Grosse Umfrage

05. Dezember 2012 09:30; Akt: 05.12.2012 09:40 Print

Kind und Karriere? Geht nicht!

von Viktoria Weber - Die Mehrheit der 20-Minuten-Online-User befürwortet gleiche Karriere-Chancen für Männer und Frauen. Dennoch lebt das klassische Rollenmodell weiter.

Für einen nicht ganz unbeachtlichen Anteil der Umfrageteilnehmer muss sich Frau zwischen Kind und Karriere entscheiden.

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Frauen kümmern sich um Kinder und Haushalt, Männer bringen das Geld nach Hause. So sah das klassische Familienmodell früher aus. Inzwischen hat sich einiges getan. Immer mehr Frauen streben ebenfalls eine Karriere an, mit einer Frauenquote sollen mehr weibliche Mitarbeiterinnen in Führungspositionen gebracht werden. Doch wird mit dem alten Modell tatsächlich gebrochen? Um das herauszufinden, lancierte 20 Minuten Online eine Umfrage, an der 4046 Personen teilgenommen haben.

Eine deutliche Mehrheit der Umfrageteilnehmer befürwortet, dass Frauen Karriere machen: 58 Prozent der männlichen Befragten geben an, dass Frauen gleiche Karriere-Chancen haben sollten wie Männer, unter den weiblichen Befragten waren es sogar 74 Prozent. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

«Männer bringen das Geld, Frauen hüten die Kinder»

Auf der anderen Seite steht mehr als ein Fünftel der Frauen, die angeben, dass Frauen nur dann Karriere machen sollen, wenn sie keine Kinder bekommen, da diese sonst nur darunter leiden würden. Unter den männlichen Befragten gaben mehr als ein Viertel diese Antwort. Weitere 14 Prozent der Männer halten sogar strikt an der alten Rollenverteilung fest und finden: «Männer bringen das Geld, Frauen hüten die Kinder.»

36 Prozent aller Umfrageteilnehmer gaben an, Kinder zu haben und berichteten über ihre persönliche Situation: Bei 54 Prozent der Männer - und damit einer deutlichen Mehrheit - arbeitet die Partnerin nicht, da sie sich um die Kinder kümmert. Nur der Mann bringt das Geld nach Hause. Bei einem knappen Drittel der weiblichen Befragten sieht es genauso aus: Auch da geht nur der Mann arbeiten, die Frau bleibt zu Hause. Weitere 15 Prozent der Frauen sind alleinerziehend. Alleinerziehende Väter waren in der Umfrage kaum vertreten (knappe 2 Prozent).

Männer wollen den Job nicht an den Nagel hängen

Unter den Befragten, die später mal Kinder haben wollen (82 Prozent), herrscht - zumindest bei dem, was man sich für die Zukunft wünscht - etwas mehr Gleichberechtigung: 66 Prozent der Frauen und 55 Prozent der Männer streben an, dass beide Elternteile sich gleichermassen um das Kind kümmern sollen. Doch auch hier gibt es einen recht beachtlichen Anteil, der in alten Mustern denkt: Für ein Fünftel der Frauen und ein gutes Viertel der Männer gibt es auf die Frage, wer sich um die Kinder kümmern soll, nur eine Antwort: Die Frau natürlich!

Diese Frage wurde den Personen gestellt, die noch keine eigenen Kinder haben, sich aber welche wünschen.
Quelle: 20 Minuten Online

Die Bereitschaft, den Job für die Kinder aufzugeben, ist auch nicht bei allen Elternteilen gleich gross. Jeder sechste Mann möchte immer Vollzeit arbeiten können. Bei den Frauen ist dieser Anteil mit gerade mal 4 Prozent deutlich niedriger. Ganz und gar auf das Arbeiten und die Karriere verzichten und sich ausschliesslich der Kindererziehung widmen würde jeder zehnte Umfrageteilnehmer - überraschenderweise gaben Frauen und Männer zu fast gleichen Teilen diese Antwort.

Dass Frauen sich zwischen Kindern und Karriere entscheiden müssen, zeigt auch folgendes Ergebnis: Unter den weiblichen Befragten, die sich keine Kinder wünschen, lautet einer der Hauptgründe: «Weil das nicht mit meiner Karriere zu vereinbaren ist.» 28 Prozent nannten diese Antwort. Bei den männlichen Befragten wählten lediglich 18 Prozent diese Aussage als Argument gegen eigene Kinder.

