Arbeitsmarkt-Umfrage zeigt

12. November 2012 07:11; Akt: 12.11.2012 07:42 Print

Der Stellenabbau ist in vollem Gang

von Viktoria Weber - Seit Wochen jagen sich die Stellenabbau-Meldungen. Eine grosse Umfrage von 20 Minuten Online zeigt, dass bereits ein Drittel der Unternehmen in der Schweiz Leute entlassen hat.

Frage: Kam es in dem Unternehmen, in dem Sie angestellt sind, in diesem Jahr schon zu kündigungen aus wirtschaftlichen Gründen?
Quelle: 20 Minuten Online

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Stellenstreichungen, Kündigungswellen und Arbeitslosigkeit sind Themen, die derzeit die Medien beschäftigen und ganz Europa in Atem halten. Doch wie sieht es in der Schweiz aus? Bangt man hierzulande auch um seinen Job? Und wie schätzt man die eigene Situation auf dem Arbeitsmarkt ein? Um das herauszufinden, lancierte 20 Minuten Online eine Umfrage, an der insgesamt 5911 Personen teilgenommen haben.

Männliche Domänen stärker betroffen

91 Prozent der Befragten sind derzeit bei einem Unternehmen angestellt. Ein Drittel dieser Personengruppe gab an, dass es dieses Jahr in ihrem Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen zu Kündigungen gekommen ist (siehe Grafik oben). Dabei fällt auf, dass unter den männlichen Befragten die Quote etwas höher liegt (35 Prozent) als bei den Frauen (29 Prozent).

Ein Blick auf die unterschiedlichen Berufsfelder liefert eine mögliche Erklärung. Denn in den folgenden Branchen kam es laut Aussagen der Befragten häufiger zu Kündigungen: Banken (62 Prozent), Chemie/Pharma/Biotechnologie (47 Prozent), Grafik/Typologie/Druck (41 Prozent) und Informatik/Telekommunikation (41 Prozent). Während laut Umfrage Frauen und Männer in den ersten drei Branchen etwa zu gleichen Teilen arbeiten, ist bei der Letztgenannten der Unterschied sehr gross: 22 Prozent der männlichen Befragten arbeiten im Bereich Informatik/Telekommunikation – bei den weiblichen Befragten sind es lediglich 8 Prozent.

Auffallend gering fällt dagegen die Kündigungsquote in Bereich Bildung/Pädagogik/Soziales aus. Dort gaben lediglich 10 Prozent an, dass es in diesem Jahr aus wirtschaftlichen Gründung zu Kündigungen kam. In dieser Branche arbeiten wiederum mehr Frauen (7 Prozent) als Männer (2 Prozent).

Angst um die eigene Stelle

Doch die Kündigungswelle scheint noch nicht beendet zu sein. Mehr als ein Viertel der befragten Angestellten gab an, dass für die Zukunft weitere Kündigungen angekündigt wurden: Bei 12 Prozent steht dies schon fest, bei 16 Prozent steht es immerhin im Raum. Auch hier liegen die Werte bei den männlichen Befragten wieder leicht höher als bei den weiblichen.

Die Angst, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, ist unter den männlichen Befragten ebenfalls leicht höher als bei den Frauen: Überhaupt keine Sorgen darüber machen sich durchschnittlich 44 Prozent aller Befragten. Ein Viertel der Männer gibt an, sich «ziemlich Sorgen» zu machen oder sogar «grosse Angst» zu haben. Bei den Frauen liegt dieser Anteil lediglich bei einem guten Fünftel.

Frage an alle Angestellten: Wie gross ist Ihre Angst um Ihren Arbeitsplatz?
Quelle: 20 Minuten Online

Umgekehrt sieht es wiederum bei der persönlichen Selbsteinschätzung aus: Die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt – unabhängig davon, ob man gerade einen Job sucht oder nicht – bewerten die männlichen Befragten deutlich positiver als die weiblichen. 44 Prozent der Männer sind der Meinung, gute Chancen zu haben und zeigen sich damit optimistisch. Unter den Frauen liegt der Wert lediglich bei 38 Prozent. Wirklich schlecht bewerten dagegen nur 5 Prozent aller Befragten ihre Chancen.

Über ein Jahr auf Jobsuche

5 Prozent der Befragten gaben an, gerade arbeitssuchend zu sein. Eine deutliche Mehrheit dieser Gruppe (42 Prozent) ist allerdings noch nicht länger als drei Monate auf Jobsuche. Ein Viertel sucht seit 3 bis 6 Monaten eine neue Stelle. Wirken diese Werte noch recht vielversprechend, so gibt es dennoch eine Kehrseite der Medaille: Denn jeder fünfte befragte Arbeitslose ist bereits seit über einem Jahr oder sogar seit über 2 Jahren auf Jobsuche.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Third Life am 13.11.2012 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo Lukas

    ich weiss leider nicht genau was du aussagen wolltest. Kannst du das nochmal erklären ?

  • Lukas Wetzler am 13.11.2012 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    @Third Live

    Also kurz gesagt, die Person, die dementsprechend den Mindestlohn fordert, wird erst gar nicht angestellt. Es wird sich also schon irgendwie einen "Dummen" finden, der für weniger Lohn die gleiche Arbeit verrichtet. Und wo kein Kläger, da kein Richter.

  • Third Life am 13.11.2012 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Immer das Gejammer

    und dazu noch Unfug a la geheime Abkommen der Deutschen in der Informatik. So einen Blödsinn...dass man sich nicht schämt dafür ? Jemand der so einen Unsinn verzapft den würd ich auch nicht einstellen. Bei uns im Unternehmen arbeiten viele Schweizer sogar für weniger Geld als manch Deutscher. Alles Verhandlungssache/Leistungssache und wer hierbei versagt braucht im Nachhinein auch nicht darüber meckern. Ich glaube hier überschätzen einige ihre Möglichkeiten, respektive Fähigkeiten.

  • ein Visionär am 13.11.2012 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    die Schweiz schafft sich ab...

    Nachdem die Arbeitslosenquote immer mit ca. 3% angege-ben wird, hier nun die Wahrheit (s. o.). Die echte Arbeits-losenzahl liegt inkl. der Ausgesteuerten (meist Ü50), die sich in einer Massnahme bei der RAV Befindlichen, Stellen auf Abruf und Teilzeit bei ca. 7%! Leider sagen die Zahlen nichts über die real gesunkenen Löhne aus (u. a. Lohndum-ping). Dank der von der Mitte/Links vertretenen Perso-nenfreizügigkeit und falser AL-Zahlen sind wir in eine Verdrängung auf dem Arbeitsmarkt geraten. Von dieser Politik profitieren nur die Arbeitgeber und die sowieso schon reichen Elite.

  • von mir am 12.11.2012 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    klar doch

    Na klar, in Zukunft werden wir bis 70 arbeiten. Ab 45 gehört man zwar zum alten Eisen, ab 58 wird man Frühpensioniert und die Jugend hat zu wenig Erfahrung. Schön, dass wir wenigsten noch die Grenzgänzer und Zuwanderer haben

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