Nach dem Rücktritt von Bundesrat Hans-Rudolf Merz läuft die Nachfolge-Debatte auf Hochtouren. 20 Minuten Online zeigt mögliche Kandidatinnen und Kandidaten bei der FDP. (6.8.2010)
Der Berner Nationalrat und Maschinenindustrielle Johann Schneider-Ammann gilt als Wunschkandidat der Wirtschaft. Ob er antreten will, ist offen. Die St. Galler Justizdirektorin Karin Keller-Sutter gilt seit längerem als Kronfavoritin - vielleicht schon zu lange. Eine Alternative wäre die Urner Nationalrätin und Fraktionschefin Gabi Huber. Sie gilt als konsensfähiger als Keller-Sutter, ihr Kanton war zudem noch nie im Bundesrat vertreten. Als Angehörige der FDP-Evaluationsgruppe hat sie eine Kandidatur ausgeschlossen - zumindest vorläufig. Er tritt definitiv an: Nationalrat Ruedi Noser (ZH). Zuletzt lebte er ein Jahr in Genf, um sein Französisch aufzupolieren. Die Urner FDP hat ihren Regierungsrat Josef Dittli angefragt, nachdem sich Fraktionschefin Gabi Huber aus dem Rennen genommen hatte. Der 57-jährige Glarner Ständerat Pankraz Freitag ist von Parteipräsident Fulvio Pelli angefragt worden und überlegt sich eine Kandidatur. Der Aargauer Nationalrat und Bauunternehmer Philipp Müller geniesst einen hohen Bekanntheitsgrad, für viele aber polarisiert er zu stark. Die Tessiner dürften ihren Anspruch vehement anmelden. Parteipräsident Fulvio Pelli könnte seine letzte Chance als Bundesratskandidat wahrnehmen. Auch er hat als Angehöriger der FDP-Evalutionsgruppe eine Kandidatur ausgeschlossen. Als möglicher Tessiner Kandidat wird Nationalrat Fabio Abate gehandelt. Der Arzt und Nationalrat Ignazio Cassis hat nur halb im Scherz erklärt, das Tessin werde «den Gotthardtunnel schliessen», wenn es bei der nächsten Vakanz nicht zum Zug kommt. Er hat eine Kandidatur nicht ausgeschlossen. Auch alt Regierungsrätin Marina Masoni wird als Kandidaten herumgeboten. Die ehemalige Nationalrätin und heutige Finanzdirektorin Laura Sadis wäre ebenfalls eine valable Bewerberin aus dem Südkanton. Der Basler Nationalrat Peter Malama ist bereit, ins Rennen um die Merz-Nachfolge einzusteigen. Der wirtschaftlich starke Kanton Basel-Stadt ist seit bald 40 Jahren nicht mehr im Bundesrat vertreten. Mit der 35-jährigen Berner Nationalrätin Christa Markwalder könnte die FDP ein Zeichen für die Jugend setzen. Vielen ist sie aber wohl zu EU-freundlich. Doch sie hat eine Kandidatur bereits ausgeschlossen. Der Zürcher Ständerat und Präventivmediziner Felix Gutzwiller ist ebenfalls sehr bekannt, hat aber bereits abgesagt. Er will lieber nochmals als Ständerat antreten.
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