G-Shock-Uhr im Test

05. März 2013 22:25; Akt: 07.03.2013 15:27 Print

Der schlaue Panzer am Handgelenk

von Daniel Schurter - Die Zukunft gehört Smart-Uhren, die sich mit Handys und anderen Mobilgeräten koppeln lassen. Wir haben die neue Bluetooth-Uhr von Casio unter die Lupe genommen.

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Harald Blauzahn erobert die G-Shock-Uhren. Der dänische Wikingerkönig gilt als Namensgeber von Bluetooth, der drahtlosen Daten-Übertragungstechnik für Elektronikgeräte. Blauzahn musste sich im 10. Jahrhundert auf menschliche Boten verlassen, um über grosse Distanzen zu kommunizieren. Heute fällt diese Aufgabe den Mobilgeräten zu.

Hier kommt die G-Shock GB-6900AA von Casio ins Spiel. 20 Minuten Online konnte sie vorab testen. Die Bluetooth-Armbanduhr aus Japan, die Mitte März in der Schweiz auf den Markt kommt, lässt sich mit dem Smartphone koppeln und wird so zur Mitteilungszentrale. Sobald eine E-Mail oder ein Anruf eingeht, wird eine Benachrichtigung angezeigt.

Auch bei neuen Twitter-Nachrichten (Tweets) oder Facebook-Ereignissen soll die Uhr piepen und vibrieren. Allerdings steht die Funktion, die auf der G-Shock-Website beworben wird, noch nicht zur Verfügung. Einen genauen Termin kann Casio nicht nennen. Abgesehen von der Socia-Media-Integration besteht auch sonst dringender Handlungsbedarf seitens des Herstellers: Denn momentan können noch keine SMS angezeigt werden.

Auf dem Weg zur Smart-Uhr

In den letzten Wochen haben die Meldungen über das nächste grosse Ding der Mobilbranche zugenommen: die Smart-Uhr. Laut Gerüchteküche arbeitet Apple an einem tragbaren Gerät mit gebogenem Touchscreen, andere Hersteller haben bereits die ersten Smart-Uhr-Modelle auf den Markt gebracht. Das Prinzip ist immer das gleiche: Smartphone und Uhr werden drahtlos gekoppelt.

Das ist auch bei der neuen G-Shock von Casio der Fall. Dabei handelt es sich quasi um einen Zwischenschritt auf dem Weg zur schlauen Armbanduhr. Das Display ist nicht berührungsempfindlich, die Steuerung erfolgt über herkömmliche Knöpfe. Dafür gilt das Gehäuse als stossfest und wasserdicht bis zu einer Tiefe von 200 Metern.

Nur mit iPhone 4S und 5

Ein weiterer Wermutstropfen betrifft viele Smartphone-Nutzer: Vorläufig lässt sich die neue G-Shock nur mit dem iPhone 4S und 5 koppeln. Die Integration anderer Plattformen (Android etc.) sei geplant, heisst es. Ein Termin steht aber nicht fest.

Das Einrichten funktioniert einfach. Zunächst gilt es die Gratis-App G-Shock+ aus dem App Store herunterzuladen. Via iPhone ist zudem eine umfassende Hilfefunktion verfügbar. Innert Minuten ist die Bluetooth-Verbindung erstellt.

Nie mehr ohne Handy aus dem Haus

Wenn die drahtlose Verbindung zwischen der Uhr und dem iPhone unterbrochen wird, vibriert die G-Shock. Diese Funktion taugt zwar nicht als Diebstahlschutz, garantiert aber die Kommunikation mit dem Mobilgerät. So verpasst man garantiert keine wichtigen Anrufe oder Mails, auch wenn das iPhone gerade nicht zur Hand ist. Zudem lässt sich so sicherstellen, dass man nicht ohne Gerät aus dem Haus geht.

Auf Knopfdruck kann man ein verlegtes Mobilgerät aufspüren - sofern es sich in Bluetooth-Reichweite befindet. Eine weitere Funktion ist in fremden Zeitzonen praktisch: Die Uhr übernimmt auf Wunsch die Smartphone-Zeit. Wenn man sie vom Handgelenk nimmt, wechselt sie in den Stromsparmodus.

Durchzogenes Fazit

Das martialische Design der G-Shock-Uhren ist Geschmacksache. Die GB-6900AA wird zu einem empfohlenen Verkaufspreis von 298 Franken in vier Farben erhältlich sein. Unschön ist allerdings, dass noch nicht alle versprochenen Funktionen zur Verfügung stehen. Zudem lassen sich längst nicht alle E-Mail-Konten integrieren. Bislang ist dies lediglich mit den Mail-Providern Google Mail (Gmail), Yahoo und iCloud/Apple möglich.

Bluetooth 4.0 gilt als energiesparende Technologie zum drahtlosen Übertragen von digitalen Daten über eine Distanz bis zu 50 Meter - in Gebäuden ist es deutlich weniger. Die Lebensdauer der Knopfzellenbatterie beträgt dafür laut Hersteller rund zwei Jahre.

Das nachfolgende Werbevideo von Casio Japan zeigt die Hauptfunktionen:

(Quelle: youtube.com/CasioJapanOfficial)

Update 7. März

Mit dem Update der «G-Shock+»-App auf Version 1.04 können nun auch Twitter- und Facebook-Benachrichtigungen auf der Smart-Uhr angezeigt werden.