Digitales Fummeln

20. Juni 2012 11:21; Akt: 25.06.2012 09:20 Print

Jeder Fünfte fährt voll auf Cybersex ab

von Viktoria Weber - Unser Privatleben spielt sich immer mehr im Web ab – auch sexuelle Abenteuer. Eine Umfrage zeigt, dass Frauen sogar noch mehr auf das virtuelle Liebesspiel stehen als Männer.

Lediglich ein Viertel der 7391 Umfrageteilnehmer lehnt jegliche Form von Cybersex gänzlich ab.

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In ihrem Buch «Hauptsache Sex» veröffentlicht Juno Februata vollständige E-Mail-Wechsel, die sie mit gänzlich fremden Männern geführt hat und bei denen es vor allem um eines geht: Cybersex (20 Minuten Online berichtete). Doch wie populär und beliebt ist das Phänomen eigentlich? Um das herauszufinden, lancierte 20 Minuten Online eine Umfrage. Das Resultat: Ein Grossteil unserer User ist virtuellen Formen von Sex gegenüber alles andere als abgeneigt. 75 Prozent finden es «ganz o.k.» oder mögen es sogar sehr.

Cybersex - Eine Frauendomäne

Egal ob Telefonsex, Sextalk per Mail, SMS, oder Chat - ein Grossteil der Befragten hat diese Erfahrung bereits gesammelt oder praktiziert sie sogar sehr oft. An oberster Stelle rangiert dabei der Sextalk per SMS, den rund 57 Prozent ein paarmal oder sogar sehr oft ausüben, gefolgt vom Sextalk per Chat (51 Prozent) oder per E-Mail (48 Prozent). Bei der Frage nach dem Telefonsex liegt der Wert mit 37 Prozent am niedrigsten.

Vor allem Frauen scheinen die virtuellen Sexualpraktiken zu mögen. Die Antwortmöglichkeit «Ja, das mache ich ganz oft» wird von den weiblichen Befragten deutlich öfter gewählt. Während nur 3 Prozent der Männer oft Telefonsex haben, sind es bei den Frauen 8 Prozent. 13 Prozent der Frauen führen häufiger eine Art Sextalk per E-Mail aus, 18 Prozent sind es beim Sextalk per SMS und 16 Prozent beim Sextalk per Chat (gegenüber 6, 10 und 11 Prozent bei den Männern).

Nicht das Gleiche wie realer Sex

Es zeigt sich aber auch, dass es ausschliesslich die ganz virtuellen Formen von Sex sind, die bei den Frauen beliebter sind. Denn Sex per Webcam - was nicht mehr nur virtuell, sondern mit einem realen Gegenüber verbunden ist - haben bereits 31 Prozent der Männer ausprobiert, bei den Frauen sind es nur 23 Prozent.

Insgesamt betrachtet, deuten die Umfrageergebnisse auf eine gewisse Beliebtheit von Cybersex hin. Aber dennoch wird immer wieder klar: Mit realem Sex kann die virtuelle Form nicht mithalten. Fragt man danach, wie den Betroffenen der Telefonsex oder auch der Sex per Webcam gefallen hat, so dominieren die Antworten «Man kann es mit realem Sex nicht vergleichen» und «schlechter als realer Sex».

Ist es fremdgehen oder nicht?

Da Cybersex vor allem auch mit fremden Personen praktiziert wird - und eben nicht nur mit dem eigenen Partner - stellt sich die Frage, ob sich die Gefahr des Fremdgehens dadurch erhöht. Die weiblichen Befragten - die wohlgemerkt die deutlich grösseren Cybersexfans sind - sehen darin zu einem Grossteil ein erhöhtes Risiko: 43 Prozent wählten sie Antwortmöglichkeit «Ja, durch das Internet sind die Möglichkeiten, andere Sex-Partner zu finden, viel grösser». Diese Antwort gaben dagegen lediglich 37 Prozent der Männer.

