What I really do

17. Februar 2012 07:19; Akt: 17.02.2012 16:52 Print

Sein und Schein im banalen Berufsalltag

Social-Network-User erzählen zurzeit in Bildern, wie ihr Arbeitsalltag aussieht. Der Witz daran: Er ist immer anders, als alle denken. Wie lange der Facebook-Trend wohl diesmal anhält?

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Seit gut einer Woche geistern auf Facebook die schematischen «What I Do»-Bilder rum. Der Witz liegt darin, die Wahrnehmung der Realität gegenüberzustellen beziehungsweise das Image und den Alltag gewisser Berufsfelder auf die Schippe zu nehmen. Und zwar geht das so:

Mama sieht ihren Sohn, den zeitgenössischen Künstler (Bildstrecke Bild 1) als verträumten Bub, der mit Buntstiften spielt. Währenddessen geht man in seinem Freundeskreis davon aus, dass der Typ seine Zeit zugedröhnt verbringt. Die Gesellschaft sieht den durchgeknallten Künstler, dieser selbst erhofft sich einen wertvollen kulturellen Beitrag, ohne dabei ganz verstanden werden zu wollen. Und dann, als Letztes, die Realität. Man sieht ein Antragsformular für ein neues Projekt, darunter die Zeile: What I really do. Die verschiedenen Perspektiven werden wie in obiger Bildstrecke zusammengestellt.

Der Spass lässt sich ausweiten, es kursieren zuweilen verschiedenste Berufscollagen, darunter solche für Regisseure, Journalisten, oder Polizisten (siehe obige Bildstrecke).

Comic-Figur, Unterhosen-Farbe, Berufs-Satire

Es ist natürlich nicht der erste Trend, der die Runde durch die Social Networks macht. «Ändere dein Profil-Bild in eine Comic-Figur, die dir entspricht.» «Poste auf deinem Profil den Song, der bei deiner Geburt die Nummer eins in den Charts war.» Alles schon gesehen, und erschreckenderweise auch schon mitgemacht. Erinnern Sie sich noch daran, als der Status der Facebook-Userinnen nichts weiter als eine Farbe enthielt? Nach einigen Rätseltagen kam heraus, dass es sich dabei um die Farbe der Unterwäsche handelte. Bald hatte es sich ausgelacht, und die Gags sind, einer nach dem anderen, auch schon wieder verschwunden.

Im deutschen Sprachraum weniger verbreitet hat sich das Video-Mem «Shit Girls Say»: Clips, in denen alle möglichen Klischee-Sprüche zusammengerafft werden, die Frauen angeblich ständig von sich geben und dabei beim Gegenüber weniger Verständnis, dafür umso mehr verdrehte Augen auslösen. Die Stereotypin im Video sagt Dinge wie «Was ist mein Passwort?», «Wollen wir einen Keks teilen?» oder kreischt einfach drauflos.

Von Humor oder Ärger angetrieben wurde die Idee für Klischee-Männer und viele weitere Gruppen (Hipsters, Singles, Dicke, ... ) weitergezogen. Als Antwort folgte zum Beispiel auch dieses Video mit dem Titel «Shit Guys Don't Say Out Loud» (Was Typen nicht laut aussprechen):


(Quelle: Youtube/MovingMindStudio)

Eine Woche, 5000 Shares

Der momentane Berufsbild-Trend soll seinen Ursprung bei Facebook-User Garnet Hertz haben, schreibt «The Atlantic Wire». Sein Satire-Bild über den zeitgenössischen Künstler, das Hertz am 9. Februar 2012 auf sein Profil gepostet hat, trägt die Unterschrift: «Ich habe das gemacht. Aber jetzt muss ich an meinem Antrag für ein neues Projekt weiterschreiben.» Das Bild wurde bis heute knapp über 100-mal geliked. Das ist gar nicht so viel? Stimmt. Allerdings wurde es auch fast 5000-mal geteilt (Stand 16. Februar 2012 15:00 Uhr).

