Mit dem Lumia 900 will Nokia abgesprungene iPhone- und Android-Kunden zurückgewinnen. Der grosse Test zeigt, ob das gelingen kann. (17.6.2012)
Das neue Lumia 900 gleicht dem Lumia 800 wie ein Ei dem anderen, kommt aber mit einem deutlich grösseren . Das neue Lumia gibt es in . Die 8-Megapixel-Kamera kommt nicht über die gewohnte Handy-Qualität hinaus. Immerhin gibt es von Nokia deutliche Signale, dass die neue PureView-Kamerageneration mit 41-Megapixel in den künftigen Smartphones mit Windows Phone 8 zu finden sein wird. Der Anschluss für das Ladekabel liegt nun frei. Beim Lumia 800 musste man für jeden Ladevorgang die Abdeckung lösen. Das grössere Display mit dem zu verbinden, bereitete aber offenbar Mühe. Im Gegensatz zum kleineren Vorgänger liegt das Display sicht- und fühlbar auf dem Gehäuse auf. Das Prädikat Handschmeichler kann das neue Windows-Phone daher nicht mehr einheimsen. Apropos Haptik: Unser Testgerät in glänzendem Weiss rutscht viel schneller aus der Hand als die Modelle in Schwarz oder Blau, die eine griffigere Rückseite haben und sich wertiger anfühlen. Links im Bild ist der geöffnete SIM-Einschub zu sehen. Das Lumia 900 nutzt Micro-SIM-Karten. Der Kamera-Button (links) ist im Vergleich zum Vorgänger Lumia 800 besser positioniert. Nokia setzt auf das neue Betriebssystem (WP) von Microsoft. Bei WP gibt es einen Startbildschirm (Bild) auf dem man seine wichtigsten Apps nach dem eigenen Gusto anordnet . . . . . . sowie einen zweiten Bildschirm mit einer alphabetischen Auflistung aller Applikationen. Mehr gibts nicht zu verstehen. Die zuletzt verwendeten Apps können durch längeres Drücken der Zurück-Taste aufgerufen werden (im Bild das kleinere Lumia 800 in Blau). Apps erscheinen nicht als statische Icons, sondern als interaktive (aktive Kacheln), die bereits vor dem Starten der Anwendung eine Vorschau auf den Inhalt der App ermöglichen. Die App von 20 Minuten Online zeigt die Schlagzeile des neusten Artikels. Zahlreiche Apps für Android und iPhone fehlen noch, allerdings gibt es inzwischen über für Windows Phone. Populäre Anwendungen wie Whats App, SBB oder 20 Minuten Online findet man daher auch im Windows Phone Marketplace. Live Tiles haben gegenüber Icons diverse Vorteile. So lassen sich etwa in der News-App von 20 Minuten Online einzelne Rubriken als Live Tile auf dem Home-Bildschirm ablegen. Fussballfans können alle News von 20 Minuten Online zur Euro auf den Home-Bilschirm pinnen. Alle erdenklichen Ressorts wie Digital oder Wirtschaft lassen sich so auf dem Startbildschirm ablegen. Auch häufig genutzte Fotoalben, Webseiten sowie einzelne Kontakte respektive Kontaktgruppen können auf den Home-Bildschirm gelegt werden. Exklusiv für Nokia-Lumia-Nutzer ist der neue , der rund 15 Millionen Songs bereitstellt. Wer keine Daten-Flatrate hat, kann maximal vier Playlists à je 50 Songs für die Offline-Nutzung auf dem Lumia speichern. Die Playlists können aus allen erdenklichen Musik-Genres ausgewählt und immer wieder aktualisiert werden. Individuelle Playlists können basierend auf den angegebenen Lieblingskünstlern selbst erstellt werden, allerdings können keine einzelnen Songs ausgewählt werden. Playlists lassen sich in der Music-App als Live Tile auf den Home-Bildschirm pinnen. Die ausgewählte Playlist erscheint als neue Live Tile auf dem Home-Bildschirm. Auf dem Lumia sind Nokia Maps und Nokia Navigation vorinstalliert. Die Navi-App funktioniert offline, da sich die Karten aller erdenklichen Länder im Voraus herunterladen lassen. Das Navi hat uns im Praxistest zwar ans Ziel gelotst, allerdings fehlen noch Optionen wie «Autobahn vermeiden». Mit Microsofts Office-Anwendungen und dem Online-Speicher SkyDrive lassen sich Dokumente, Fotos und andere Dateien zwischen Internet-fähigen Geräten wie PCs, Tablets und Smartphones synchronisieren. Eine Besonderheit von Windows Phone stellt die Integration sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter in die Kontakte-Anwendung dar: Alle mit einem Freund ausgetauschten Nachrichten per E-Mail, SMS, Facebook, Windows Live Messenger etc. werden in der Kontakte-App gebündelt und in einer chronologischen «Unterhaltung» (Diskussionsfaden) dargestellt. So hat man, ohne nur einmal eine App zu wechseln, die letzten Konversationen per SMS, E-Mail etc. mit einem Kontakt im Überblick und kann die Person direkt anrufen, eine Nachricht senden, auf Facebook schreiben etc.
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