Die Jury des «World Wildlife Photographer 2017»-Wettbewerbs hat bekanntgegeben, wer in der Endrunde ist. Darunter hat es auch einige skurrile Bilder. (15.9.2017)
So unschuldig, wie dieser Fuchs in die Kamera schaut, ist er gar nicht. Denn das Ei, das er im Maul trägt, hat er kurz davor aus dem Nest von Schneegänsen entwendet. Den davonschleichenden Dieb hat Sergej Gorschkow auf der Wrangelinsel im arktischen Ozean aufgenommen. Der wohl herzigste Beitrag stammt von einer Teilnehmerin der Kategorie «11 bis 14 Jahre». Ashleigh Scully hielt den intimen Moment zwischen Mama- und Baby-Bär im Lake Clark National Park in Alaska fest. Ebenfalls in Alaska wurde dieser Weisskopf-Seeadler fotografisch festgehalten – vom deutschen Fotografen Klaus Nigge. Das Close-up des nassen Vogels gelang ihm auf der Amaknak Island. Auge in Auge mit einem ausgewachsenen Elefanten. Fotograf David Lloyd ist ein Porträt gelungen, auf dem dank der speziellen Lichtverhältnisse am Aufnahmeort, dem Maasai Mara National Reserve in Kenia, jede einzelne Falte zu sehen ist. Laura Albiac Vilas aus Spanien hat in ihrem Heimatland schon viele Wildtiere gesehen, aber noch nie einen Pardelluchs (Lynx pardinus). Das geschah erst bei einem Besuch im Sierra-de-Andújar-Naturpark. Natürlich hielt sie die Begegnung mit dem vom Aussterben bedrohten Tier fest. Jetzt zählt sie zu den Finalisten des «World Wildlife Photographer 2017»-Wettbewerbs. Pfauentrogone sind soziale Tiere. Das zeigt diese Aufnahme von Tyohar Kastiel aus Israel, die ein Exemplar auf dem Weg zur Fütterung seiner Nachkommen zeigt. Zwei Wochen hatte der Fotograf die Vögel schon beobachtet, als ihm endlich dieser Schuss gelang. Eigentlich wollte Fotograf Andrey Narchuk im Ochotskischen Meer Lachse fotografieren, doch dann gerieten ihm diese beiden kopulierenden Ruderschnecken vor die Linse. Für die Jury des Fotowettbewerbs ganz klar ein Finalist, denn die Aufnahme zeigt «die erstaunliche Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten». In der Wüste von Arizona erinnern die Zweige des Saguaro-Kaktus (Carnegiea gigantea) an ein avantgardistisches Gebäude. Die Aufnahme gelang Jack Dykinga. «Saved but caged» (Gerettet, aber eingesperrt) heisst der Finalbeitrag von Steve Winter. Das Bild zeigt einen jungen Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae), dessen hinteres Bein amputiert werden musste, nachdem es in eine Falle geraten war. Um besser mit der Strömung schwimmen zu können, klammert sich ein Seepferdchen an im Wasser treibende Objekte wie Seetang. Ist das Gewässer so verschmutzt wie vor Sumbawa in Indonesien, kann es auch mal ein Wattestäbchen sein. Mit diesem Foto schaffte es Justin Hofman in den Final des Fotowettbewerbs. Seehunde faszinieren eigentlich immer. Doch auf dieser Aufnahme schwimmen sie nicht im offenen Meer, sondern unter einer festen Eisschicht in der Antarktis. Damit hat dieses Bild des Franzosen Laurent Ballesta Seltenheitswert. Nur wer ganz genau hinschaut, erkennt hier mehr Tiere als nur die drei Clownfische (Amphiprion percula). In deren Mündern hausen nämlich parasitierende Asseln, die den Platz der Zunge der Fische einnehmen und dort mehrere Jahre überleben können. Den Hintergrund für Qing Lins Aufnahme bildet eine Prachtanemone. Nicht nur Menschen, auch Wildtiere wie Eichhörnchen haben im Winter kalt. Das beweist dieses von Mats Andersson aufgenommene Bild. Mit seiner Haltung versucht das Tier irgendwie warm zu bleiben.
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