Weil teilen nicht allen reicht, kursierte schon kurze Zeit später Plakat Nummer zwei. Möglicherweise war es das «What I do» für Regisseure oder für Journalisten. Weils so einfach ist, kam der Stein schnell ins Rollen, und schon kursieren Hunderte standardisierte Satire-Bilder durch Facebook und Twitter.

Ein Witz für Nichtskönner

In seiner Einfachheit liegt auch die Langlebigkeit, die «The Atlantic Wire» dem neusten Facebook-Trend zumindest nachsagt. Es braucht kaum grafisches oder sprachliches Können, den Witz individuell weiterzuziehen.

Übrigens: Diese Art der Wahrnehmungs-Realitäts-Schere ist nicht Hertz, der von grosser Kunst träumt, während er Antragsformular ausfüllt, entsprungen. So kursierte schon gut eine Woche davor ein Plakat mit dem Titel: «Wenn ich den Leuten erzähle, dass ich in einem Nachtclub arbeite». Was die Leute von einer DJane oder dem Barkeeper denken und wie diese Alltag tatsächlich aussieht, sehen Sie in Bild 4 der obigen Bildstrecke.

Wie sieht die Collage in Ihrem Fall aus? Schicken Sie uns Ihren Alltag, von verschiedenen Perspektiven beleuchtet, an community@20minuten.ch.

(fvo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R.S. am 17.02.2012 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hurr durr

    Interesannt wie sich das explosionsartig verbreitet hat, obwohl es solche sachen schon ewigkeiten gibt. Die Rageface Comics gibt es auch ewigkeiten, aber erst in letzer Zeit verbreiten sie sich extrem über soziale Netzwerke. Die Herkunft ist aber definitiv nicht Facebook, wohl viel eher 4chan, villeicht auch Reddit.

  • Wahrheit und so? am 17.02.2012 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    bitte keine Nonsense Redaktion..

    "Diese öden Bilder haben den Ursprung definitiv nicht am 9. Februar bei irgend einem Facebook User. Das Zeug gibt es schon länger. Ausserdem hatte wohl noch nie ein Internet-Phänomen seinen Ursprung auf Facebook. Dort werden solche Dinge jeweils übermässig gespammt nachdem die Urheber schon längst den Spass daran verloren haben." Facebook hat noch nie Trends vorgegeben in meinen Augen!

  • Dayu am 17.02.2012 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    4-chan

    Die meisten Phänomene haben ihren Ursprung bei 4-chan. Die Dinger hier sind schon älter o.o

Die neusten Leser-Kommentare

  • chuck norris am 17.02.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    der neue trend: lustige bilder im inet

    man kann halt nicht bei den party bildern UND internet memes aktuell sein ^^ bleibt bei dem was ihr glaubt zu können. my 50 rappe

  • Dayu am 17.02.2012 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    4-chan

    Die meisten Phänomene haben ihren Ursprung bei 4-chan. Die Dinger hier sind schon älter o.o

  • R.S. am 17.02.2012 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hurr durr

    Interesannt wie sich das explosionsartig verbreitet hat, obwohl es solche sachen schon ewigkeiten gibt. Die Rageface Comics gibt es auch ewigkeiten, aber erst in letzer Zeit verbreiten sie sich extrem über soziale Netzwerke. Die Herkunft ist aber definitiv nicht Facebook, wohl viel eher 4chan, villeicht auch Reddit.

  • Marco B. am 17.02.2012 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    So long...

    Ich finds interessant wie 20min immer wieder Themen ausgräbt die nun wirklich nicht neu sind, nur weils jetz mal auf Facebook gelandet ist, schaut mal über euren Tellerrand...

  • Wahrheit und so? am 17.02.2012 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    bitte keine Nonsense Redaktion..

    "Diese öden Bilder haben den Ursprung definitiv nicht am 9. Februar bei irgend einem Facebook User. Das Zeug gibt es schon länger. Ausserdem hatte wohl noch nie ein Internet-Phänomen seinen Ursprung auf Facebook. Dort werden solche Dinge jeweils übermässig gespammt nachdem die Urheber schon längst den Spass daran verloren haben." Facebook hat noch nie Trends vorgegeben in meinen Augen!

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