Trinkgeld für Flugbegleiter

13. Juli 2015 14:28; Akt: 13.07.2015 14:35 Print

«Mir tut das Kabinenpersonal leid»

Nach der Landung in Zürich bat das Swiss-Kabinenpersonal um einen Zustupf ins Bord-Kässeli. Die Aktion löste eine rege Diskussion unter den Lesern aus. Einig wurden sie sich nicht.

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Will auf den Lohndruck aufmerksam machen: Die Crew eines Swiss-Fluges bat nach der Landung in Kloten um ein Trinkgeld. (Bild: Keystone/Christian Beutler/Archivbild)

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Als die Passagiere des Swiss-Flugs von Malaga in Zürich den Flieger verliessen, stand am Ausgang ein Kässeli. «Trinkgeld willkommen, wenn Ihnen der Flug gefallen hat» war darauf zu lesen. Mit dieser Aktion wollte der Maître de Cabine auf den Lohndruck beim Flugpersonal aufmerksam machen.

Umfrage
Sollen Passagiere Flugbegleitern ein Trinkgeld geben?
47 %
46 %
7 %
Insgesamt 33562 Teilnehmer

Keine Einigkeit unter den Lesern

Die Fluggesellschaft Swiss zeigte sich wenig erfreut über den Vorfall. Die 20-Minuten-Leserschaft ist derweil gespalten. Die Hälfte der 14'385 Umfrageteilnehmer findet es unangemessen, dem Personal ein Trinkgeld zu geben. 42 Prozent sind anderer Meinung, denn beim Servicepersonal macht man das schliesslich auch. Die restlichen 8 Prozent wissen nicht, was sie von der Aktion halten sollen.

Einigkeit sieht anders aus – und das macht sich auch im Kommentarfeld bemerkbar. In über 220 Kommentaren gaben die Leserinnen und Leser ihre Meinung kund. Viele zeigen Verständnis: «Man muss ja sowieso Trinkgeld geben. Jeder macht die Hand auf. Im Restaurant, im Hotel, im Taxi. Wer entscheidet denn bitte, wer Trinkgeld bekommen darf und wer nicht?», fragt Leser Peter Müller.

«So viel habe ich auch bekommen – vor 20 Jahren»

Aber geht es überhaupt ums Trinkgeld? Andere Leserinnen und Leser glauben, dass man eher das eigentliche Problem diskutieren sollte.«Mir gefällt die Aktion. Ein Anfangslohn von 3300 Franken kann es doch nicht sein. Ich bin 23 Jahre alt und verdiene bereits bei meiner ersten Arbeitsstelle 4700 Franken. Mir tut das Kabinenpersonal leid, dass sie zu solchen Mitteln greifen müssen, um sich Gehör zu verschaffen», erklärt beispielsweise Sergej.

Leser Donald unterstützt ihn: «So viel habe ich nach der Lehre auch bekommen – aber vor 20 Jahren! In der heutigen Zeit ist 3300 Franken zu tief. Sogar Verkäuferinnen und Verkäufer verdienen mehr.»

«Das ist eine Frechheit»

Doch nicht alle verstehen die Sorgen der Flugbegleiterinnen und -begleiter. Sebi verurteilt das Vorgehen sogar äusserst hart: «Diese Aktion ist einfach nur peinlich. Ich finde das schlicht eine Frechheit.» Auch Leser Daniel sieht das Problem nicht: «3300 Franken sind der Anfangslohn – also nicht der Lohn eines Maître de Cabine. Und die Vergütungen im Ausland sind da auch noch nicht enthalten.»

Auch andere Leser finden, dass der Beruf an sich genug bietet, um den Lohn zu rechtfertigen: «Man macht diese Arbeit ja auch nicht wegen des Lohns, sondern weil man gratis um die Welt jetten kann.»

Sind Sie der Meinung, dass die Aktion des Swiss-Kabinenpersonals gerechtfertigt war? Oder verdienen Flugbegleiterinnen und -begleiter genug? Lesen Sie alle Leser-Meinungen im Kommentarfeld und diskutieren Sie mit!

(kam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • frese am 13.07.2015 07:00 Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Seiten

    Als Passagier nervt mich eine solche Aktion. Andererseits, mit dem nötigen Hintergrundwissen, goutiere ich den Mut dieses Maître de Cabine..

  • Werner am 13.07.2015 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe es!

    Bin gegen Trinkgeld, aber das war nicht das Ziel, sondern das Signal ist wichtig!

  • Zoltan am 13.07.2015 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewinnmaximierung ist nicht alles

    Ich glaube ich würde mir nicht diesen Stress im Flugzeug für 3300 Fränkli antun. Es gibt andere Arbeiten für das Geld. Ich würde lieben gern mehr für ein Flugticket bezahlen aber dafür verlange ich mit meinem 1,86cm auch mehr Platz. Die Fluggesellschaften müssen wohl ein bisschen nachdenken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • bb am 15.07.2015 00:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jammer

    tauschen mit supermarktangestelter arbeits bgin 5 morgens ohne pause bis 11uhr das einer 50 % angestelter und wärend der ferien zeit noch zuzätzlich der 80% arbeit der in d ferien abwesende arbeits mitsrbeiter wollen sie noch immer jammer?

  • Herr Schweizer am 14.07.2015 23:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht die einzigen!

    Als ETH Architekt verdient man auch nicht viel mehr als 5000.- also nicht jammern! Und verantwortung hat man da deutlich mehr..

  • Lara am 14.07.2015 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Dankeschön

    Trinkgeld finde ich als ehemalige Flugbegleiterin auch nicht ok. Ein Dankeschön würde reichen und enorm motivieren! :) wohlgemerkt, der Lohn ist sehr tief. Schliesslich wird eine abgeschlossene Berufsausbildung und Sprachkenntnisse gefordert. Der Lohn wohlgemerkt nur x12. Einen 13. Gibt es nicht. Die spesen machen den Braten auch nicht feiss, die Verpflegung im Ausland kostet ja auch was. Auch ein freier Tag nach Wunsch ist Fehlanzeige

  • Ehemaliger Swiss MA am 14.07.2015 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussage bez. freelancer stimmt nicht ganz

    Das wegen den freelancern ist ein witz. Man muss mindestens zwei jahre dabei gewesen sein als FA, damit man in den freelancer (einzelne flüge) wechseln kann. Somit fallen hierbei die meisten aus dem raster raus, da diese nicht zwei jahre bleiben um durchbschnitt!!

  • Ex FA am 14.07.2015 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    Darum gehts

    Vielen hier scheint die eigentliche Aufgabe von Flugbegleitern nicht klar zu sein. Der Service ist nur ein ganz kleiner Teil. Ein Flugbegleiter ist in erster Linie für die Sicherheit der Passagiere zuständig. Auch nach einem Langstreckenflug, welcher einem nach einem 12 stündigen Reservedienst (mit der Verpflichtung, innert einer Stunde auf dem Flugzeug zu stehen), muss man mental und physisch in der Lage sein, in einer Notsituation richtig zu handeln und falls nötig, das Flugzeug innert kürzester Zeit zu evakuieren. Medizinische Ausbildung, Brandbekämpfung und Sicherheit - darum gehts

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