Doch muss es überhaupt so weit kommen, dass man dadurch einen anderen Sex-Partner trifft? Ist nicht schon der virtuelle Sex allein ein Seitensprung? 43 Prozent der befragten Frauen beantworteten diese Frage mit «Ja, natürlich.» Die Männer sehen das deutlich weniger eng - lediglich 27 Prozent wählten diese Antwortmöglichkeit. Für ein Drittel der Männer fällt Cybersex eindeutig nicht unter Fremdgehen, bei den Frauen ist nur ein Fünftel so tolerant.

Auch für Juno Februata ist Cybersex eine Art Seitensprung. Und deshalb plädiert sie für einen gänzlichen Paradigmenwechsel: «Die Gesellschaft muss ihre Lebensformen überdenken. Dazu gehört, Treue neu zu definieren. Wir sollten zur Kenntnis nehmen, dass, wenn die Menschen immer älter werden, wir auch nicht nur einen Partner für unser Leben haben können oder wollen. Unser gesamtes Gesellschaftssystem steht auf der Kippe: Fremdgehen gehört doch mittlerweile sozusagen dazu, dieses Ausbrechen aus einem langweilig gewordenen Alltag und aus der Gewohnheit, weil man sich einfach mit den Jahren verändert. Ich wünsche mir deshalb mehr Toleranz und Offenheit für neue Formen des Zusammenlebens.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinrich Oberli am 20.06.2012 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Statistiken sind mehrfach deutbar

    Habe Mühe mit der Statistik. Wer ist auf der anderen Seite? Sind die weniger Männer aktiver in der Cyberdomäne? Oder die der Cybersex mit einem Computer als kontrahend?

  • ZH72 am 20.06.2012 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Zweifelhaftes Resultat

    Also wenn ich mir so die Bagger- und Chatforen für Cybersex im Internet anschaue, dann sind da 95% nur Männer. Das ist so ähnlich wie die Werbung für Telefonsex die nachts über den Fernseher flimmert: das ist gemacht für Männer die dann dort anrufen sollen, Frauen haben sowas nicht nötig.

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  • Andrew am 20.06.2012 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Toleranz für Fremdgeher

    Juno Februata gehört zu den traurigen Wesen die es nicht schaffen auch mit nur einem Partner ein schönes Leben zu führen. Mein aufrichtiges Beileid. Toleranz von mir können sie aber keine erwarten. Ich höhre einfach viel zu oft Ausreden warum es nicht geklappt hat. Sie werden immer origineller, grundsätzlich ist der Inhalt aber immer der gleiche. "Ich bin zu faul an meiner Beziehung zu arbeiten"... Nein, ich verurteile weiterhin Menschen die fremdgehen und ich mache das mit Lust und Wonne :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 22.06.2012 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Betrug 

    Auf jedenfall ist das kein Betrug

  • Heinrich Oberli am 20.06.2012 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Statistiken sind mehrfach deutbar

    Habe Mühe mit der Statistik. Wer ist auf der anderen Seite? Sind die weniger Männer aktiver in der Cyberdomäne? Oder die der Cybersex mit einem Computer als kontrahend?

  • O.W. am 20.06.2012 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch irgendwie schade...

    ...aber auch symptomatisch für die heutige Zeit, wenn Leute nur noch chatten, smsen, u.ä. und nicht mehr traditionell sozial interagieren können... ist ja auch schön anonym und unverbindlich

  • Ray am 20.06.2012 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem das Seine

    Soll doch jeder für sich entscheiden. Ich finde es sehr schön wenn Menschen auf ewig durch's Leben gehen. :) Genauso verstehe ich aber diejenigen die sagen mir reicht es nicht, ich brauche verschiedene Sexualpartner, aber will nur einen Menschen den ich liebe und vertraue. Wenn das auf Gegenseitigkeit beruht, fährt man auf einer viel höheren Vertrauensbasis als konservative Paare. Cybersex ist jedenfalls so oder so eine interessante Abwechslung. Wer das anderen verbietet, sollte erst einmal am eigenen Kopf arbeiten, da fehlt es eindeutig am Selbstbewusstsein.

  • Lust am 20.06.2012 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Was wir in unsere Partner projizieren

    ist nach meinen Erfahrungen auch virtuell.

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