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Umfrage
09. Februar 2010 15:56; Akt: 10.02.2010 17:43 Print
Jede Fünfte war schon ungewollt schwanger
von Franziska Voegeli - Rund 60 Prozent der betroffenen Frauen haben sich nach einer ungewollten Schwangerschaft für eine Abtreibung entschieden, wie eine Umfrage zeigt. Ob eine Selbstzahlpflicht für Abtreibungen daran etwas ändert, ist mehr als fraglich.

Ungewollt schwanger, was nun? (Bild: Colourbox.com)
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Eine Initiative aus christlich-konservativen Kreisen fordert, dass Abtreibungen nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt werden, sondern von den Betroffenen selber. Viele User von 20 Minuten Online waren damit gar nicht einverstanden. Ein Kind einer finanziell schlecht gestellten Familie koste den Staat viel mehr als eine Abtreibung. Daher sollten die Kosten einer Abtreibung kein Hindernis darstellen und von der Krankenkasse übernommen werden. Doch es gab auch andere Stimmen: Wer zur Verhütung nicht fähig sei, soll auch selber für die Folgen aufkommen.
An der nicht repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online nahmen 2363 User teil, darunter 1115 Männer und 1248 Frauen.Oftmals nicht an Verhütung gedacht
Und tatsächlich: Eine Umfrage von 20 Minuten Online unter 2363 Usern zeigt, dass oftmals nicht verhütet wurde und es deshalb zu einer ungewollten Schwangerschaft kam. Geplatzte Kondome, vergessene Anti-Baby-Pillen oder falsche Zyklusberechnungen sind im Vergleich wesentlich seltener.
Christine Sieber, Beraterin und Sexualpädagogin im Zentrum für Familienplanung am Inselspital Bern, konnte diese Resultate anhand von Statistiken aus dem Kanton Bern bestätigen. «Daraus geht hervor, dass 40 Prozent der ungewollten Schwangerschaften entstanden, weil keine Verhütungsmethode angewendet wurde.»
Doch «nicht verhütet» heisse in der Praxis nicht immer, dass keine Verhütungsmethode angewandt wurde. Viele Menschen würden zum Beispiel eine Zyklusberechnung nicht als Verhütungsmethode betrachten. «Wird nicht verhütet, haben die Betroffenen oft ein schlechtes Gewissen. Manchmal kann sich auch ein Gewaltverbrechen dahinter verbergen , oder die Schwangerschaft war ursprünglich erwünscht oder geplant», so Sieber.
«Jede Frau sollte selber entscheiden»
Abtreiben oder nicht, Eltern werden oder nicht: Das ist eine Entscheidung von grosser Tragweite. Eine Entscheidung, der sich laut der Umfrage jede fünfte Frau schon einmal stellen musste. Rund sechzig Prozent entschieden sich für eine Abtreibung.
Doch was bewog die anderen vierzig Prozent dazu, sich für das Kind zu entscheiden? Bei der Hälfte hat schlussendlich die Freude übers Elternwerden überwogen. Bei einem kleineren Prozentsatz, rund 16 Prozent, gaben moralische Gründe den Ausschlag – sie empfanden einen Eingriff als untragbar, da es sich bei einer Abtreibung um Mord handle.
Trotz unterschiedlichen moralischen Massstäben findet fast die Hälfte, dass das jede Frau selber entscheiden sollte. Was in der Schweiz auch der Fristenregelung entspricht. Diese besagt, dass der Entscheid über Abbrechen oder Austragen der Schwangerschaft in den ersten 12 Wochen allein bei der Frau liegt.
Zu jung, um Mutter zu sein
Als Grund für eine Abtreibung wird oftmals das Alter der Frauen angegeben. 27 Prozent fühlten sich einfach noch zu jung, für 31 Prozent war es nicht der richtige Zeitpunkt. Unabhängig vom Alter, der Entschluss zu einer Abtreibung bleibt schwierig. Nur gerade ein Drittel der Teilnehmer gab an, es sei zwar eine schwere, aber trotz allem klare Entscheidung gewesen. Bei 60 Prozent der Frauen wurde diese zusammen mit dem Erzeuger getroffen. «Zum Beratungsgespräch erscheinen die Frauen aber meistens allein, nur etwa ein Viertel wird vom Partner oder von den Eltern begleitet», sagt Sexualpädagogin Sieber.
Täglich suchen mehrere Frauen die kostenlose Familienplanungsstelle im Inselspital Bern auf. Sie wollen entweder eine Entscheidung treffen oder - und dies ist mehrheitlich der Fall - sich nach den konkreten Schritten zum Schwangerschaftsabbruch erkundigen. Gerade bei jungen Frauen führt der Gedanke an die Meinung der Eltern zu zusätzlichem Druck. Als Beraterin versucht Christine Sieber vor allem bei den unter 16-Jährigen auf jeden Fall, die Eltern miteinzubeziehen. «Es kann aber auch eine andere erwachsene Bezugsperson sein, wie zum Beispiel eine Lehrerin, eine Nachbarin oder die ältere Schwester.»
Falls der Miteinbezug der Eltern schlimme Folgen für die junge Frau hätte, kennen die Berater des Inselspitals Bern Möglichkeiten. «Die Krankenkasse findet in solchen Fällen eigentlich immer eine Lösung.» Der Eingriff werde dann so abgerechnet, dass die Eltern nichts von der Abtreibung erfahren.
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Alle 56 Kommentare




























WAS IM LEBEN RICHTIG IST
ich glaube jeder weis welche entscheidung die RICHTIGE ist den es gibt weder FALSCH noch RICHTIGE entscheidungen man sollte nicht auf andere hörn sondern nur auf sein HERZ
Zur Adoption frei geben ?!
Es gibt immer noch andere Alternativen, Freigabe zur Adoption. Es gehören immer 2 dazu, dass ein Kind entsteht. Wenn Abtreibung, sollten beide gerade stehen, vorallem finanziell. Das Wort Abtreibung wird viel zu schnell in den Mund genommen, aber was nachher kommt, die psychischen Belastungen, von dem redet niemand. Wenn es aus med.Gründen nötig ist, soll es die KK übernehem, ansonsten soll man selbst bezahlen. Pille muss die KK bezahlen.
@Anton Knobloch
Eine Schwangerschaft hat wohl kaum etwas mit Gott zu tun, wohl eher mit Biologie und Fortpflanzung! Wieso kommen immer alle mit diesem "Gott" wenns um solche Themen geht? Vielleicht wegen fehlenden RICHTIGEN Argumenten?