Die Missionarsstellung gilt als langweilig. Doch Forscher winden ihr ein Kränzchen: Sie sei am besten für den Mann. Bei anderen droht ein Penisbruch. (22.1.2015)
Aufpassen lohnt sich. Das gilt beim Sex nicht nur punkto Verhütung, sondern auch punkto der verschiedenen Sexstellungen. Schliesslich ist der Penis im erigierten Zustand äusserst anfällig für Verletzungen. Konkret: Gehen die Beteiligten nicht vorsichtig genug miteinander um, kann das einen Penisbruch zur Folge haben, wie Forscher der State University of Rio de Janeiro aktuell im «Journal of Impotence Research» berichten. Dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden - um Langzeitschäden wie Erektionsstörungen oder Probleme beim Urinieren zu vermeiden. Das Team um Rafael Silva de Barros hatte 69 Penisbruch-Patienten zwischen 18 und 66 Jahren zu den Ursachen ihrer Verletzungen befragt. Ergebnis: Neun Männer – und damit 10 Prozent der Befragten – verletzten sich bei der sogenannten Reiterstellung. Das macht Platz 3 im Ranking der gefährlichsten Sexstellungen. Auf Platz 2 dagegen findet sich eine Position, die von vielen Menschen als langweilig und wenig spektakulär bezeichnet wird: die gute alte Missionarsstellung. Bei dieser verletzten sich 23 der Befragten (25,5 Prozent). Noch gefährlicher ist demnach nur die Stellung, bei der der Mann seine Partnerin von hinten nimmt. Dabei verletzten sich 37 Studienteilnehmer (41 Prozent). (Im Bild: Szene aus «Jackie Brown», 1997) Auch bei der Schwere der Verletzung gibt es laut der Studie positionsbedingte Unterschiede. So waren die bei der Hündchen-Stellung zugezogenen Penisbrüche durchweg heftiger als solche, die bei der Reiter-Position oder beim Handanlegen auftraten. Keine Unterschiede hinsichtlich der Verletzungsschwere identifizierten die Forscher zwischen Hündchen- und Missionarsstellung. Allerdings waren bei diesen beiden Stellungen die Verletzungen weitreichender. Sie umfassten oft sowohl den Schwellkörper als auch die Harnröhre des Mannes. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Forscher mit der Gefährlichkeit von Sex-Stellungen befasst haben. 2015 kam ein anderes Forscherteam aus Brasilien nach der Befragung von 44 Penisbruch-Patienten zu dem gleichen Schluss: Doch es gab auch Unterschiede: So identifizierte das Team um Leonardo O. Reis von der Universität Campinas die Reiterstellung als gefährlichste Art, Sex zu haben. Dies wohl, weil dabei das ganze Gewicht der Frau auf dem besten Stück des Mannes lastet, wie die Wissenschaftler im Fachjournal «Advances in Urology» schrieben. Zudem sei sie beim lustvollen Auf und Ab einfach nicht in der Lage, schnell genug zu reagieren, wenn der Penis knickt. Auch nicht ganz unbedenklich, aber laut der 2015er-Studie schon deutlich sicherer für ihn: Wenn der Mann seine Partnerin von hinten nimmt. Wer nach dem Sex glücklich – und unverletzt – einschlafen möchte, sollte nach Ansicht von Reis und seinen Kollegen ... ... auf den Klassiker zurückgreifen: die gute, alte Missionarsstellung. Darauf konnten nur 21,4 Prozent der Penisbrüche zurückgeführt werden.
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