Onlinedating-Umfrage

28. Juni 2013 08:31; Akt: 28.06.2013 09:06 Print

Wenns im Netz funkt, klappts im Bett besser

von Viktoria Weber - Einen Partner via Internet zu suchen, ist heute nichts Ungewöhnliches mehr. Die Erfolgsquote von über 50 Prozent gibt der Sache recht – und die Menge an ausgeschütteten Glückshormonen ebenso.

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Aktuell sind 27 Prozent der 6285 Befragten bei einer Online-Partnerbörse oder einem Flirt- und Datingportal angemeldet. Weitere 57 Prozent waren es mal. Als Vorteile von solchen Portalen nannten am meisten Personen die Tatsache, dass man vorab viele Informationen erhält, die einem verraten, ob man zusammen passen würde oder nicht. Das zweitstärkste Argument lautete: «Man kann auch als schüchterne Person Leute kennenlernen.» Problematisch dagegen ist laut 67 Prozent der Befragten die Tatsache, dass auf Online-Partnerbörsen viel gemogelt würde. Ein knappes Drittel gab ausserdem an, dass man viel Zeit zum Mailen verschwenden würde, um dann beim ersten Treffen festzustellen, dass es eh nicht funkt. Zu einer festen Beziehung kam aber dennoch bei der Mehrheit der Partnerbörsen-Nutzer: 42 Prozent hatten dieses Glück einmal, weitere 42 Prozent gleich mehrmals. Lediglich vier Prozent davon haben niemandem erzählt, dass sie ihren Partner im Internet kennengelernt haben. Weitere 17 Prozent haben es nur den engsten Verwandten oder Bekannten gebeichtet. Eine klare Mehrheit von zwei Dritteln hatte dagegen nie Probleme, dazu zu stehen, und ist von Anfang an offen damit umgegangen. Ein Viertel der Befragten gab an, dass Beziehungen, die im Internet entstehen, die glücklicheren sind. Nur jeder Fünfte behauptete das Gegenteil. Alle anderen hatten keine Vergleichsmöglichkeit oder gaben an, dass man das nicht so pauschal beantworten könne. Ausserdem sagten 29 Prozent der Befragten, dass online-basierte Partnerschaften diejenigen seien, die sie sexuell mehr zufriedenstellten. Nur halb so viele behaupteten das Gegenteil. Dass heute ein Grossteil der Befragten keinen Account mehr bei einem Dating-Portal hat, liegt vor allem daran, dass viele dort einen Partner gefunden haben (47 Pozent). 21 Prozent gaben an, dort nur komische Leute kennengelernt zu haben, 16 Prozent gaben nach einer erfolglosen Suche auf und 15 Prozent löschten den Account, weil sie schlechte Erfahrungen damit gemacht hatten. Jede zweite Personen, die heute keinen solchen Account mehr hat, könnte sich durchaus vorstellen, sich dennoch in Zukunft wieder einen zuzulegen. Anders sieht das bei denjenigen aus, die bisher noch nie bei einer Online-Partnerbörse angemeldet waren. Von ihnen könnten sich nur knapp 40 Prozent vorstellen, sich dort mal anzumelden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer bei der Partnersuche im «echten Leben» ins Stocken gerät oder die Auswahl an potenziellen Partnern im Ausgang als nicht ausreichend empfindet, versucht es heutzutage gerne im Internet. Das zeigt eine Umfrage von 20 Minuten und dem gfs.bern, an der 6285 Personen in der ganzen Schweiz teilgenommen haben. 84 Prozent der Befragten sind oder waren mal bei einer Online-Partnerbörse oder einem Flirt- und Datingportal registriert. In der Romandie ist dieser Anteil mit 91 Prozent besonders hoch, im Tessin mit 53 Prozent dagegen besonders niedrig.

Doch wie steht es um die Erfolgsquote der Online-Flirtereien? Über 90 Prozent der Personen, die über ein Dating-Portal mit Personen in E-Mail-Kontakt getreten sind, haben dann auch im echten Leben mindestens eine von ihnen getroffen. Mehr als die Hälfte von ihnen traf vier Personen oder mehr. Und es blieb nur selten beim simplen Treffen: 82 Prozent küssten mindestens eine Person, die sie im Internet kennengelernt hatten – bei knapp der Hälfte kam das sogar mehrmals vor. Und auch das ist noch nicht alles: Drei von vier haben mindestens einmal Sex mit einer Person gehabt, die sie über diesen Weg kennengelernt hatten.

