Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Offizielle Jobs-Biografie
07. Oktober 2011 17:08; Akt: 07.10.2011 23:28 Print
«Ich wollte, dass mich meine Kids kennenlernen»
von Daniel Schurter - Der medienscheue Apple-Gründer hat einem Journalisten Einblick in sein Leben gewährt – bis kurz vor seinem Tod. Dessen Buch über «iSteve» soll Ende Oktober erscheinen.

Walter Isaacson (rechts) hat Steve Jobs mehrfach interviewt und wird in wenigen Wochen die offizielle Biografie über den Apple-Chef (links) veröffentlichen. Nach dem Tod des Apple-Chefs trauern auch seine Nachbarn in Palo Alto, Kalifornien. (Bilder: PD / AP, Paul Sakuma / PD)
Es ist schon vor seinem Tod unglaublich viel veröffentlicht worden über Steve Jobs. Das bewegte Leben des Apple-Gründers in Buchform festzuhalten - an dieser Aufgabe haben sich einige Autoren versucht. Doch kein Werk kann nur annähernd mit dem von Walter Isaacson verglichen werden.
Beerdigung von Steve Jobs laut Bericht in kleinem KreisApple-Mitbegründer Steve Jobs soll nach Informationen des «Wall Street Journals» noch am Freitag beigesetzt werden. Die Zeitung beruft sich auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Demzufolge sei eine Beisetzung im engsten Kreise geplant. Die Person wollte nicht sagen, wo oder zu welcher Uhrzeit das Begräbnis stattfinden soll. (dapd) Nichts verpassen
Das Ressort Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets die interessantesten Tech-News anderer Websites.
www.twitter.com/20min_digital
Der renommierte US-Journalist und Schriftsteller konnte als erster Biograf auf die Unterstützung von Steve Jobs zählen. Die beiden fast gleichaltrigen Männer (Isaacson ist 59, Jobs wurde 56) haben in den letzten zwei Jahren an die 50 intensive Gespräche geführt. Nur wenige Wochen vor Jobs Tod fand das letzte persönliche Interview statt. Dies geht aus einem Artikel hervor, den Isaacson für das «Time Magazine» schrieb. Der Beitrag heisst «American Icon» - amerikanische Ikone.
Wochen vor dem Tod
Isaacson besuchte den schwerkranken Apple-Gründer zuletzt in dessen Heim in Palo Alto, Kalifornien. Zu jenem Zeitpunkt habe Jobs gewusst, dass er bald sterben werde. Er habe sein Schlafzimmer ins Erdgeschoss verlegt, weil er zu schwach war zum Treppensteigen. Trotz starker Schmerzen sei Jobs bei klarem Verstand gewesen und habe auch mit Humor geantwortet, schreibt Isaacson.
Beim Abschiednehmen habe ihn die Traurigkeit wie eine Woge erfasst. Um seine Gefühle zu verbergen, habe er die eine Frage gestellt, die ihn beschäftigte: Warum sich Jobs ihm gegenüber geöffnet und bereitwillig erzählt habe, obwohl er doch ansonsten kaum Privates preisgab? Jobs Antwort: «I wanted my kids to know me.» («Ich wollte, dass mich meine Kinder kennenlernen», Anmerk. d. Red.). Er sei nicht immer für seine Kinder da gewesen. Er erhoffe sich vom Buch, dass sie dadurch sein Fehlen und seine Beweggründe besser verstünden. «Ich möchte, dass sie wissen, warum, und dass sie verstehen, was ich getan habe», sagte er laut Isaacson.
Überhaupt machte sich der todkranke Apple-Gründer in den letzten Wochen seines Lebens vor allem Sorgen um seine Liebsten. «Es tat ihm furchtbar leid, dass er uns verlassen musste», sagte seine Schwester laut «New York Times».
Auch mit Feinden gesprochen
Isaacson konnte auch mit Familienmitgliedern, Freunden, Arbeitskollegen und Rivalen des langjährigen Apple-Chefs sprechen. Was viele erstaunen dürfte: Jobs, der als Kontrollfreak und Perfektionist galt, soll die Leute aus seinem privaten Umfeld ermuntert haben, offen Auskunft zu geben über ihn. Das galt auch für Ex-Freundinnen und ehemalige Angestellte, die er gefeuert und sich so zum Feind gemacht hatte.
Jobs habe niemals die Kontrolle darüber verlangt, was geschrieben werde, heisst es. So bestand der Apple-Gründer nicht darauf, seine Biografie vor der Veröffentlichung lesen zu können.
Termin vorverlegt
Der Erscheinungstermin der von Jobs autorisierten Biografie ist dreimal geändert worden. Zuletzt hatte es geheissen, das Buch werde weltweit am
Wer «Steve Jobs» auf Deutsch lesen möchte, muss sich unwesentlich länger gedulden. Der theoretisch früheste Verkaufstermin für die deutsche Erstausgabe ist der
Titel geändert
Die Verlagssprecherin geht davon aus, dass die deutsche Steve-Jobs-Biografie in den meisten Geschäften zwischen dem
Das Buch, das zunächst «iSteve: The Book of Jobs» heissen sollte, ist ein Bestseller mit Ansage. Es kann seit geraumer Zeit im Internet vorbestellt werden - unter anderem bei Amazon und natürlich im Apple-eigenen iTunes-Store. Die Nachfrage sei riesig, berichtet «The Next Web». Die Vorbestellungen bei Amazon seien - nach Bekanntwerden von Jobs Tod - innert Kürze um
Erfahrener Autor
Während nunmehr zwei Jahren hat der Autor am Apple-Buch gearbeitet. Es ist deutlich umfangreicher geworden als ursprünglich angekündigt. Ende August liess der Autor verlauten, dass er ein neues Schlusskapitel schreiben werde. Zu jenem Zeitpunkt trat Jobs als Apple-Chef zurück und führte kurz davor und nach dem Rücktritt die letzten Gespräche mit seinem Biografen.
