Aufgeflogen

17. Oktober 2012 09:25; Akt: 18.10.2012 12:20 Print

Foxconn beschäftigte 14-Jährige

Der weltgrösste Elektronik-Zulieferer Foxconn hat zugegeben, in einem chinesischen Werk Jugendliche beschäftigt zu haben.

Bildstrecke im Grossformat »
In einer Fabrik in China hat Foxconn die Anzahl der Mitarbeiter von 110'000 auf 50'000 reduziert. Grund dafür ist der Einsatz von Robotern. Der chinesische Zulieferer Foxconn ist berüchtigt für seine zweifelhaften Arbeitsbedingungen. So stand das Unternehmen im Verdacht, Studenten gezwungen zu haben, Playstation 4 zu fertigen statt ein studiumrelevantes Praktikum anzubieten. Ein Reporter der chinesischen Zeitung «Southern Weekend» ging den Arbeitsbedingungen und den Gründen für die Selbstmorde von elf Mitarbeitern auf die Spur. Er fand bald heraus, dass Foxconn den Selbstmord von 30 weiteren Mitarbeitern verhindert hatte - in einem Zeitraum von nur drei Wochen. Um bei Foxconn angestellt zu werden, muss der Kandidat als Erstes einen Arbeitsfähigkeitstest absolvieren. Dabei werden Mathematik und Englisch geprüft. Wer 20 von 100 Punkten erreicht, bekommt eine Stelle. Katastrophale Bedingungen fand Reporter Liu Zhiyi bei Foxconn nicht vor. Vielmehr stellte er fest, dass die Löhne äusserst niedrig sind ... ... und sich Arbeiter mit diesen Bezahlungen nie die hauseigenen Produkte wie ein iPad leisten können. Der Journalist stellte allerdings fest, dass keine Kollegialität oder Freundschaft unter den 400'000 Mitarbeitern besteht. Da die Arbeiter Tag ein, Tag aus mit monotoner Arbeit beschäftigt sind, ... ... nehmen die Angestellten ihre Kollegen nicht mehr als Individuen wahr. Es gibt einige Arbeiter, die nicht einmal den Namen ihrer nächsten Kollegen kennen, ... ... selbst wenn sie zusammen in den Foxconn-eigenen Appartements wohnen. Die Arbeiter dürfen einmal täglich eine 10-Minuten-Pause im gemeinsamen Schlafzimmer machen. Um den Zimmerschlüssel zu bekommen, müssen sie ihren Badge abgeben. Wer innerhalb der vereinbarten Zeit nicht zurück ist, wird bestraft. Foxconn versucht nun nach der Selbstmord-Serie die «Würde der Angestellten» mit einer saftigen Lohnerhöhung sicherzustellen. Das Unternehmen kündigte gleichzeitig an, keine Entschädigungen mehr an Hinterbliebene von Mitarbeitern zu zahlen, die Selbstmord begangen haben.

Foxconn und Apple stehen wegen der Arbeitsbedingungen in China schon länger in der Kritik.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Foxconn hat zum ersten Mal bestätigt, 14-jährige Jugendliche in seinen chinesischen Fabriken zu beschäftigen. Es handle sich um einen Verstoss sowohl gegen das Arbeitsrecht als auch gegen interne Regeln, erklärte das taiwanische Unternehmen am Dienstag.

Arbeitnehmervertreter hatten Foxconn und anderen Firmen vorgeworfen, Schülerpraktikanten als billige Arbeitskräfte zu missbrauchen. Hinter dem Namen Foxconn steht der Konzern Hon Hai Precision Industry, der in China 1,2 Millionen Menschen beschäftigt.

Nach eigenem Bekunden wurden Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren im Werk Yantai in der Provinz Shandong drei Wochen lang beschäftigt. Man habe sich bei allen Schülern dafür entschuldigt. Apple-Produkte werden Foxconn zufolge in dem Werk nicht hergestellt.

Foxconn und Apple stehen wegen der Arbeitsbedingungen in China schon länger in der Kritik. So ist eine extrem hohe Zahl von Überstunden beklagt worden.

