Zum zweiten Mal hat die Britische Stiftung für Ornithologie die besten Vogelfotos des Jahres ausgezeichnet. Die Gewinner können sich sehen lassen. (20.9.2017)
Vögel sind langweilig? Falsch. Das zeigen die Gewinner des «Bird Photographer of the Year 2017», die abwechslungsreicher nicht sein könnten. Selbst die, die es nicht aufs Podest geschafft haben, können sich sehen lassen. So wie diese Aufnahme eines Silberreihers mit Schlange um den Schnabel. Auch dieses Bild von Gabor Kapus schaffte es nicht aufs Treppchen, sondern wurde nur lobend erwähnt. Für eine Zufallsaufnahme kein schlechtes Ergebnis. Tatsächlich hatte Kapus ein anderes Motiv im Sinn, doch als der Fuchs die Möwen aufscheuchte, konnte er nicht anders als abdrücken. «Ja, wen haben wir denn da?», scheint dieser Graureiher den Fotografen zu fragen. Doch statt darauf zu antworten, hat Ahmad Alessa den Auslöser seiner Kamera gedrückt. Eine gute Entscheidung: Das Bild bescherte ihm den zweiten Platz in der Kategorie «Aufmerksamkeit fürs Detail». Noch besser gefiel der Jury nur noch diese Kormoran-Aufnahme von Ton Hines, die dem Fotografen im Londoner Hyde Park gelang. Dafür gabs Platz eins in derselben Kategorie: «Aufmerksamkeit fürs Detail». In der Kategorie «Vogelverhalten» verzauberte dieser Braunliest (Halcyon smyrnensis) die Jury besonders. Malek Alhazzaas Aufnahme zeigt den Eisvogel beim Futterjagen in einem kuwaitischen Gewässer. Das Urteil der Jury: Platz zwei. Platz eins in der Kategorie «Vogelverhalten» ging dafür an Andrew Parkinson aus Grossbritannien. Er hielt nicht nur den Wasserkampf zweier Blässhühner fest, sondern auch die dabei durch die Luft fliegenden Wassertropfen, die vom Sonnenaufgang perfekt ausgeleuchtet werden. Diese Rückenansicht eines Roten Milans geht auf das Konto von Jamie Hall. Er hatte sich mitsamt Kamera in der Nähe eines toten Wurms auf die Lauer gelegt und darauf spekuliert, dass ein Vogel zum Futtern heranfliegt. Sein Plan ging auf. Das ehrte auch die Jury: Platz zwei in der Kategorie «Vögel im Flug». Besser gefielt der Jury in dieser Kategorie nur das Bild eines landenden Australischen Pelikans: Platz eins. Das gestochen scharfe Bild ist Bret Charmans rascher Reaktion zu verdanken: Eigentlich hatte er etwas anderes im Fokus, doch als er Flügelschläge hörte, wendete er sich ab und drückte auf den Auslöser. Fotos von Kranichen gibts viele. Auf den meisten sieht man sie in der Luft, wenn sie in ihre Winterquartieren aufbrechen oder von dort zurückkehren. Anders auf dem Bild Piotr Charas (2. Platz in der Kategorie «Vögel in der Umwelt»): Es zeigt die Tiere bei einer Verschnaufpause im Nationalpark Unteres Odertal in Deutschland. Sieger der Kategorie «Vögel in der Umwelt» ist diese Aufnahme eines Kondors, die Ben Hall im chilenischen Nationalpark Torres Del Paine gelang. Die Tiere sind dort alles andere als selten und zieren sogar das Logo mehrerer südamerikanischer Staaten. Welcher Vogel hier zu sehen ist, erkennt man kaum. So sehr verschmelzen seine Umrisse mit der Umgebung. Bei den vermeintlichen Sternen handelt es sich übrigens um Wassertropfen, die der Rotschulter-Glanzstar aus dem Gefieder schüttelt. Toll, befand die Jury und vergab Platz zwei in der Kategorie «Vögel im Garten». In der Kategorie «Vögel im Garten» hat diese Momentaufnahme die Nase vorn – Platz eins. Es zeigt eine Schleiereule bei ihrem allnächtlichen Treiben: der Jagd auf Ratten und Wühlmäuse. Fotograf Jamie Hall, der auch in der Kategorie «Vögel im Flug» ganz vorne mit dabei ist (Platz 2). Eine Trottellumme putzt sich – eine für Seevögel äusserst wichtige Angelegenheit. Denn nur wenn sie das regelmässig machen, behalten die Federn ihre Wasserundurchlässigkeit. Auch für den Fotografen Marc Weber hat sich der Moment gelohnt: Er belegte damit Platz zwei in der Kategorie «Porträt». In Mexiko hielt Alejandro Prieto Rojas Flamingos bei der Fütterung ihrer Jungen fest. Das Abdrücken hat sich doppelt gelohnt: Der Fotograf gewann den ersten Preis in der Kategorie «Bestes Porträt» und damit auch den Gesamtwettbewerb «Bird Photographer of the Year» im Wert von 6500 Franken. Um es wärmer zu haben, muss man näher zusammenrücken. Von dieser Weisheit haben diese beiden Stockenten offenbar noch nie etwas gehört. Denn trotz eisiger Temperaturen bleiben sie auf Abstand. Beobachtet hat das Francesco de Giuseppe in Italien. Sehr zur Freude der Jury, die das Bild mit Platz zwei der Kategorie «Kreative Bilder» bedachte. Für noch kreativer befand die Jury dieses Aufnahme einer Augenbrauenente, auch wenn Fotografin Georgina Steytler das Rohmaterial nur punkto Farb-Brillanz verändert hat. Sie landete damit auf Platz eins der Kategorie «Kreative Bilder». Mehr faszinierende Fotos von den Vögeln der Welt finden sich im Buch «Bird Photographer of the Year», das von Harper Collins Publishers herausgegeben wird.
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