Meine Geschichte

27. Februar 2015 08:43; Akt: 20.05.2015 12:06 Print

«An einem Sonntag brach unsere Welt zusammen»

Die 20-Minuten-Leser erzählen ihre Geschichten. Den Anfang macht Vanissa, die sich ihrer Liebe zu Sacha erst bewusst wurde, als sie ihn fast verlor.

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«Am 19. Oktober 2014 brach unsere Welt zusammen. Bis zu diesem Moment waren Sacha und ich normale junge Menschen und enge Freunde. Ich wohnte bei ihm und seiner Familie, weil ich wegen meiner unregelmässigen Arbeitszeiten nicht pendeln konnte. Meine damalige Beziehung war schwierig, aber Sacha war immer für mich da. Mit der Zeit wurden die Probleme mit meinem Freund immer grösser und mir war klar, dass ich die schönsten Momente nicht mit ihm, sondern mit Sacha verbrachte. Aber ich konnte mich nicht aus der Beziehung lösen.

Doch es war Sacha, der mich zum Lachen brachte, er war für mich da, wenn ich ihn brauchte und er teilte meine grosse Leidenschaft: das Motorradfahren. Ich spürte, wie meine Gefühle für ihn über eine Freundschaft hinauswuchsen.

Die Nachricht, dass sein linkes Bein amputiert werden musste, erschütterte mich bis ins Mark

Dann aber, an diesem einen Sonntag im Oktober, änderte sich alles: Als ich am Abend heimkam, stellte ich verwundert fest, dass Sachas Motorrad nicht wie immer vor der Haustür stand. Als ich reinging, kam mir sein Bruder mit verweinten Augen entgegen: ‹Sacha hatte einen schweren Unfall!› Ich nahm sofort ein Taxi zum Spital und rannte, dort angekommen, zum Schalter. ‹Sind Sie eine Angehörige?›, fragte mich die Empfangsdame. ‹Ja, ich bin seine Freundin›, rief ich. Die Worte fühlten sich so natürlich an, dass ich erschrak.

Im Krankenhaus teilte man mir mit, dass Sacha immer noch operiert würde. Ich solle am nächsten Morgen wiederkommen. Zurück bei seiner Familie erfuhr ich, dass Sacha bei dem Unfall sein linkes Bein verloren hatte. Diese Nachricht erschütterte mich bis ins Mark. Er war noch am Unfallort in ein künstliches Koma versetzt worden und blieb fünf Tage in seinem Tiefschlaf. Es war die Hölle. In jeder freien Sekunde wartete ich vor der Station und hoffte, wenigstens ein paar Minuten zu ihm zu dürfen.

Als ich endlich zu ihm konnte, zitterten meine Beine

Ich hatte mich endlich von meinem Freund getrennt, denn mir wurde erst jetzt richtig bewusst, dass ich für die Person da sein wollte, die in den letzten Monaten immer an meiner Seite gewesen war: Sacha.

Dann kam die ersehnte Nachricht: Sacha war aufgewacht. Zitternd vor Aufregung wartete ich darauf, endlich zu ihm zu dürfen. Als der Moment kam, versagten mir beinahe die Beine. Ich lief auf sein Bett zu und er sah mir endlich wieder in die Augen. Wir nahmen uns an der Hand, küssten uns sacht und sprachen jene drei Worte aus, die wir uns schon lange hatten sagen wollten: ‹Ich liebe dich!›»

(bsg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • viel glück am 27.02.2015 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    pipi in den augen

    nein nein ich hab nur eine wimper im auge..

  • Bina am 27.02.2015 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    wow...

    echt schön und gleichzeitig traurig... ich wünsch euch beide nur das Beste!!

  • Claudio Stoner am 27.02.2015 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Story

    Eine sehr rührende Geschichte die zeigt, dass auch schlimme Momente zwei Person noch näher zusammenschweissen können. Ich wünsche den beiden nur das Beste und viel Energy für ihren weiteren Weg.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Robi Tanslin am 28.02.2015 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Märlii

    Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute... :)

  • Verlassener am 28.02.2015 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 seiten

    Wie es dem verlassenen freund geht, ist ja egal. Hauptsache sie ist jetzt glücklich.

  • Anton am 28.02.2015 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sentimental

    Bin nicht sentimental. Muss aber sagen, die Geschichte hat mich berührt. Wünsche beiden alles Gute.

  • a s am 28.02.2015 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    süsses paar

    ich wünsche den beiden alles alles gute für die zukunft!

  • Schlagerfan am 28.02.2015 01:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fange nie mehr was an einem Sonntag

    Es war ein Sonntagmorgen und ein Regenbogen sagte mir, das wird ein schöner Tag für dich. Als es Mittag wurde und kein Tommy kam, verlor die Sonne ihren Glanz für mich. Bis zum Abend sass ich, denn der Sonntag sollte unser schönster Tag im Leben sein. Doch dann kamen sie, und sie sagten mir: "Dein Tommy kommt nie mehr heim." Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an, weil ein Sonntag mir meinen Glauben nahm. Liegt ein Sinn darin, ich werd es nie verstehn, denn das Leben wird immer weiter gehn. (Monica Morell)

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