Frage: Könnten Sie sich vorstellen, nicht mehr zu arbeiten und sich ausschliesslich um die Kinder zu kümmern?
Quelle: 20 Minuten Online

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • thomi am 05.12.2012 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehr wahr

    Mit Ihrem beitrag erübrigen sich weitere kommentare. danke.

  • Henry Müller Lenzburg am 05.12.2012 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kind und Karriere = Egoistisch

    Von mir aus gesehen muss man entweder auf Kind oder Karriere verzichten. Alles andere ist nur egoistisch. Nur ein Kind haben, aber es fremdbetreuen lassen ist auch keine Lösung. Wenn ich einen Hund haben möchte muss ich auch Zeit für ihn haben und gebe ihn nicht ins Tierheim. Leider wird ein Kind haben, aber auf nichts verzichten wollen von den Medien und Linken als modern und erstrebenswert propagiert.

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  • Thomas am 05.12.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht..wenn..

    die Voraussetzungen geschaffen sind und die Frau das auch will. Meine Mutter hat beides geschafft. Job, Babypause, Wiedereintritt in den Job, mich grossziehen. Dazu muss man allerdings wirklich sagen, dass seitens des Staates genug getan wurde, dass das auch funktionieren konnte. Die Kinderversorgung war gewährleistet, Ganztagsschulen, Hort etc. Wir "Kinder des Ostens" waren nie alleine während die Eltern arbeiten waren. Im Gegenteil, es wurde uns sehr früh recht hohe Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Selbstständigkeit anerzogen. Ich bin froh drüber.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sunshine76 am 12.12.2012 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kita und soziale Kontakte

    Ich bin dafür, dass Frau und Mutter einen Ausgleich haben sollten. Sei dies nun beruflich oder hobbymässig denn Hausfrau un Mutter ist ein Knochenjob. Auch ich bin kein Fan von Kitas, wenn es sich aber nicht vermeiden lässt (soziale Verhältnisse zbsp.) und keine Möglichkeiten das/die Kinder unterzubringen, ist dies eine gute (allerdings auch teure)Alternative. Was ich nicht verstehe sind solche Aussagen dass ein Kind altersgleiche Kinder braucht etc. - sorry, mit spätestens 5J. gehen die Kids in den Kiga und danach haben sie fürs Leben lang soziale Kontakte...

  • LoLa am 07.12.2012 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tzzz..

    Ich finde die ganze Thematik um Kind und Karriere ein wenig lächerlich. Ich finde es auch traurig, dass es immer noch soviele Leute gibt, die dagegen sind, dass die Frau nach der Geburt wieder arbeiten geht! Wo bleibt den da die Emanzipation? In Frankreich ist es gang und gäbe, das die Kinder die ganze Arbeitswoche in der Kita sind und Frauen arbeiten gehen!!

  • LoLa am 07.12.2012 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kitas

    An all die, die so schlecht über Kitas schreiben: Die heutigen Kitas geben sich wirklich grosse Mühe und meine Kleine geht auch sehr gerne hin. Früher gab es auch noch mehr Kinder in der Familie und entsprechend Austausch unter den Kids. Heute hat man im Durchschnitt höchstens zwei Kinder. Ich finde es eher asozial, wenn man das (Einzel)-Kind den ganzen Tag nur bei der Mutter sitzen lässt. Kinder brauchen Kinder und diesen Austausch haben sie in einer Kita.

  • Jerome De Havilland am 05.12.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schwangerschaft seit neuem Schicksals.

    Vor kurzem sah ich eine Sendung im Schweizer TV. Dort wurde eine Schwangerschaft von einer normalen Frau als "schwerer Schicksalschlag" bezeichnet. Ich und mein Bruder waren schwerstens schockiert als wir dies hörten bzw. sahen. Heutzutage ist eine Schwangerschaft ein Schicksalsschlag oder wie? Krank wie diese Welt verkommt. Wie kann man Karriere vor Familie ziehen? Das ist doch traurig.

  • Manfred am 05.12.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Verursacherprinzip

    Der der das Kind wollte, soll zuhause bleiben. Ich habe das in meinem Umfeld schon oft erlebt dass der Mann von der Partnerin fast dazu erpresst wurde Kinder zu kriegen ("Entweder Kinder oder ich suche mir einen anderen"). Wenn der Kinderwunsch derart einseitig ist, sollte auch der, der das durchgesetzt hat auf die Kinder aufpassen.

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