Cybermobbing

05. Dezember 2012 19:39; Akt: 06.12.2012 09:45 Print

Wie kann ich mich als Opfer wehren?

von Olaf Kunz - Verleumdungen, peinliche Bilder und Videos, Shitstorms - die Bandbreite des Mobbings im Netz ist gross. Was Betroffene dagegen tun können - der Live-Chat zum Thema heute ab 12 Uhr.

Cybermobbing - die Kampagne und die Hotline zum Thema. (Quelle: Pro Juventute/youtube.com)

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Derzeit kursiert ein Sexvideo einer Jugendlichen in der Schweiz im Netz. Es könnte nach Einschätzung von Irene Heimgartner von Pro Juventute ein «krasser Fall von Cybermobbing» sein. Doch Mobbing-Angriffe, die medial aufgegriffen werden, sind nur die Spitze des Eisbergs. «Pro Woche melden sich zwei bis drei Personen unter der Notrufnummer 147 und suchen Hilfe, weil sie Opfer von Mobbing im Netz wurden», berichtet sie aus dem Beratungsalltag. Und sie weiss, dass der Ice-Tea-Fall keine Ausnahme ist, was den psychischen Druck der Geschädigten anbelangt. «Erst letzte Woche hat sich eine junge Tessinerin gemeldet, die wirklich so weit war, sich selber umzubringen wegen massiver Angriffe im Netz.»

Erstaunlich dabei sei, dass es das Phänomen Cybermobbing erst seit zwei oder drei Jahren gibt. Im Gegensatz zum klassischen Mobbing gibt es laut Goldoni drei wesentliche Unterschiede, die dazu führen, dass im Web die Fälle ungleich gravierender sind: 1. Die Hemmschwelle ist tiefer, weil sich die Täter hinter der Anonymität des Internets verbirgt. 2. Es hört nicht auf - zeitlich nicht und räumlich auch nicht - denn das Web kennt keine Grenzen und einmal im Netz sind die Informationen fast nicht mehr zu löschen. 3. Im Internet erreicht Mobbing sehr schnell eine hohe Dynamik, so wurde das Ice-Tea-Video schon von über 15 000 Personen geliked. Besonders betroffen ist die Altersgruppe, die in der Social-Media-Welt am aktivsten ist, also die 13- bis 16-Jährigen.

Experte hilft im Live-Chat auf 20 Minuten Online

Völlig wehrlos sind Opfer nicht. Mit den richtigen Massnahmen lässt sich auch im Falle von Cybermobbing etwas tun. Vor allem schon im Vorfeld, weshalb Pro Juventute insbesondere auf Prävention setzt.

Am Donnerstag, 6. Dezember, gibt Marc Goldoni, Experte für Neue Medien bei Pro Juventute, im Live-Chat Ratschläge zu Cybermobbing. Zwischen 12 und 14 Uhr wird Goldoni so viele Fragen wie möglich beantworten. So wie die von Sandra: «Es existiert ein altes Foto von mir auf Google - leider ein recht peinliches. Auf der Originalseite ist es gelöscht, aber in der Bildersuche taucht es weiter auf. Was kann ich tun?»

Sie können schon jetzt konkrete Fragen stellen, die dann während des Chats beantwortet werden, soweit es zeitlich möglich ist.

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