Eine Erklärung für den Bierdurst des Menschen liefern deutsche Forscher: Das in ihm enthaltene Hordenin löst Glücksgefühle aus. (19.9.2017)
Was Biertrinker schon immer geahnt haben, bestätigen nun Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg: Bier macht glücklich. Aber anders als bei vielen anderen die Stimmung aufhellenden Lebensmitteln spielt hierbei nicht der Neurotransmitter Dopamin die entscheidende Rolle, ... ... sondern der Stoff Hordenin, der über das Gerstenmalz ins Bier gelangt. Wie der hormonelle Glücklichmacher dockt auch Hordenin am Dopamin-D2-Rezeptor an. Das spricht laut den Forschern dafür, dass es die Stimmung hebt. Weitere Fakten zur Hopfenkaltschale finden Sie in den nächsten Slides. Erfunden haben das Bier vor rund 6000 Jahren die Sumerer. Das zeigen Abbildungen Bier trinkender Personen aus der Zeit von etwa 3000 vor Christus. Die älteste überlieferte Bierschankordnung der Welt enthält der sogenannte Codex Hammurapi, der auf den sechsten König der ersten Dynastie von Babylon zurückgeht. Ein Punkt darin: «Bierpanscher werden in ihren Fässern ertränkt oder so lange mit Bier vollgegossen, bis sie ersticken.» Bis ins Mittelalter war das Brauen Frauensache. Die ersten männlichen Brauer waren Mönche. Sie wollten ein nahrhaftes Getränk zu ihren Mahlzeiten. Denn Trinken war auch in der Fastenzeit erlaubt. Als ältestes Braukloster gilt dasjenige in St. Gallen, das ganze drei Brauhäuser unter seinen Fittichen hatte. Im Jahr 1516 erliess Herzog Wilhelm IV. von Bayern das deutsche Reinheitsgebot. Dies besagte, dass zum Brauen von Bier einzig Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden durfte. Es sollte den Weizen als Getreide für Brot schützen. Die Hefe kam erst später hinzu. Um 1885 hatte in der Schweiz das Bier den Wein als Nationalgetränk endgültig verdrängt und unter den 530 Brauereien begann mit den technischen Errungenschaften ein harter Konkurrenzkampf. Die kleinen Brauereien hatten gegenüber den grossen aus Kostengründen das Nachsehen. Vor 200 Jahren wurde London von Bier überflutet: In der Brauerei Horse Shoe Brewery brachen am 16. Oktober 1814 riesige Bierfässer mit fast 1,5 Millionen Litern Inhalt. Das Bier strömte auf die Strasse und zerstörte einige Häuser, mindestens sieben Menschen kamen damals ums Leben. Der Biergarten entwickelte sich aus den Bierkellern des frühen 19. Jahrhunderts. Das damals verbreitete untergärige Bier war wärmeempfindlich. Es musste bei niedrigen Temperaturen gebraut und gelagert werden. Um auch im Sommer Bier ausschenken zu können, stellten die Brauer Bänke und Tische auf die Wiesen direkt vor ihren Keller: Der Biergarten war geboren. Im Sommer 1922 wurde das erfunden, was hierzulande Panaché heisst. Der Münchner Wirt Franz Xaver Kugler erwartete rund 13'000 Velofahrer. Weil er befürchtete, dass seine Biervorräte nicht reichen würden, streckte er das Bier für die durstigen Radler mit Limonade. Das Gemisch kam an und das Radler war erfunden. Die erste Bierdose – die erste Getränkedose überhaupt – wurde 1933 in den USA vorgestellt. Abfüller war die Brauerei Gottfried Krueger Brewing Company. Weil die Resonanz positiv war, kamen die Büchsen am 24. Januar 1935 in den Handel. Diese hatten noch keinen integrierten Verschluss, sondern mussten mit einem spitzen Werkzeug angestochen werden. Wer schnell beruflichen Erfolg haben will, sollte ab und an mit dem Chef ein sogenanntes Karrierebier trinken gehen. Denn Arbeitnehmer, die das regelmässig tun, verdienen laut schottischen Forschern rund ein Sechstel mehr als ihre enthaltsamen Kollegen. Das stärkste Bier der Welt hat einen Alkoholgehalt von 67,5 Prozent und heisst Snake Venom. Es kommt von der schottischen Brauerei Brewmeister. Trotz des hohen Alkoholgehalts schmeckt es vor allem hopfig und malzig. Probieren kann man es nicht mehr: Es ist ausverkauft. Wie jedes Getränk lindert auch Bier Erkältungssymptome – wenn es aufgewärmt wird. Hinzu kommt, dass es müde macht und beim Einschlafen hilft. Aber sobald die Wirkung nachlässt, entsteht eine Art Entzug. Man schläft schlechter, wacht immer wieder auf und ist am nächsten Tag gerädert. Deshalb besser: Finger weg! Stillende Mütter, die nicht genug Milch produzieren, sollten es mal mit einem alkoholfreien Bier versuchen. Denn die Gerste fördert die Produktion von Porlaction, einem Hormon, das die Milchproduktion in Gang setzt. Zudem sorgt der hohe Hopfenanteil für mehr Ruhe und Gelassenheit. An den oft dicken Bäuchen von fleissigen Biertrinkern ist das Bier nur bedingt schuld. Es besitzt zwar Kalorien, aber nicht so viele, dass es ins Gewicht fallen würde. Schuld daran ist einzig das Essen. Denn Bier regt den Appetit an.
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