Weg mit den Ölfarben

21. Februar 2012 20:34; Akt: 21.02.2012 20:34 Print

Wie aus einem verbrannten Toast Kunst wirdWie aus einem verbrannten Toast Kunst wird

von Viktoria Weber - Können Sie sich vorstellen, wie man mit einer Kerze, einer Kaffeetasse oder einer Scheibe Brot ein Bild malen soll? Diese Künstler zeigen es. Sehen Sie selbst!

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Wir stellen Ihnen Künstler vor, die alles andere als klassisch arbeiten. Steven Spazuk beispielsweise hatte im Jahr 2001 eine Idee, die seine Arbeit grundlegend veränderte. Seitdem bildet der Russ einer Kerze die Grundlage für die meisten seiner Werke. (Bild: ) Als ihm die Idee in den Sinn kam und er es ausprobierte, ging das erste Blatt in Flammen auf. Seitdem benutzt er dickere Kartons, auf die er die Russ-Spuren platziert. (Bild: ) Dabei geht er nie nach einem Plan vor. Mit einer Kerze schwärzt er den Karton und erst dann kommen ihm die Ideen, was aus dem Bild werden kann. (Bild: ) So erkennt er beispielsweise einzelne Körperteile, wie ein Knie, ein Po oder auch ein Gesicht. (Bild: ) Und durch die Nachbearbeitung werden dann richtig erkennbare Formen daraus. (Bild: ) Von Beginn an fand Spazuk Gefallen daran, aus mehreren Einzelstücken, ein Mosaik zu bilden. Und so bilden auch mehrere Russ-Bilder ein grosses Gesamtwerk. (Bild: ) Besonders beeindruckend sind die Mosaike, die ein übergrosses Porträt darstellen. (Bild: ) Als Grundlage dient dem Künstler ein professionell aufgenommenes Foto, bei dem man jede Pore, jedes Detail erkennen kann. (Bild: ) Jedes einzelne Stück wirkt von nahem betrachtet sehr abstrakt und es ist kaum zu erkennen, worum es sich handelt. (Bild: ) Zwei auf drei Meter gross ist dieses Selbstporträt von Steven Spazuk. Doch es ist alles andere als unhandlich, denn zum Transport packt der Künstler die 272 Einzelteile einfach in einen Schuhkarton. (Bild: ) Eine andere ausgefallene Idee hatte die Künstlerin Hong Yi. (Bild: ) Sie nutze nichts anderes als ein grosses Blatt Papier, eine Tasse und Kaffee. (Bild: ) Die ersten paar Kaffeeränder lassen noch nicht im Geringsten erahnen, was mal daraus werden soll. (Bild: ) Und auch als es immer mehr Kaffee wird, wird dem Zuschauer nicht klar, was uns die Künstlerin sagen will. (Bild: ) Schaut man hier länger hin, kann aber doch schon was erahnen, zumindest wenn man weiss, dass es mal ein Gesicht werden soll. (Bild: ) Und mit der letzten Tasse Kaffee ... (Bild: ) ... ist das Werk dann vollendet. Wir sehen hier ein Porträt des taiwanesischen Musikers Jay Chou. (Bild: ) Der dritte Künstler, denen wir Ihnen vorstellen möchten, heisst Maurice Bennett alias «The Toastman». (Bild: ) Ja, Sie haben ganz richtig gelesen. Wie sein Künstlername schon sagt, ist seine Arbeitsgrundlage ein ganzer Haufen von Toastscheiben. (Bild: ) Durch das unterschiedlich starke Toasten und das anschliessende Anordnen der Toasscheiben, kreiert er seine ganz persönlichen Mosaik-Porträts. (Bild: ) So sehen Sie hier eine Toast-Mona-Lisa aus mehr als 6000 unterschiedlich grossen Brotscheiben ... (Bild: ) ... und hier eine Toast-Marilyn-Monroe aus 5960 Scheiben. (Bild: )

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Ohne die Werke anderer zahlreicher Künstler in den Schatten stellen zu wollen, muss man doch sagen, dass die meisten von uns auch in der Lage sind, mit Öl- oder Acrylfarben ein mehr oder weniger gutes Bild erstellen zu können. Solange das Motiv nicht allzu anspruchsvoll ist, sind wir wahrscheinlich alle in der Lage, etwas Erkennbares zu zeichnen.