Walter Isaacson ist Präsident der US-amerikanischen Denkfabrik Aspen Institute, das als Ausbildungszentrum für Führungskräfte aus aller Welt gilt. Der 59-Jährige hat bereits Biographien über Benjamin Franklin und Albert Einstein geschrieben, die sich millionenfach verkauften. Und er war für den Pulitzer-Preis nominiert.
Von Obama ernannt
Hartnäckigkeit und Ausdauer hat Isaacson schon in jungen Jahren bewiesen. Seine Karriere begann er als Reporter für die Londoner «Sunday Times». Später wurde er Chefredaktor des renommierten «Time Magazine» und arbeitete insgesamt 23 Jahre für das Medienunternehmen. Zu noch grösserer Bekanntheit gelangte er als Chef des US-Nachrichtensenders CNN, den er von 2001 bis 2003 führte. Schliesslich ernannte ihn der US-Präsident Barack Obama zum Vorsitzenden einer Regierungsbehörde mit 750-Millionen-Budget. In dieser Funktion soll er die Qualität der staatlichen Rundfunkdienste im Ausland erhöhen.
«Kein Kommentar»
20 Minuten Online hat Isaacson um eine persönliche Stellungnahme gebeten. Die Antwort kam von einem Assistenten: Walter Isaacson werde (zum jetzigen Zeitpunkt) den Tod von Steve Jobs nicht kommentieren und auch keine Fragen beantworten. Klar ist: Die Tantiemen, die er für das Jobs-Buch erhalten dürfte, werden ihn steinreich machen.
Schon früher sind zahlreiche Bücher über das Leben des Apple-Gründers veröffentlicht worden. Jobs wehrte sich mehrfach mit seinen Anwälten, weil er sich nicht korrekt dargestellt sah. Ein Buch names iCon wurde gar für immer aus den Apple Stores verbannt.
Isaacsons Buch spielt natürlich in einer anderen Liga. Wie es ihm gelingt, Steve Jobs Genialität - und seine Schattenseiten - zwischen Buchdeckel zu fassen, wird sich bald zeigen.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 27 Kommentare


































Der Mann der Technik
Ich bin und war nie ein Anhänger von Apple. Aber Steve Jobs war ein ganz besonderer. Seine Austrahlung und mit welch unglaublichem Elan er an seine Arbeit ging und er seine Produkte vermarktete (Ob nun Selbst "erfunden" oder nicht) War absolut einzigartig. Ein Grosser Mann! R.I.P Jobs
Visionär ja, Erfinder nein
Jobs hat vorallem zwei Dinge verstanden: 1. Trends bzw. Möglichkeiten rechtzeitig zu erkennen und 2. dann die richtigen Leute um sich zu scharen, um Geräte zu bauen, die bald gefragt sein würden. Als Erfinder im Sinne von Technik und Design hingegen sollte man ihn eher nicht sehen. Er hatte weder die Ausbildung noch (als Weltkonzern-Chef) die Zeit, um selbst in technischer und gestalterischer Weise mitzuarbeiten.
Aber
Er hatte aber das Auge auf gutes desing
Mehr als viele
Stimmt so. Nur hatte er tatsächlich viel mehr Technikwissen an viele andere Manager bzw wollte er immer ziemlich viele Details. Siehe Jugend oder zB das Interview im Playboy. Ob dies immer schlau ist solches "Halbwissen" sei dahingestellt.
Vor allem: Manager.
Mit Haut und Haar für sein Produkt engagiert, genau den Markt und die User-Bedürfnisse analysiert, seine Teams angetrieben, nicht locker gelassen, bis er sah, dass es gut war und der Preis möglichst zahlbar. "Manager" mag befremdlich klingen, weil wir uns darunter faule Säcke vorstellen, die in ihren Sesseln hängen, ihre Unternehmen runterfahren und dann mit goldenem Fallschirm abspringen. Wertevernichter statt Werteschöpfer wie Hayek und Jobs.
Ich wollte....
«Ich wollte, dass mich meine Kinder kennenlernen» Das hätte Steve besser erreicht wenn er sich diesen 50 Sitzungen seinen Kindern gewidmet hätte und nicht einem Biografen.
Fuer spaeter
Dann haette er hald 50 sitzungen mit seinen kids gehabt.. Ich verstehe Jobs so dass er mit diesen sitzungen auf einer erwachsenen ebene etwas fuer seine kids dalassen wollte, was sie jetzt noch nicht verstehen koennen...