Nervende Mitmenschen

17. März 2012 16:46; Akt: 17.03.2012 16:46 Print

Das geht ja mal gar nicht!

In der Nase popeln, rülpsen, furzen, rotzen oder noch schlimmer: Mit grausamer Handy-Musik das ganze Zug-Abteil nerven. Was ist Ihrer Meinung nach ein absolutes No-Go in der Öffentlichkeit?

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«Iiiih, hast du das gehört?» - Wer in der Öffentlichkeit (laut) furzt, zieht mit Sicherheit alle Blicke auf sich und erntet mindestens ein Nasenrümpfen. Dabei gehört die Flatulenz doch zu unseren ganz normalen Körperaktivitäten und sollte nicht unterdrückt werden. Wie sagt man so schön: Mit jedem Furz spart man fünf Franken beim Arzt. Was meinen Sie: Okay oder ein No-Go? Genauso normal wie furzen ist rülpsen. Aber was ist mit rülpsen in der Öffentlichkeit? Stellen Sie sich nur mal dieses Worst-Case-Szenario vor: Der oder die Rülpsende hält sich nicht einmal die Hand vor den Mund. Kaum auszudenken! Fast so schlimm wie gähnen mit klarer Sicht bis zu den Mandeln. Eine weitere Untat: Jemanden anhusten. Oder wollen Sie etwa von einer Bakterienschleuder getroffen werden? Was, wenn der Zugnachbar anfängt genüsslich und sorgfältig die Nase mit Hilfe seines nackten Fingers zu reinigen? Der fortgeschrittene Grübler schaut sich seinen Fund meistens auch noch ein paar Sekunden lang an, bevor er diesen mit einem gekonnten Schnippen vor Ihre Füsse wirft - oder noch schlimmer: im Mund verschwinden lässt. Darf man das? Bleiben wir gleich bei der Nase: Ist Schnuder hochziehen okay? Oder auf den Boden rotzen? (Fussballer ausgenommen.) Wie sieht es mit Stillen in der Öffentlichkeit aus? Oder gar: Windeln wechseln im Tram. Was sein muss, muss sein - oder geht gar nicht? Nerviges Verhalten von Mitmenschen Nummer sieben: Lautes, ausgiebiges Telefonieren. Was glauben Sie, wie viele Fahrgäste bei Ihrer dramatischen Geschichte über ein Loch in der Strumpfhose aufrichtiges Mitleid empfinden? Oder wer von Ihren Sitznachbarn tatsächlich wissen will, was Ihr One-Night-Stand von gestern Nacht alles falsch gemacht hat? Genauso wenig Interesse haben Ihre Mitmenschen an aktuellen Charthits, die unverkennbar aus Ihrem Handy scheppern. Vermutlich denken sich die Übeltäter nicht einmal etwas Böses und wollen nur ein bisschen Musik zur allgemeinen Aufheiterung beisteuern. Lassen Sie sich aber jetzt gesagt sein: Niemand will das hören. Wirklich niemand. Auch nicht aus Ihren viel zu lauten Kopfhörern. Ein weiterer Grund, warum sich im Tram niemand zu Ihnen setzt: Ihr Parfüm. Was Sie vielleicht auch unterlassen sollten: Nach einer achtstündigen Bergwanderung bei der Heimfahrt im Zug Ihre Schuhe auszuziehen. «Fuss» wird vermutlich nie der Name eines erfolgreichen Duftwässerchens werden. Stinkendes ist übrigens im Allgemeinen nicht beliebt. Sei das nun ein Mensch, ein nasser Hund, ein mit Zwiebeln vollgestopfter Döner oder ähnliche Köstlichkeiten, die den Geruchssinn strapazieren. Mindestens so unwillkommen wie strenge Gerüche sind Kaugummis unter Tischen und Stühlen. Wem die richtige Entsorgung noch unbekannt sein sollte: In ein Papierchen einwickeln und ab in den Abfalleimer damit. Für etwas gibts die schliesslich alle hundert Meter. Wichtig dabei: den Abfalleimer. Nicht daneben. Nicht drüber. Nicht drunter. Diese Angewohnheit nervt nicht nur Müllmänner und Weltverbesserer, sondern könnte auch durchaus in einer Diskussion mit älteren Herrschaften, die mit «Früher...» anfängt, enden. Bleiben wir beim Thema Sauberkeit: Wenn der Hund mal muss, dann lässt man das nicht einfach liegen, liebe Herrchen und Frauchen. Das nervt nicht nur diejenigen die reintreten, sondern verunstaltet auch das Quartier. Weitere Erste-Welt-Probleme: Jemand blockiert die Rolltreppe! Geht ja gar nicht! Jeder weiss doch: Links stehen, rechts gehen - oder wie ging das? Geduld ist eine Tugend - aber nicht, wenn es um die letzten freien Plätze im Zug, Bus oder Tram geht. Da wird keine Zeit verschwendet und schon gar nicht gewartet, bis alle ausgestiegen sind, sondern gedrängelt, geschubst und rumgerüpelt was das Zeug hält. Völlig okay oder daneben? Betrifft vor allem Stadtbewohner: Velofahrer, die auf dem Trottoir unterwegs sind. Oder umgekehrt: Fussgänger auf dem Veloweg. Nicht nur nervig, sondern auch gefährlich. Weitere Aufreger im Alltag: Ein Nichtraucher wird angeraucht. Wer ist Schuld? Der Raucher? Der Nichtraucher, der einfach am falschen Ort steht? Oder gar der unvorteilhafte Wind? Fragen über Fragen ... Kommen wir nun zum krönenden Abschluss: Wir alle haben dieses Pärchen im Bekanntenkreis. Sie küssen sich nach jedem «Prost», sie halten Händchen beim Essen und füttern sich gegenseitig. Sie knutschen überall rum und lassen die Welt wissen, wie verlieeeebt sie sind. Ihre unendliche Liebe krönen Sie mit Kosenamen wie «Mausi» und «Schnuffeli». Und das, liebe Mausis und Schnuffelis, finden nicht nur alle verbitterten, einsamen Singles nervig, sondern: einfach alle!

