Zigistummel-Diskussion

24. August 2010 15:11; Akt: 30.08.2010 11:06 Print

«Das ist doch ein Verhältnis-Irrsinn!»«Das ist doch ein Verhältnis-Irrsinn!»

Hätte der Luzerner Autofahrer geahnt, welche Empörung er damit auslöst, hätte er wohl auf die Entsorgung der Kippe aus dem Fenster verzichtet.

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Nicht nur Kippen aus dem Fenster, auch Rauchen am Steuer regt viele Leser auf. (Bild: Colourbox)

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Kleine Ursache, grosse Wirkung: Die Meldung über die Busse für einen Autofahrer in Luzern für das Wegwerfen einer Kippe aus dem Fenster hat die Leser stark polarisiert. «Wurde auch höchste Zeit»-Rufe auf der einen Seite, «völliger Verhältnis-Irrsinn» zetern die anderen. Das Thema Littering auf der Strasse, an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen ruft heftige Reaktionen hervor, wie das Talkback zeigt.

Umfrage
Werfen Sie Abfall aus dem Autofenster?

Fast so wie zuhause, oder?

Annemarie Resiel kann das Verhalten des gebüssten Autofahrers schlicht nicht nachvollziehen: «Jedes Auto hat einen Aschenbecher, den Franz dann zuhause in den eigenen Kehricht leeren kann», argumentiert sie ganz rational. Weitaus mehr Emotionen ruft das Thema bei Christian Zambelli hervor: «Ich finde, 40 Franken sind zu wenig. Was ich als Motorradfahrer schon vor Dingen ausweichen musste, welche Autofahrer direkt vor mir rausgeworfen haben, ist nicht vertretbar.» Diese Erfahrung musste auch Beat Frei schon machen: «Als langjähriger Motorradfahrer ist mir das 'aus dem Fenster werfen' von Zigaretten seit langem ein Dorn im Auge. Meist denken sich die Autofahrer nichts dabei, den Stummel aus dem Fenster zu schmeissen. Was hinter ihnen passiert und ob jemand die Kippe ins Gesicht kriegt, ist ihnen egal.»

Absolut rot sieht hingegen User Rechtso: «Schliesslich weiss auch der Dümmste, dass das so nicht geht. Oder schmeisst der zu Hause auch alles auf den Boden? Es nervt einfach, dass die Leute nur noch denken, dass andere ihren Müll wegräumen sollen.» Mit dieser Meinung sprechen die Stummel-Feinde aber nicht für die Gesamtheit – bei Weitem nicht.

Rauchen im Auto verbieten

Einige der Kommentatoren stören sich mehr noch als an den weggeworfenen Kippen an der Tatsache, dass viele Autofahrer im Strassenverkehr rauchen: Rauchen am Steuer ist mindestens so gefährlich wie telefonieren. Auch wenn er nicht aus diesem Grund belangt wurde, haben die Polizisten völlig richtig gehandelt», jubelt User Nokiras. Darüber kann Hugo nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen: «Telefonieren im Auto verboten, Rauchen will man verbieten, aber einen BicMac mit Pommes und Cola essen auf der Autobahn bei 120 Sachen, da sagt niemand was .... lächerlich!»

Keine Zeit für schwere Delikte

Null Verständnis für die Aktion der Schweiz gegen den Zigi-Sünder zeigt Philipp: «Die Schweiz wird immer mehr zu einer Lachnummer. Solche Intoleranz ist schlicht daneben.» Und mit einer geballten Ladung Ironie doppelt Userin Noroelle van Kitty nach: «Die Polizei nimmt sich endlich des Schweizers grössten Problems an: dem Abfall. Ich warte nun gespannt auf eine SVP-Initiative, dass Ausländer, die Abfall auf den Boden werfen, sofort ausgeschafft werden. Und auf den Todesstrafenkatalog gehört dieses Vergehen natürlich auch.»

Das Durchgreifen der Ordnungshüter bei dieser «Lappalie» geht Stephan völlig gegen den Strich: «Bei uns in Zürich kann man am helllichten Tag den Drogendealern bei der unbehelligten Arbeit zusehen. Verhältnis-Irrsinn!» Und Boris schüttelt den Kopf: «Kein Wunder gelten alle Schweizer als kleinlich, steif, und intolerant. Für alles wollt ihr Reglemente und Bussen. Dass da der gesunde Menschenverstand auf der Strecke bleibt, ist nur allzu logisch!» Das Tätigwerden der Streife in diesem speziellen Fall stösst vor allem Axel sauer auf: «Das war schon früher genau gleich, je harmloser die Vergehen desto hartnäckiger wurden sie verfolgt. Für die schweren Delikte haben sie keine Zeit», echauffiert sich der Leser.

Auch andere finden die Strafe unverhältnismässig oder grundsätzlich falsch. Eine Alternative dazu schlägt Gogo vor: «Viel besser wäre es, solche Unbelehrbaren und Ignoranten zu gemeinnütziger Arbeit zu verdonnern. Zum Beispiel in ihren Wohngemeinden ein paar Stunden die Strassenränder vom Müll zu befreien. Das wäre wohl vielen Machos und Anzugträgern sehr peinlich.» Noch eine ganz andere Lösung hat Andreas auf Lager: «Eigentlich sollte man für Zigaretten ein Depot verlangen und für jeden Stummel gibts das Geld zurück!»

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  • Hugo Kaufmann am 31.10.2010 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so !

    Für einmal ein Lob an die Polizei, dessen Verhalten ich in diesem konkreten Fall absolut in Ordnung finde. Ich rege mich jedes Mal fürchterlich auf, wenn Zigarettenstummel einfach aus dem Autofenster geworfen werden, aus reiner Bequemlichkeit, da ja bekanntlich jedes Auto einen Aschenbecher hat. Dies gilt natürlich nicht nur für Autofahrer, sondern für alle, welche Zigarettenkippen und ähnliches achtlos auf den Boden schmeissen.

  • Peatch/Raucher am 28.08.2010 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Budapest ist sauberer :-)

    Hi Leute Ich war gerade ein paar Tage in Budapest und war sehr erstaunt das alle 20m ein Abfalleimer mit anghängtem Aschenbecher war? und hey schon in den nächsten 5min hab ich mir immer so ein Grab für meine Kippen gesucht.. auch die Strassen waren ensprechend sauberer. So ein Intervall von Abfalleimern hab ich in der Schweiz noch in keiner einizigen Stadt gesehen! Aber ja stimmt hier diskriminieren wir ja lieber die Raucher anstatt ein gutes miteinander zu finden. Also spiele ich auch mit und werfe den Nichtrauchen meine Kippen vor die Füsse und qualme alles und jeden zu der mir begegnet.

  • Tom am 27.08.2010 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sie sind nicht wählerisch

    Sie nehmen einfach was kommt.

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