Was die Medien sagen

06. Oktober 2011 12:08; Akt: 06.10.2011 16:02 Print

«Der Papst einer ganzen Generation»«Der Papst einer ganzen Generation»

Die Weltpresse würdigt Steve Jobs. Von den USA bis China wird die Apple-Ikone von den Medien als Visionär gewürdigt – die Kritiker bleiben vorerst stumm.

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«Steve Jobs, Apples Visionär, stirbt mit 56», stellt die «New York Times» nüchtern fest. Steve Jobs habe die Ära der Personal Computer mitbegründet und eine kulturelle Revolution eingeleitet. Gemeint ist die Weise, wie Musik und Filme in der digitalen Welt von heute konsumiert werden.

Das «Wall Street Journal» macht darauf aufmerksam, dass es Jobs gelungen sei, die Art zu ändern, wie die Menschen über Technologie denken. Seine Philosophie war es stets, benutzerfreundliche Produkte auf den Markt zu bringen, die von den Konsumenten kein Informatik-Studium verlangen, um sie bedienen zu können. «Während seiner über drei Dekaden dauernden Karriere ist es Herrn Jobs gelungen, eine verschlafene Region in das Silicon Valley, das Innovations-Zentrum der Technologie-Industrie, zu verwandeln», so die Wirtschaftszeitung.

«Spiegel Online» titelt «Tod eines Weltverbesserers» und stellt die bange Frage: «Was wird nun aus Apple?» Für das deutsche Online-Magazin war Jobs mehr als nur ein Chef: «Er war Erfinder, Wegweiser, der Papst einer ganzen Generation.»

Die Online-Ausgabe des deutschen Boulevardblatts «Bild» rückt hingegen Steve Jobs langwierigen Kampf gegen den Krebs in den Fokus: «Er hat den Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs verloren.» Jobs sei im Kreise seiner Familie in Palo Alto im US-Staat Kalifornien verstorben.

Auch in der arabischen Welt ist Steve Jobs Ableben ein wichtiges Thema. Sein leiblicher Vater ist Syrer, was das grosse Medienecho miterklärt. «Führer, Technologie-Experten und andere Bewunderer zahlen dem Mann Tribut, der der Welt den Mac, iPod und das iPhone gab», fasst Al Jazeera die Meldungen aus der westlichen Hemisphäre zusammen.

In China, wo die Apple-Produkte zum Grossteil produziert werden, sorgt Steve Jobs Tod für Gesprächsstoff, wie die Startseite von «The Peking News» zeigt. Das englischsprachige Online-Portal «Shanghai Daily» würdigt Jobs als Apples «Genie» und geht auf seine Biographie ein. «Am 24. Februar 1955 in San Francisco geboren und von einem Paar aus der Nähe von Mountain View adoptiert, wuchs Jobs in ummittelbarer Nähe der Region auf, die eines Tages zum Technologie-Zentrum namens Silicon Valley wurde.»

«Amerika hat ein Genie verloren», schreibt die Zeitung «Le Figaro» aus Frankreich. Auch in Frankreich stellt man sich die Frage, wie es mit Apple ohne Jobs weitergehen wird. «Le Figaro» sieht Apples Zukunft positiv und schreibt, dass Jobs seine Nachfolge seit mehreren Jahren vorbereiten konnte, zu den reichsten Unternehmen der Welt gehöre und weitere innovative Produkte für die nächsten Jahre habe.

(owi)