«Praktikum» bei Foxconn

07. September 2012 17:02; Akt: 07.09.2012 17:02 Print

Studenten müssen das neue iPhone bauen

Fliessband statt Schulzimmer: Laut chinesischen Medien müssen junge Leute vorübergehend in den Foxconn-Fabriken schuften. Doch der grösste Apple-Partner widerspricht.

Eine im Frühjahr in den USA ausgestrahlte Reportage zeigte, wie es in den Foxconn-Fabriken zugeht und was die unabhängigen Inspektionen an den Tag brachten. (Quelle: youtube.com/ABCNews)
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Weil der asiatische Apple-Partner Foxconn nicht genügend Arbeitskräfte findet, werden tausende chinesische Studenten vorübergehend zu Montagearbeiten für das iPhone 5 gezwungen. Diese skurrile Meldung stammt von der chinesischen Tageszeitung «China Daily».

Der Zeitungsbericht beruft sich auf die Schilderung Betroffener in Online-Foren und am staatlichen chinesischen Radio. Zudem soll die für die Ausbildungsstätten verantwortliche Behörde das Vorgehen bestätigt haben.

Nicht unüblich, aber ...

Es sei zwar nicht unüblich, dass Studenten vorübergehend in Fabriken von Foxconn oder anderen Auftragsfertigern arbeiten, heisst es. Doch in der Regel fänden solche Praktikums-Programme während der Semesterferien statt. Bemerkenswert seien die Arbeitsbedingungen, berichtet golem.de. Die jungen Leute stehen an sechs Tagen pro Woche am Fliessband und setzen iPhones zusammen. Angeblich dauern die Schichten 12 Stunden. Dafür erhalten die ungelernten Aushilfskräfte einen Monatslohn von umgerechnet 244 US-Dollar.

Vorwurf: Eltern nicht informiert

Eine betroffene Studentin erhob schwere Vorwürfe. Regierungsstellen hätten die Zwangsverpflichtung bei mehreren Bildungsinstituten angeordnet, ohne vorgängig die Eltern zu informieren. Foxconn habe kurzfristig 10 000 zusätzliche Arbeistkräfte benötigt. Daraufhin hätten sich die Lehrer geeinigt, den Unterricht für ein bis zwei Monate auszusetzen. Gemäss offizieller Begründung könnten die jungen Leute so «Arbeitsbedingungen kennenlernen und ihre individuellen Fähigkeiten fördern».

Laut «China Daily» hat eine chinesische Nichtregierungs-Organisation den Studenten Rechtshilfe angeboten. Einige Betroffene hätten allerdings Angst vor Repressalien und würden sich darum nicht gegen die Verfügung auflehnen. Ihre naheligende Befürchtung: Wer nicht bei Foxconn mithilft, bekommt Probleme in der Schule ...

Foxconn widerspricht

Foxconn hat mittlerweile auf die Anschuldigungen reagiert und ihnen in einer schriftlichen Stellungnahme widersprochen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die jungen Leute seien frei, das Programm jederzeit zu verlassen, erklärte das Unternehmen. Eine kürzlich durchgeführte Inspektion durch Vertreter der Fair Labor Association habe keine Hinweise ergeben, dass Zwang ausgeübt werde auf die jungen Arbeiter.

Apple hat die Berichte aus China bislang nicht kommentiert. Der US-Konzern hatte in diesem Jahr erstmals unabhängigen Inspektionen in den Zulieferbetrieben zugestimmt und Verbesserungen veranlasst. Am nächsten Mittwoch wird das neue iPhone präsentiert. Zum Verkaufsstart, der in den Wochen darauf erfolgt, wird ein riesiger Ansturm erwartet.

Zuletzt hatte der Apple-Konkurrent Samsung für negative Schlagzeilen gesorgt wegen der schlechten Zustände in den Produktionsbetrieben. Nach alarmierenden Berichten über Kinderarbeit und «unmenschliche Arbeitsbedingungen» versprach Samsung Besserung. Es würden umfangreiche Inspektionen durchgeführt.

