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«Rauswurf war berechtigt»
22. November 2012 07:55; Akt: 22.11.2012 09:15 Print
Mehrheit will Mörgeli nicht mehr an Uni sehen
von Olaf Kunz - Vernichtendes Urteil für Christoph Mörgeli: 57 Prozent der 20-Minuten-Online-Leser fänden es untragbar, wenn der Ex-Leiter des Medizinhistorischen Museums an die Uni zurückkehren würde.
So antworteten die Leser auf die Frage: «Finden Sie es richtig, dass die Misstände am Medizinhistorischen Museum der Universität Zürich öffentlich wurden?»
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Die Entlassung von Christoph Mörgeli als Leiter des Medizinhistorischen Museums sei vor allem eine logische Konsequenz fachlicher Defizite: 60 Prozent der Leser sind der Meinung, dass es ihm an fachlichen Fähigkeiten mangelt oder dass es durchaus bessere Kandidaten für dieses Amt gibt. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online, an der sich 3876 Internetnutzer beteiligten.
Eckdaten zur UmfrageDie Online-Befragung wurde am 20. November, um 17 Uhr aufgeschaltet und war bis am 21. November, 12.30 Uhr, aufrufbar. 3876 Internetnutzer haben sich daran beteiligt. 24 Prozent der Befragten sind weiblich, 76 Prozent männlich.
Es haben sich erstaunlich viele ältere Personen an der Umfrage beteiligt. So sind 20 Prozent zwischen 50 und 60 Jahren und 25 Prozent über 60 Jahre alt. Der Anteil der unter 30-Jährigen liegt bei knapp über 15 Prozent.
Alle Ergebnisse der Umfrage gibt es hier >>
Ausserdem kommt es für 57 Prozent der Befragten überhaupt nicht in Frage, dass er je wieder auf den Chefsessel zurückkehrt. Nach Ansicht der Mehrheit wäre das nach den bekannt gewordenen Berichten über die Zustände der Exponate völlig falsch. Was die Umstände des Falls und eine mögliche Strafverfolgung angeht, sind die Meinungen widersprüchlich.
Mitarbeiter müssen Konsequenzen tragen
Dass die Missstände im Museum öffentlich wurden, wird überwiegend als gut bewertet. «Die Bevölkerung hat ein Reicht darauf, über solche Dinge informiert zu werden» – diese Meinung vertreten 60 Prozent. Rund ein Drittel findet, dass dies Sache des Instituts ist. Weitere acht Prozent interessiert das alles überhaupt nicht oder ist unsicher.
Dem entgegen steht die Forderung von 58 Prozent der Internetnutzer. Sie bestehen darauf, dass die Instituts-Mitarbeiter, die die internen Berichte publik gemacht haben sollen, zur Rechenschaft gezogen werden. Offenbar ist ihnen das Amtsgeheimnis heilig, auch wenn noch nicht feststeht, ob dieses durch die Publikation überhaupt verletzt wurde. 36 Prozent sind der Ansicht «es ist richtig, dass die Öffentlichkeit von den Zuständen erfahren hat».
Schwierig hingegen wird die Rolle des ermittelnden Staatsanwalts, Andrej Gnehm, wahrgenommen. Als SVP-Mitglied wird seine Arbeit in dem vorliegenden Fall kritisch beäugt. Für 27 Prozent ist die Mitgliedschaft in der Partei, der auch Mörgeli angehört, fragwürdig. Weitere 34 Prozent unterstellen ihm gar Befangenheit. Oder wie in einem Kommentar der WOZ spitz gefragt wird: «Wenn Mörgeli von politischem Komplott redet, meint er damit, dass Staatsanwalt Gnehm SVP-Mitglied ist?» Lediglich 38 Prozent glauben, dass Gnehm ausschliesslich seinem Amt verpflichtet ist.
Mörgeli nie und nimmer ein Uni-Rektor
Dass Christoph Mörgeli das Zeug zum Rektor der Universität Zürich hat und ein probater Kandidat wäre, wird ihm von 22 Prozent bescheinigt. 11 Prozent könnten ihn sich in dieser Rolle vorstellen, glauben aber, dass es durchaus bessere Kandidaten gibt. 63 Prozent hingegen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen: «Er wäre denkbar ungeeignet», so die Meinung der Mehrheit.
Überhaupt sind zwei Drittel der Leser überzeugt, dass politische Ämter und leitende Funktionen an Schweizer Hochschulen nicht vereinbar sind. Die Wissenschaft dürfe nicht zum Spielball der Politik werden, so die vorherrschende Meinung.
Ungewolltes Marketing für das Museum
Immerhin hat die ganze Posse auch ihr Gutes: Rund ein Viertel der Umfrageteilnehmer hat bis zum Zeitpunkt der Medienberichte über die Zustände noch nie etwas vom Medizinhistorischen Institut gehört oder dieses nicht wirklich wahrgenommen. Das hat sich im Zuge des Rausschmisses von Christoph Mörgeli und all den Folgeereignissen grundlegend geändert. Der Bekanntheitsgrad ist – zumindest unter den Befragten – auf quasi 100 Prozent angestiegen.
Ich bin auch der Meinung, dass wir nichts über seine persönliche, fachliche Kompetenz wissen, aber laut dem Bericht, des Museums, hat er dort katastrophale bis gar keine Arbeit geleistet. Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass er noch einmal an der Uni arbeitet und schon gar nicht als Rektor. – Katie
ist es, dass so viele Leute immer noch nichts verstehen!. Herr Mörgeli ist ein ausgezeichneter Politiker und Medizin-Historiker. Er schafft es beide Ämter zu vereinbaren und dies ohne Probleme. go mörgeli – Michael Müller
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Alle 170 Kommentare

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Liegst an uns
Was soll so eine Umfrage. Da wird rein nach Sympathie abgestimmt. Auch gilt zu differenzieren zwischen Herr Mörgeli als Professor und Herr Mörgeli als Politiker.
Nö!
Mörgeli als Politiker interessiert hier absolut nicht!!
Speziell...?
Tatsächlich scheint es so, als seien viele Schweizerinnen und Schweizer plötzlich zu Historikern mutiert. Jeder weiss es etwas besser noch als der andere - in beiden Lagern, wohlverstanden. Grundsätzlich ist das ein 'normaler' Vorfall, wie er sich in jedem Betrieb abspielen könnte. Schlussendlich bestimmt immer noch der Arbeitgeber, wen er einstellt. Ist der Arbeitnehmer damit nicht einverstanden, stehen ihm verschiedenste rechtliche Mittel zur Verfügung. Dass dies alles an die Öffentlichkeit getragen wird ist wohl das einzig Spezielle an dem Fall. Nicht sachdienlich - nur peinlich - für alle.
Gwüsst?
Sie haben absolut Recht!!
Sinnlose Umfrage
Ich frage mich, wie viele von diesen 3876 Umfrageteilnehmern die Kompetenz haben, Mörgelis Fachkenntnisse zu beurteilen.
Umfragen sind nun mal so
Haben Sie denn die Kompetenz dazu? Umfragen sind ja auch keine fachlichen Beurteilungen. Die Umfrage ist so sinnlos wie Mörgelis Verteidigung.