Aber: Sollen wir ein Porträt malen, auf dem man auch noch erkennt, wer darauf zu sehen ist, dann wird es schon weitaus schwieriger. Dann stellen Sie sich jetzt mal vor, dass Sie dafür nicht einmal die handelsüblichen Zeichenistrumente nutzen dürfen, sondern nur eine Kerze, eine Tasse Kaffee oder mehrere Packungen Toast. «Was soll das denn für eine blöde Aufgabe sein?», fragen Sie sich jetzt. Keine Sorge, die Frage kommt nicht von uns, aber die Antwort liefern Ihnen die folgenden Künstler.

Nicht nachmachen!

Steven Spazuk hat ursprünglich auch wie ein ganz «normaler» Künstler angefangen, bis ihm 2001 eine neue Idee kam. Mit einer Kerze schwärzte er weisses Papier und entwicklete so eine ganz neue Technik. Aber Vorsicht, nicht nachmachen! Denn auch Spazuks erstes Werk ging beim Versuch in Flammen auf. Heute benutzt er eine etwas dickere Pappe und - ohne jeglichen Plan im Kopf - schwärzt er diese mit dem Russ einer Kerze an. Dabei entstehen die unterschiedlichsten Formen, in denen Spazuk dann irgendwann etwas erkennt - hier einen Po, da einen Ellenbogen. Aus den zunächst sehr abstrakten Darstellungen malt Spazuk dann menschliche Figuren, aber auch Vögel, Blumen oder gar riesige Mosaik-Porträts (siehe Bilderstrecke oben). Im Video sehen Sie, wie Spazuks arbeitet:

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(Quelle: YouTube/spazuk)


Kaffee-Kunst

Auch die nächste Künstlerin hat sich ein ausgefallenes Handwerkszeug ausgesucht. Aus eigentlich ungeliebten Kaffeerändern auf der Tischdecke kreierte Hong Yi ein Porträt des taiwanesischen Musikers Jay Chou (siehe Bilderstrecke). Im Video sehen Sie, wie das Werk genau zu Stande kam.

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(Quelle: YouTube/ohiseeRED)


6000 Scheiben Toast für ein Bild

Der dritte Künstler im Bunde ist so wie Spazuk auch ein Freund des Mosaiks und so wie Hong Yi auch ein Freund des Porträts: Maurice Bennett wurde bekannt als «The Toastman», da er - wie der Name schon sagt - Bilder aus Toastscheiben kreiert. Um eine Mona Lisa zu erstellen, benutzt Bennett über 6000 Scheiben Toast unterschiedlicher Grössen. Wie das Ganze dann aussieht, sehen Sie oben in der Bilderstrecke.

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  • Davide Calvarone am 22.02.2012 03:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gaga!

    Einmal mehr zeigt sich, dass DIE (eine) IDEE bereits als Kunst deklariert wird. Kunst definierte sich mal über KÖNNEN - doch die Menschheit wird immer primitiver.

    • Remo am 22.02.2012 10:29 Report Diesen Beitrag melden

      Kunst im Wandel

      Ich glaube kaum, dass die altertümliche Kunst die wir aus den bekannten Museen kennen und lieben gelernt haben auch im Wandel ist. Die Bilder sind unterschiedlich, jedoch bleibt das Prinzip immer gleich. Pinsel auf Blatt. Wenn man hier neue Kunst und Ideen dieser Wahrhaftig talentierten leute erkennt und auch schätzt, dann öffnet sich doch ein viel breiteres Spektrum an Fantasien, ja an Kunst.

    • Davice Clavarone am 22.02.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Wirklich wahr?

      @Remo: Pinsel und Blatt? Eingepackte Bäume, hunderte nackter Menschen, ein (ausgedienter) Hafenkran. Danke, das genügt!

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  • marc am 21.02.2012 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beeindruckend

    sollte mehr kreative leute wie sie geben!

  • Skeptiker am 21.02.2012 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Toastbrot?

    Ich frage mich ja, wie lange Bennett diese Toastscheiben toasten muss, um dieses natürliche Pink zu erhalten...

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