So nervig können Mitmenschen sein ...

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Wie oft haben Sie sich heute schon im Zug, auf dem Velo, im Auto oder einfach nur beim Anstehen an der Kasse über Ihre Mitmenschen genervt? «Muss die alte jetzt mit Zwänzgerli bezahlen?!», «Wenn er den Billett-Automat nicht bedienen kann, dann soll er wenigstens mich ranlassen - ich muss auf den Zug!», «Verschwinde vom Veloweg du *****-Fussgänger!» - ein paar Gedanken, die den meisten von uns bestimmt schon mal durch den Kopf gegangen sind.

Was treibt Sie zur Weissglut?

Was finden Sie in der Öffentlichkeit angebracht und was geht Ihrer Meinung nach gar nicht? Ein paar Beispiele, die bei vielen Menschen Kopfschütteln, Empörung oder auch einfach einen genervten Blick hervorrufen können, sehen Sie in unserer Bildstrecke oben – weitere Beispiele hätten wir gerne von Ihnen gehört! Schreiben Sie uns im Talkback, was gar nicht geht, wer oder was Sie vor allem nervt, was Sie schon alles unerhörtes erlebt haben. Wir sind gespannt!

(lis)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lorenzo am 19.03.2012 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Menschen nerven

    Menschen im allgemeinen stören. Ich bin je länger je mehr davon überzeugt, dass ich nicht von diesem Planeten bin. Denn ich habe keine Macken!

  • Offiff am 19.03.2012 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anstand ade

    Alles schon gesehen im Zug: - Fingernägel knipsen - Neue Schuhe imprägnieren - Bierflaschen stehen lassen - den letzten Zigarettenzug im Abteil ausatmen

    • Apfelkuchen am 21.03.2012 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Im Zug gibt es noch mehr!

      - Beine rasieren! - Kaugummi an die Scheibe kleben - hab sogar schon mal Nachts im Zug ein Päärchen beim Liebesakt erwischt - ups!

    einklappen einklappen
  • pendler16 am 18.03.2012 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Einmischer

    Leute die sich in fremde Angelegenheiten einmischen! Mir ist es schon oft passiert, dass sich wildfremde Leute mit denen ich nie geredet habe oder die ich noch nie gesehen habe einfach in meinen Unterhaltungen mit meinen Freunden einmischen. Plötzlich gibt jemand seinen Senf dazu der gar nicht gefragt ist.

  • Schneesportler am 18.03.2012 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Langlaufpiste ein Spazierweg...

    Nervig, wenn Spaziergänger (ohne Skier) die sehr gut präparierte Loipe als Spazierweg benutzen! Wenige Meter daneben verläuft ein geräumter Wanderweg. Aber es muss offensichtlich die Loipe sein, denn sonst könnte man die Anhänger des Langlaufsportes nicht provozieren... Die allseits propagierte Tourismusfreundlichkeit?

  • Mauli am 18.03.2012 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Aggressivität und Rücksichtslosigkeit

    Wenn Eltern ihre Kinder laut ausschimpfen oder schlagen, wenn Männer ihre Frau beschimpfen oder umgekehrt, wenn Fussgänger sich gegenseitig keinen Platz machen zum Vorbeilaufen. Aggressives Verhalten ist schlimm. Alles andere nervt vielleicht aber man kann darüber hinwegsehen.

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