Humane Papillomaviren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Doch sie verursachen auch Rachenkarzinome – und das immer öfter. (14.9.2017)
Für viele gehört Oralsex einfach dazu. Doch weil dabei sogenannte HP-Viren übertragen werden, hat das sinnliche Vergnügen üble Nebenwirkungen: Es kann zu Krebs im Mund- und Rachenraum führen. Das ist spätestes seit dem Geständnis von Michael Douglas im Jahr 2013 hinlänglich bekannt. Damals erklärte er, Cunnilingus sei der Auslöser seines Kehlkopfkrebses gewesen. Der Schauspieler ist mit seiner auf Oralsex zurückzuführenden Kehlkopf-Krebs-Erkrankung kein Einzelfall: Im Vorfeld des Jahreskongresses der Österreichischen HNO-Gesellschaft sagte HNO-Experte Dietmar Thurnher, dass die Zahl der Betroffenen seit Ende der 1990er-Jahre kontinuierlich steige. Zudem würden die Betroffenen immer jünger: «Früher waren die typischen Patienten im Schnitt 50 bis 60 Jahre alt, es waren vor allem Männer, die viel geraucht und viel getrunken haben», so Thurnher. Heute seien die Betroffenen rund zehn Jahre Jünger und beiderlei Geschlechts. Auch Nichtraucher und Menschen, die keinen oder kaum Alkohol trinken, gehörten dazu. Dass das Risiko, sich beim Oralsex mit dem Virus anzustecken, gross ist, zeigte zuletzt eine Studie von Forschern des Albert Einstein College of Medicine in New York. Dafür hatten sie fast 97'000 Männer und Frauen begleitet, die das Virus der Gruppe 16 (HPV-16) zwar im Mund trugen, aber frei von Krebs waren. Doch das änderte sich im Laufe der Zeit: Nach vier Jahren hatten 103 Männer und ... ... 29 Frauen die Diagnose Krebs im Kopf- oder Halsbereich erhalten. Diese Zahlen verglichen Ilir Agalliu und seine Kollegen mit 396 Probanden, die keine HP-Viren in sich trugen. Dabei zeigte sich: Wer sich mit HPV-16 ansteckt, erkrankt bis zu 22-mal häufiger an Kopf- und Halskrebs.
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