bin ich jeder dieser Initiativen sehr verbunden. Wie schlecht es wiederum um unsere Kinder steht, hat mir dieses Wochenende mein Sohn mit gewaltätigen Videos von Mitschülern auf seinem Handy gezeigt. Kein Wunder passieren heutzutage solche schrecklichen Dinge, wenn die Kinder nur von Gewalt und Mord hören und die wahren Werte und Bedeutungen der christlichen Religion verschwinden. Weiter so Herr Werle!

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