Der Penis der Ente ist geringelt und jederzeit ausfahrbar. Dass das Erpelglied justiert werden kann ist wichtig, um bei den Weibchen zu landen. (26.9.2017)
Enten gehören zu den wenigen Vögeln, die über einen Penis verfügen. Wie gross dieser ist, hängt nicht nur von der Art der Ente ab, sondern auch davon, ob das Männchen beim Werben um das Weibchen Konkurrenz hat oder nicht. Das berichten US-Wissenschaftler im Fachjournal «The Auk». Für die Studie beobachteten die Forscher zwei Enten-Arten über zwei Jahre – entweder als einzelnes Pärchen oder in Gruppen aus einem Weibchen und mehreren Erpeln. Bei den einen handelte es sich um Schwarzkopfruderenten, die für ihre häufigen Partnerwechsel und grossen Penisse bekannt sind. Bei den anderen um Veilchenenten, die saisonale Beziehungen eingehen und – verglichen mit den gut bestückten Schwarzkopfruderenten – eher kleine Penisse haben. Bei den Veilchenenten war das Ergebnis eindeutig: Lebten sie nur mit Weibchen zusammen, blieben ihre Genitalien unauffällig. Wurden sie aber in Gruppen mit anderen Geschlechtsgenossen untergebracht, entwickelten sie allesamt längere Penisse. Bei den Schwarzkopfruderenten war die Angelegenheit deutlich komplexer. Lebten sie mit anderen Männchen zusammen, entwickelten sie eine Hierarchie. So liess nur das dominanteste Männchen ein grosses Gemächt stehen und behielt dieses während der ganzen Paarungszeit bei. Es war allzeit parat. Bei den anderen Männchen, denen kein grosser, sondern nur ein kleiner Penis gewachsen war, wuchs nur, wenn es darauf ankam, schnell ein normalgrosser Penis. Zudem versuchten sie, sich möglichst viel Geschlechtsverkehr zu holen, bevor das dominante Männchen sie vertrieb. Daraus folgern die Forscher, dass Wettbewerb die Grösse der Enten-Genitalien beeinflusst. Das einzige andere Tier, von dem bekannt ist, dass es seine Genitalien entsprechend dem sozialen Umfeld modifiziert, ist der Rankenfusskrebs. Er verlängert seinen Penis, wenn seine Kolonie so dünn besiedelt ist, dass er seinen nächsten Artgenossen nicht anders erreichen kann. Möglich ist das, weil die beiden Arten die einzigartige Fähigkeit haben, ihre Genitalien nachwachsen zu lassen, sagt Matt Dean von der University of Southern California, der nicht an der Studie beteiligt war. So wächst zum Beispiel der Enten-Penis nur während der Paarungszeit. Ist sie vorbei, schrumpft er auf zehn Prozent der Maximalgrösse.
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