Romands sind online am erfolgreichsten

Geht man davon aus, dass die Mehrheit der Partnerbörsen-Nutzer aber mehr als nur ein flottes Abenteuer – nämlich eine feste Beziehung – sucht, zeigt sich ebenfalls ein positives Ergebnis: Bei 42 Prozent der Betroffenen ist aus dem Online-Dating eine Beziehung entstanden, bei weiteren 19 Prozent sogar schon mehrmals. Am erfolgreichsten sind die Suchenden in der Romandie (69 Prozent), gefolgt von den italienischsprachigen Schweizern. Die Deutschsprachigen bilden das Schlusslicht. Ausserdem sind Frauen etwas erfolgreicher als Männer.

Was im Internet entsteht, scheint auch zu halten: Drei von fünf Beziehungen auf Basis des Webs haben heute noch Bestand, bei 18 Prozent kam es gar zur Eheschliessung. Diese hohe Erfolgsquote ist auch der Hauptgrund für das Abmelden bei den jeweiligen Portalen: Knapp die Hälfte der Personen, die heute keinen solchen Account mehr haben, nannten als Hauptgrund, dass sie nun in einer glücklichen Beziehung mit einer Internet-Bekanntschaft leben. 13 Prozent meldeten sich ab, weil sie doch noch im «echten Leben» einen Partner gefunden hatten.

«Es kommt nicht auf den Beginn der Beziehung an»

Auch ausserhalb von speziellen Kontaktplattformen finden Menschen im Internet zueinander: Knapp 40 Prozent der Umfrageteilnehmer haben schon mindestens einmal über Facebook und Co. jemanden kennengelernt – hier überwiegt die jüngere Altersgruppe der unter 30-Jährigen. Bei einem guten Viertel entstand daraus eine Liebesbeziehung. Doch welche Beziehungen sind die besseren? Ein Grossteil der Befragten gab an, dass man das so pauschal nicht vergleichen könne. Länger gehalten haben jedoch laut Aussagen der Befragten die Partnerschaften, die im «echten Leben» entstanden sind. Geht es darum, welche Beziehungen die glücklicheren sind, liegen diejenigen, die im Internet entstanden sind, leicht vorne.

Psychologe und Paartherapeut Dr. Klaus Heer bezweifelt, dass die eine oder andere Art von Beziehung per se länger hält oder glücklicher ist: «Es kommt überhaupt nicht darauf an, wie eine Beziehung beginnt. Der Start sagt gar nichts darüber aus, wie glücklich eine Beziehung ist oder wie diese verlaufen wird.» Beim Thema Sex ist das Ergebnis deutlicher: Hier nannten doppelt so viele Personen die im Internet entstandenen Partnerschaften als diejenigen, die sie sexuell mehr zufriedengestellt haben. «Das kann daran liegen, dass man am Anfang im Internet redseliger und offener ist. Man spricht vielleicht auch schon über Sex und tauscht sich länger aus, bis man sich dann wirklich trifft. Das kann die Fantasie anregen. Wenn man jemanden im Ausgang trifft und mit nach Hause nimmt, dann ist das nicht so. Dann hat man vielleicht Sex, obwohl verbal dazu nie etwas gelaufen ist. Dabei kann die verbale Ebene befeuernd wirken und zur sexuellen Glückseligkeit führen», so Heer.

Insgesamt gute Erfahrungen gesammelt

Die meistgenutzten Portale für die Partnersuche sind laut Befragung parship.ch und friendscout24.ch mit einem Anteil von je 30 Prozent, gefolgt von swissfriends.ch und badoo.com. 55 Prozent der Personen, die bei einem solchen Portal angemeldet sind oder waren, gaben an, insgesamt gute oder sehr gute Erfahrungen damit gemacht zu haben, wobei der Anteil in der italienischsprachigen Schweiz mit 60 Prozent und in der Romandie mit 58 Prozent überdurchschnittlich gross ist.

