Tattoo-Tinte wird in die Hautschichten injiziert, in denen auch die Schweissdrüsen sitzen. Laut US-Forschern ist das problematisch. (10.8.2017)
Tattoo-Tinte bleibt nicht für immer dort, wo sie der Tätowierer in die Haut einbringt. Vielmehr lösen sich kleinste Partikel aus den Kunstwerken heraus und wandern durch den gesamten Organismus. Sie reichern sich schliesslich vornehmlich im Lymphsystem an – und zwar in anderer Form, als sie in die Haut gesetzt werden: als Nanopartikel. Das könnte problematisch sein, denn mit der Grösse der Partikel verändern sich auch ihre chemisch-physikalischen Eigenschaften. In welcher Form, ist noch unklar. Doch auch ohne die Partikelwanderung hat der permanente Körperschmuck Schattenseiten. Das besagt zumindest eine US-Studie: Die Tattoo-Tinte reduziert die Schweissabsonderung und verändert die Zusammensetzung des Drüsensekrets. In der Untersuchung brachten die Forscher ... ... zehn Männer zum Schwitzen, nahmen Schweissproben und verglichen diese. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die Probanden ein Tattoo am Oberkörper haben. Zudem musste die tätowierte Stelle ein nicht tätowiertes Pendant auf der anderen Körperseite haben – der besseren Vergleichbarkeit wegen. Die Forscher gehen davon aus, dass Tätowierungen die Beschaffenheit der Haut dauerhaft verändern und die Farbe die Schweissdrüsen blockiert. Dies sei möglich, weil die Tattoo-Tinte in dieselben Hautschichten injiziert wird, in denen auch die Schweissdrüsen sitzen. Ergebnis: Die tätowierten Stellen sonderten rund 50 Prozent weniger Schweiss ab als die nicht tätowierten. Zudem enthielt ihr Schweiss fast doppelt so viel Natrium. Das ist gesundheitlich nicht unproblematisch. Schliesslich dient das Schwitzen dazu, den Körper bei körperlicher Anstrengung oder hohen Temperaturen herunterzukühlen.
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