Projekt «Purple»

26. März 2014 14:12; Akt: 26.03.2014 14:12 Print

Apple-Mitarbeiter spricht über iPhone-Entstehung

Ein ungeduldiger Steve Jobs soll die Entwickler des ersten Apple-Handys mit einem Ultimatum zu besten Ideen getrieben haben. Über das iPhone geredet wurde nur an geheimen Orten.

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Im Januar 2007 präsentierte Steve Jobs an der MacWorld Conference in San Francisco das iPhone. (Bild: Keystone/AP/Paul Sakuma)

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Während eines laufenden Gerichtsverfahrens um ein Patentrecht gegen Samsung erhielt der Apple-Mitarbeiter Greg Christie die Erlaubnis, öffentlich über die Entstehung des ersten iPhone-Modells zu sprechen. Gemäss 9to5mac.com gehörte Christie zum ersten Entwicklungsteam des Apple-Smartphones. Er gab Auskunft über seine Arbeit bei Apple in Cupertino.

Als Christie 2004 vom damaligen Software-Chef Scott Forstall angefragt wurde, ob er an einem geheimen Projekt namens Purple mitmachen wolle, sagte er zwar zu, wusste damals aber lediglich, dass es sich dabei um ein Mobiltelefon mit integriertem Musikplayer und einem Touchscreen handeln sollte.

Ultimatum von Steve Jobs

Mit einem laut Christie sehr kleinen Team entwickelte er viele Ideen für ein zukünftiges Smartphone. Doch reichten diese für Apple-CEO Steve Jobs anscheinend nicht aus für ein gelungenes Apple-Gerät. 2005 stellte Jobs dem Team ein Ultimatum: Innerhalb von zwei Wochen sollten die Entwickler etwas Besseres liefern. Ansonsten werde er das Projekt einem anderen Team übertragen.

In den folgenden zwei Wochen sollen dann unter Hochdruck mehrere der typischen iPhone-Funktionen erfunden worden sein, wie etwa die chronologische Darstellung von SMS, direkte Anrufe aus dem Adressbuch oder die Entriegelungsmöglichkeit durch eine Wischbewegung. Danach folgte ein «zweieinhalb Jahre langer Marathon», in dem das fertige Produkt entwickelt wurde.

Strengste Geheimhaltung

Ein vielbeachtetes Interview, das Greg Christie im «Wall Street Journal» gab, erschien gerade zu der Zeit, da ein Urteil in einem erneuten Gerichtsfall gegen Samsung gefällt wurde. Wohl nicht zufällig: Im Bericht von Christie wird unter anderem auch aufgezeigt, wie viel Entwicklungsarbeit Apple ins iPhone gesteckt hat und noch immer steckt.

Christie leitet heute noch das Team, das sich um die Benutzeroberfläche des iPhones kümmert. Damals wie heute soll strengste Geheimhaltung betreffend neuen Produkten geherrscht haben. Wenn die Entwickler mit Jobs über das neue Gerät sprechen wollten, gingen sie in einen fensterlosen Raum auf dem Apple-Campus in Cupertino, den angeblich nicht einmal das Reinigungspersonal betreten durfte. Bilder des iPhones waren nur verschlüsselt vorhanden. Die Strategie ist denn auch aufgegangen: Niemand wusste vorab, wie das neue Apple-Handy aussehen würde.

(ray)