Weitere Ergebnisse finden Sie in der Bildstrecke oben und im vollständigen Bericht zur Studie (siehe Infobox).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomi Schneider am 28.06.2013 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    absolut Naiv

    wie blöd und erbärmlich muss man eigentlich sein!! denkt ihr lieben Damen etwa das wenn einer mit euch chatet,..nebenan nicht noch 20 andere chatfenster offen hat mit irgendwelchen Tussis ? und ihr glaub dann an wahre liebe !! wie naiv seid Ihr denn

    einklappen einklappen
  • Reto am 28.06.2013 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Frust als Lust

    Die Erfolgszahlen scheinen mir eher weniger glaubhaft. Ich war auch schon sowohl bei kostenlosen als auch bei kostenpflichtigen Partnerbörsen registriert. Meistens versandet der Mailverkehr schon nach sehr kurzer Zeit, man wird häufig angelogen und viele Suchenden meinen es mit einer Beziehung gar nicht ernst. Da die Erfahrungen negativ waren, habe ich mich bei allen Börsen abgemeldet. Im realen Leben habe ich deutlich mehr Erfolg, Kontakte zu Frauen zu knüpfen. Fazit: Singlebörsen im Internet sind für Partnersuchende, welche an einer entshaften Beziehung interessiert sind, wenig geeignet.

  • Carni am 28.06.2013 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung

    Schön und gut, aber könnte man die Werbung im TV mal auf ein Minimum zurückstellen? eDarling und weiss nicht was geht mir so enorm auf die Nerven...

Die neusten Leser-Kommentare

  • gute sache am 29.06.2013 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    wiso nicht ?!

    Soll doch jeder selber entscheiden wo er "auf die Suche" geht. Viele die sich negativ zu den Portalen äussern, haben es noch nie ausprobiert. Wie es sich auch anhört wenn man sagt: Ich habe meinen Partner/in im Internet kennen gelernt?! Ich finde die Reaktionen immer interessant. Bin mit meinem Partner seit 3 Jahren absolut glücklich und wir haben uns via einer solchen Plattform kennengelernt.

  • hans nötig am 28.06.2013 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    ich habe jahrelang nur online dating betrieben wegen komplexen und fehlendem selbstvertrauen, ich habe mein leben umgestellt, 30kg abgespeckt und vor 3 monaten mit pick up begonnen (nach 2 jahren einlesen), was soll ich sagen? ich finde es viel geiler im ausgang frauen zu treffen, wenn man(n) mal weiss wie die sache läuft ist es super easy, 2-5 dates pro ausgang zu "generieren" sind kein problem, klar die online erfahrungen haben auch geholfen, der vorteil im ausgang ist das wenn man charmant, hübsch und offen ist es absolut kein problem darstellt am morgen nicht zuhause zu erwachen :-)

  • marcel thalmann am 28.06.2013 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Zeichen dafür

    wie unfähig und verklemmt die heutige Gesellschaft ist. Anonym fast kein Anstand, auf der Strasse verklemmt und still. - Sagt man mal Hallo meinen einige schon sie werden bedrängt und schreien fast um Hilfe. Paradox. Redet mal ganz offen, redet auch mit "Fremden" dh, nicht nur mit neuen Leuten aus dem Bekanntenkreis. - Einfach nur auf nen Kaffee und Labern, wir sollen uns die Chance geben, wär um vieles angenehmer.

  • Thomi Schneider am 28.06.2013 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    absolut Naiv

    wie blöd und erbärmlich muss man eigentlich sein!! denkt ihr lieben Damen etwa das wenn einer mit euch chatet,..nebenan nicht noch 20 andere chatfenster offen hat mit irgendwelchen Tussis ? und ihr glaub dann an wahre liebe !! wie naiv seid Ihr denn

    • naive tussi am 28.06.2013 16:14 Report Diesen Beitrag melden

      JAA!

      ja, das glaube ich. Ich bin nämlich mit dem Mann noch zusammen, mit dem ich damals gechattet habe.

    • Thomas am 30.06.2013 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ja gibt noch andere

      Ja Schneiderlein es soll ja auch noch normale Männer geben. Nicht solche wie Du!

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  • s.s am 28.06.2013 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Internetsuche? Nein danke!!

    Auf solchen Seiten gibt es nur Abfall. sorry...

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