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Umfrage
02. Dezember 2010 09:32; Akt: 02.12.2010 12:57 Print
Kreuz ja, Kopftuch nein
von Daniel Huber - Das Kreuz gehört für eine Mehrheit der User von 20 Minuten Online ins Klassenzimmer. Gleichzeitig befürworten sie die Trennung von Kirche und Staat.
Religiöses Hoheitszeichen: Kruzifix im Klassenzimmer (Bild: Keystone/AP/Frank Boxler)
Erst vor kurzem sorgte im luzernischen Triengen ein Streit ums Kruzifix für unschöne Schlagzeilen: Ein deutscher Freidenker, der sich gegen Kreuze in den Schulzimmern gewehrt hatte, verliess nach Morddrohungen die Schweiz. Dabei hält ein Bundesgerichtsurteil von 1990 fest, dass Kruzifixe in Schulzimmern gegen die verfassungsmässig vorgeschriebene Neutralität der öffentlichen Schule verstossen.
Infografik Religionen in der SchweizWeltreligionenVom Hidschab zur BurkaDas Burkaverbot in Europa Video
Morddrohungen gegen Kruzifix-Gegner
Ergebnisse der Umfrage
An der nicht repräsentativen Web-Umfrage von 20 Minuten Online haben sich insgesamt 5504 Internetnutzer beteiligt. Davon waren 4188 männlich und 1316 weiblich. Die Umfrage war vom 11. bis zum 30. November online. Die detaillierten Resultate finden Sie hier.
Am Kreuz scheiden sich die Geister; dies zeigt sich auch in der Umfrage von
Für die Trennung von Kirche und Staat
Anders sieht es da bei den Konfessionslosen oder den Angehörigen von nicht-christlichen Religionen aus. Diese beiden Gruppen haben sich am ehesten für die Aussage «Religiöse Symbole haben in Schulzimmern nichts verloren» entschieden; allerdings in unterschiedlicher Deutlichkeit: Während sich
Obwohl die Mehrheit der Teilnehmer zumindest nominell einem christlichen Glaubensbekenntnis folgt
Zwischen dieser klaren Befürwortung der Trennung von Kirche und Staat und der von vielen geteilten Auffassung, Kreuze gehörten ins Schulzimmer, weil wir in einem überwiegend christlichen Land leben, klafft ein gewisser Widerspruch. Möglicherweise ist sich nicht jeder im Klaren darüber, welche Folgen die konsequente Trennung von Kirche und Staat nach sich ziehen würde. Derzeit ist die Frage, dem Artikel 72 der Bundesverfassung folgend, kantonal geregelt. Einzig die welschen Kantone Genf und Neuenburg kennen die Trennung von Kirche und Staat, in allen anderen Kantonen gibt es eine staatliche Kirchenhoheit. So zieht der Staat beispielsweise die Steuern für die Kirchen ein.
Für das Kreuz – gegen das Kopftuch
Das Kreuz, das im Schulzimmer gewissermassen als Hoheitszeichen der christlichen Religion wirkt, ist eine Sache. Eine andere ist das Kreuz, das von einer Schülerin oder einem Schüler als Anhänger, als Schmuckstück getragen wird – hier ist es eine private Angelegenheit. Als Symbol verweist es indes auf ähnliche Weise auf die religiöse Identität seines Trägers, wie eine Kippa dies bei einem jüdischen Schüler oder ein Kopftuch bei einer muslimischen Schülerin tut.
Das Resultat ist eindeutig: Nur gerade
Spitzfindiges Argument
Beim Kruzifix-Knatsch in Triengen fand die Schulbehörde übrigens eine – je nach Standpunkt bauernschlaue oder salomonische – Lösung, um dem Urteil des Bundesgerichts Genüge zu tun und dennoch die Kirche im Dorf, beziehungsweise das Kreuz im Klassenzimmer zu lassen: Sie behauptete einfach, das Bundesgericht habe nur Kruzifixe verboten, nicht aber schlichte Kreuze ohne die Figur des leidenden Christus. Die Umfrage-Teilnehmer wollten diesem doch etwas spitzfindigen Argument mehrheitlich nicht folgen:
Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.
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Alle 224 Kommentare





























KRUZIFIX IM SCHULZIMMER..
man könnte dem jesus am kreuze ein kleines kopftuch umbinden und allen wären zufrieden.und in triengen wäre die welt wieder in ordnung.
und der kopf?
kreuztuch ja kopf nein!
Das Kreuz steht nicht nurfür den Glauben
Der christliche Glaube der in der westlichen Kultur überwiegt, hat unsere Gesellschaft geprägt. Von unseren Vorfahren, die noch anders geglaubt haben als wir, haben wir unsere Wertvorstellungen von Familie, Ehe und gutem Benehmen, den Respekt voreinander und auch einige unserer Gesetze (einige der 10 Gebote sind Grundlage für das Rechtssystem und Strafen, z.B. Mord, Diebstahl.....) Religionsfreiheit ja, aber es muss auch nicht im Klassenzimmer sein. Dagegen würde ich protestieren, wenn die Kreuze in Spitälern aus den Krankenzimmern genommen würden!
Die Schweiz ein christliches Land
Ich wage zu bezweifeln, dass die 10 Gebote wirklich Grundlage eines Verbotes von Mord und Diebstahl sind. Wenn dem aber so ist, dann ist sogar die Volksrepublik China ein christliches Land. Und wenn man bedenkt, dass in manchen islamischen Ländern auf ehebruch noch die Todesstrafe steht (was sich auch aus den 10 Geboten ableitet), müsste man zu dem Schluss kommen, dass diese Länder christlicher sind als die Schweiz.