Prostitution

03. September 2010 18:13; Akt: 03.09.2010 18:14 Print

Wann kommt die eidg. dipl. Hure?Wann kommt die eidg. dipl. Hure?

von Bruno Wermuth - Prostituierte auf dem Strassenstrich sind der Willkür von Kriminellen und Freiern ausgesetzt. Sind Bumsboxen oder die Berufsanerkennung für Sexarbeiterinnen die Lösung?

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Prostituierte auf dem Strassenstrich. (Bild: Colourbox.Com)

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Gemäss einem Bundesgerichtsentscheid aus dem Jahre 1965 ist Prostitution unsittlich und der Vertrag, der zwischen einer Sexarbeiterin und ihrem Freier mündlich und in gegenseitigem Einvernehmen abgeschlossen wird deshalb nicht rechtsgültig. Aus diesem Grund besteht auch kein rechtmässiger Anspruch auf einen Dirnenlohn. Andererseits muss jede Frau, die ihren Lebensunterhalt in der Schweiz als selbständig erwerbende Prostituierte verdient, Steuern bezahlen und Sozialabgaben entrichten.

Immer wieder werden Stimmen laut, welche die Beseitigung dieser Rechtsungleichheit fordern. Insbesondere sollen Sexarbeiterinnen anderen Erwerbstätigen gleichgestellt und die Prostitution als Beruf anerkannt werden. Zu dieser Forderung musste 2004 auch der Bundesrat Stellung nehmen. Eine Interpellation von FDP-Nationalrätin Christa Markwalder beantwortete dieser aber abschlägig. Die Berufsanerkennung der Prostitution, so der Bundesrat in seiner Antwort, sei kein Schritt in Richtung einer Befreiung des Gewerbes aus der Illegalität. Und insbesondere sei fraglich, welchen Mehrwert eine geschützte Berufsbezeichnung für die Betroffenen hätte.


Berufsanerkennung oder flächendeckende Installation von Bumsboxen?

Auch Roger Groner von Groner Rechtsanwälte in Zürich ist bezüglich Berufsanerkennung skeptisch: «Bei der Prostitution entscheiden Angebot und Nachfrage. Wichtiger als ein Berufsausweis ist auf dem Strassenstrich das Aussehen oder die Qualität der Dienstleistung. Niemand könnte die Frauen dazu zwingen, einen solchen Abschluss zu machen. Aber solange nicht die Mehrheit der Sexworkerinnen mitmachen und sich zudem in einem Verband organisieren würden, hätte eine solche Ausbildung keine positiven Auswirkungen». Jacqueline Suter von der Beratungsstelle Xenia in Bern findet das Ansinnen utopisch: «Das tönt zwar schön und ist auch ein mögliches Ziel, aber die Gesellschaft ist schlicht noch nicht bereit für einen solchen Schritt.»

Andere Städte haben ebenfalls mit den Auswüchsen auf dem Strassenstrich zu kämpfen. In Köln wurde er deshalb an die Peripherie verlegt. Zudem wurden am neuen Standort sogenannte Verrichtungsboxen installiert. Diese sind mit einem Knopf ausgestattet, der der Sexarbeiterin ermöglicht, im Notfall Alarm zu schlagen. Der Einführung solcher Sex-Container steht Suter grundsätzlich positiv gegenüber. «Bumsboxen bieten den Sexarbeiterinnen einen gewissen Schutz. Zudem können damit auch die hygienischen Bedingungen verbessert werden». Problematisch findet sie hingegen die Auslagerung des Strassenstrichs in die Agglomeration: «Öffentlichkeit und die damit einhergehende soziale Kontrolle, schützt alle Beteiligten. Gleichzeitig zwingt die Präsenz der Prostitution im Alltag die Bevölkerung dazu, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Dadurch findet auch eine Sensibilisierung für das Gewerbe und die Frauen statt, die als Sexarbeiterinnen tätig sind.»

Sensibilisieren statt diskriminieren und ausgrenzen

An einem Umstand in Zusammenhang mit dem laufenden Prozess in Zürich stört sich die Fachfrau besonders. «Die Vermischung von Sexarbeit und Menschenhandel, die in der Medienberichterstattung gemacht wird, ist fatal und Sexarbeiterinnen gegenüber unfair. Frauen, die zu sexuellen Handlungen gezwungen werden, sind Opfer von sexueller Gewalt. Mit Sexarbeit, wie wir sie verstehen, hat das nichts zu tun.» Aus diesem Grund fordert Suter auch einen sorgfältigeren Umgang mit dem Thema Prostitution. «Prostituierte, die ihre Dienstleistungen freiwillig erbringen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen, haben genauso das Recht auf Wertschätzung wie andere Menschen auch».

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  • gerda am 09.09.2010 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Mitgefühl

    Diese abgedroschene Phrase; Prostitution ist das älteste Gewerbe und kann deshalb nicht abgeschafft werden, zeigt nur das viele Mitmenschen nicht bereit sind für Veränderungen. Sklaverei war 4000 Jahre lang anerkannt als Gewerbe, erst Ende 19 Jahrhundert wurde endlich die Sklaverei abgeschafft. Trotz dem Verbot gibt es nach wie vor Menschenhandel und Ausbeutung. Und doch macht das Verbot einen Sinn: Es signalisiert, was wir unter Menschenwürde verstehen und es zeigt Mitgefühl.

  • ali ucar am 06.09.2010 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    alte gewerbe

    prostituieren ist die älteste gewerbe der welt und kann nicht gebannt werden. daher ist es so zu regeln, dass die frauen nicht ausgenützt werden. es ist aber sehr schwierig. deshalb müssen sich die frauen selber organisienen, was aber auch das sehr schwierig ist, da die frauen sich gegenseitig als konkurenz ansehen. in vielen ländern gibt es staatliche puffs. dort werden sie auch gegen krankheiten regelmässig kontrolliert und auch gegen gewalt geschützt. es wird auch nebenbei viele anbieter geben. es gibt viele antworten aber nur eine frage. frage ist, wie lösen wir dieses problem am besten?

  • Guido Oberwiler am 06.09.2010 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Freudenhäuser

    Warum haben unsere Behörden nicht den Mut FREUDENHÄUSER in den Gross-Städten zu eröffnen? Die Zuhälter werden arbeitslos und der Staat kassiert die richtigen Steuerbeträge. Die Frauen sind geschützt und ärztlich betreut.

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