Erst im Juli hat sich ein Eisberg vom Larsen-C-Schelfeis gelöst. Nun hat sich der nächste Eisbrocken in Bewegung gesetzt. Er ist dreimal so gross wie Zürich. (27.9.2017)
Gut zwei Monate nach dem Abbruch eines gigantischen Eisbergs vom Larsen-C-Schelfeis ... ... hat sich in der Westantarktis erneut ein grosser Eisbrocken gelöst. Dieser B44 Genannte löste sich vom Pine-Island-Gletscher im antarktischen Amundsenmeer. Dass dies geschehen würde, hatte sich bereits im Frühjahr angekündigt, wie diese Aufnahme von Forschern des Alfred-Wegener-Instituts zeigt. Zwar ist der nun abgegangene Eiskoloss ... ... mit seinen 265 Quadratkilometern Fläche deutlich kleiner als die 5800 Quadratkilometer grosse Fläche, die sich vom Larsen-C-Schelfeis gelöst hat. Trotzdem beunruhigt der neue Abgang die Forscher mehr. (Bild vom 21.September 2017, kurz vor dem Abbruch) Denn der Abbruch ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Gletscher immer schneller schrumpft: Seit 1991 sei der Pine-Island-Gletscher um 31 Kilometer zurückgegangen. Bereits 2013 und 2015 sind dort grössere Eisberge abgebrochen, ergänzte sein Kollege Jan-Erik Arndt. Der Rückgang des Gletschers ist nicht das Einzige, was die Wissenschaftler beunruhigt, sondern auch der Ort des Abbruchs. Lösten sich die Eismassen früher in der Nähe des Randes, erfolgt dies seit 2015, als ein 580 Quadratkilometer grosser Eisberg vom PGI abbrach, zunehmend im Zentrum. Damals «drehte sich die Kalbungslinie erstmals um 25 bis 45 Grad und zog sich im nördlichen Teil des Gletschers um über 20 Kilometer zurück», erklärt Jansens Kollege Jan-Erik Arndt. Dieser Trend sei nun bestätigt worden. Das deute darauf hin, dass der Gletscher in Zukunft schneller schrumpfe. Verantwortlich dafür sind laut den AWI-Forschern Wind und warmes Wasser, die das auf dem Meer treibende Gletschereis destabilisieren.
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