Alternativmedizin ist nicht nützlich, sondern gesundheitsschädlich, urteilt der Wissenschaftliche Beirat der Europäischen Akademien. Das sind ihre Argumente. (29.9.2017)
Homöopathie ist nicht nützlich, sondern gesundheitsschädlich, warnen Forscher vom Wissenschaftlichen Beirat der Europäischen Akademien (EASAC). Die einzige erwiesene Wirkung von Homöopathie sei der Placeboeffekt, so das Fazit der Verantwortlichen nach der Auswertung aller bisher zu diesem Thema veröffentlichten Studien. Besonders kritisch betrachten die Forscher, wenn durch ihre Verabreichung die Wirkung konventioneller Therapien verzögert oder sogar ganz aufgehoben wird. Oder wenn Patienten die konventionellen Behandlungsmethoden ganz ablehnen. Die Wissenschaftler fordern, dass in Europa nur nachweisbar wirksame Medikamente verkauft werden dürfen – und das sowohl für Menschen als auch für Tiere. Erst kürzlich hatten Forscher der Yale University berichtet, dass die Antwort auf die Frage «Alternativ- oder Schulmedizin?» bei Krebserkrankungen einer Entscheidung über Leben und Tod gleichkommen kann. Demnach haben diejenigen, die sich für eine alternative Behandlungsmethode entschieden haben, ein mehr als doppelt so hohes Risiko, innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose zu sterben. Bei den verschiedenen Krebsarten gab es jedoch deutliche Unterschiede. So starben Menschen mit Brustkrebs 5,68-mal häufiger im relevanten Zeitraum als solche, die sich auf Therapien aus der Schulmedizin verlassen hatten. Bei Lungenkrebs lag das Sterberisiko von alternativ behandelten Patienten doppelt so hoch. «Es gibt keine Beweise, dass alternative Methoden irgendjemandem helfen – ausser jenen, die Geld damit verdienen», kommentiert Onkologe John Bridgewater vom University College London Hospital das Studienresultat im «New Scientist».
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