Das iPad mini wird am 23.Oktober enthüllt

Der Elektronikkonzern Apple hat für den kommenden Dienstag eine Präsentation im kalifornischen San José angekündigt. Erwartet wird die Vorstellung einer kleineren Version des Tablet-Computers iPad, über die Medienvertreter und Experten bereits seit Monaten spekuliert haben.

Apple selbst hat bisher keine Angaben zu den mutmasslichen Plänen gemacht - was allerdings zum Vorgehen des kalifornischen Unternehmens vor vergangenen Produktpräsentationen passt. Experten gehen davon aus, dass ein «iPad mini» etwa 299 Dollar (rund 230 Euro) kosten könnte. Sein Bildschirm könnte etwa halb so gross wie der des derzeitigen Modells sein, hiess es unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dänu am 17.10.2012 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Unsinn!

    Zitat: "Apple-Produkte werden Foxconn zufolge in dem Werk nicht hergestellt"... Mehr muss hier zum Thema Apple wohl kaum gesagt werden! Wer hier trotzdem über Apple herzieht, der findet a) AppleBashing einfach unglaublich toll, oder kann b) nicht lesen!

    einklappen einklappen
  • Dritter am 17.10.2012 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt ist es auf einmal nicht Apple

    Ist schon erstaunlich, wenn ein anderer Hersteller mit Kinderarbeit am Pranger steht, sagen alle Apple-Freunde: Apple schaut auch bei der Produktion, dass alles mit Recht dingen zu und her geht, darum zahlt man gerne mehr. Aber jetzt, wo Apple genannt wird, ist es ein Zulieferer und gar nicht so schlimm. Es ist halt Apple. die am meisten Marge auf die Produkte aufweisen und Foxconn Mitarbeiter sehen nichts davon. Dann wunderts nicht. das Apple als erstes genannt wird.

    einklappen einklappen
  • A. Sljivic am 17.10.2012 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ah jaaa

    Vlt. Muss der kleine seine ganze Familie ernähren oder sonst irgendwas!!! Es gibt halt Länder in denen nicht alles so toll geregelt ist wie hier in der CH. Man weiss nicht den Hintergrund. Es kann auch sein dass Samsung diese schlechte PR als negativ Werbung gegen Apple betreibt. Nicht alles glauben was hier einer reinschreibt!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dänu am 18.10.2012 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Vor der eigenen Tür den Mist wegräumen

    Kinderarbeit gibt es übrigens überal, auch in der Schweiz. Man braucht also gar nicht so weit in die ferne schauen. In jedem Bauernbetrieb helfen schliesslich die Kinder von klein auf mit.

  • Dänu am 17.10.2012 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Unsinn!

    Zitat: "Apple-Produkte werden Foxconn zufolge in dem Werk nicht hergestellt"... Mehr muss hier zum Thema Apple wohl kaum gesagt werden! Wer hier trotzdem über Apple herzieht, der findet a) AppleBashing einfach unglaublich toll, oder kann b) nicht lesen!

    • Foxconn am 19.10.2012 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Apple-Produkte werden nicht hergestellt. Sondern Teile zu Apple Produkten. Wie für fast alle anderen Elektrofirmen auch.

    einklappen einklappen
  • r. aregger am 17.10.2012 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    typisch

    wieso wird in diesem Zusammenhang immer nur die Firma Apple erwähnt? Foxconn arbeitet für Sony, Nintendo, HP, Dell, Microsoft, Apple und viele mehr........scheinbar will man einfach immer Apple schlecht machen........

  • JP am 17.10.2012 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In CH auch

    Gibt's in der Schweiz fast auch. 15 jährige müssen leider schon mit der Lehre beginnen.

  • Evel Knievel am 17.10.2012 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wtf

    Apple Zulieferer, Apple Zulieferer, Apple Zulieferer.... Man könnte meinen Foxconn sei Apple. Dem ist aber nicht so. Wieso heisst es nicht Acerzulieferer? Hp Zulieferer und und und?????