(dsc)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Was das iPhone wird in China hergestellt? Ich dachte das geschieht in in Kalifornien in einem modernen, hellen und freundlichen Apple Haus, das die Form eines Apfels hat? – Lisa Love

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 07.09.2012 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man will immer alles

    Hier wird über schlechte Arbeitsbedingungen gemotzt. In einer anderen Rubrik motzen die selben Leute über zu teure Preise. Man kann nunmal nicht billig und Fair haben!

  • Ueli am 07.09.2012 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fanboys zum abscheuen

    Ich habe nichts gegen samsung oder apple aber was gegen fanboys die die ganze zeit sagen samsung lässt kinderarbeiten und apple nicht. Ich bab auch nichts gegen die studenten arbeit was die machen denn lieber das als wie hier am Bahnhof trinken und saufen. Aber bitte hört mit den dämlichen Kommentaren auf!!! Das gilt auch für samsung fanboys

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  • absorber am 08.09.2012 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist aber eher ein Problem Chinas

    Dort gibt es eben nicht die Demokratie wie wir sie hier kennen. Staat und Unternehmen sind schon darum besorgt das Aufträge erledigt werden um von den Folgeaufträgen zu profitieren. Im Fall, das hier Studenten das Thema sind kann man nur bedauern, das sie in China und nicht hier ihre Ausbildung machen. Trotzdem wird Apple auch auf diese Vorwürfe reagieren und abschalten, was sie abschalten können. Warum arbeiten wir hier denn für einen Lohn, der es Apple und Co nicht möglich macht hier zu produzieren?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michi Äbi am 08.09.2012 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsplätze

    Kauft Produkte aus dem eigenden Land und sichert somit unsere Arbeitsplätze.. leider ist dies nicht bei allen produken möglich. Aber ein kleiner beitrag .....

  • PSt am 08.09.2012 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll's. Unser Problem?

    Zu Denken gibt mit eher der hohe Endpreis des iPhone und was der Kunde ,mittlerweile ohne einen Mucks, bereit ist zu zahlen. Apple versteht es die Kunden zu binden. Geschrieben auf iPad. ;-)

    • Balduin am 09.09.2012 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Apple soll mal vor der eigenen Tür kehren

      Was ich eher bedenklich finde, ist dass die Foxconn-Mitarbeiter, die ja zum grossen Teil für Apple arbeiten, mit einem regelrechten Hungerlohn auskommen müssen, obwohl die betreffenden Produkte viel mehr kosten als vergleichbare von anderen Firmen. Ich glaube eher, dass Apple zu sehr im Geld schwimmt und dass sie locker 50 bis 80 Franken pro iPad oder iPhone bzw. einige Hundert pro MacBook an Foxconn abtretreten könnten.

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  • Mirco am 08.09.2012 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    I phone 5 komm

    Die sollen schneller machen ich will das i Phone 5 umbedingt haben und zwar so schnell wie möglich zu dem die machen das ja freiwillig

    • mirco/wiedersprecher am 10.09.2012 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      fail

      Jaja um das geht es bei diesem Beitrag wie schnell Studenten arbeiten können

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  • thomas hofer am 08.09.2012 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iphone und...

    Tja! Denkt daran liebe iPhone Käufer. Beim nächsten Kauf sollte jeder daran denken.

  • absorber am 08.09.2012 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist aber eher ein Problem Chinas

    Dort gibt es eben nicht die Demokratie wie wir sie hier kennen. Staat und Unternehmen sind schon darum besorgt das Aufträge erledigt werden um von den Folgeaufträgen zu profitieren. Im Fall, das hier Studenten das Thema sind kann man nur bedauern, das sie in China und nicht hier ihre Ausbildung machen. Trotzdem wird Apple auch auf diese Vorwürfe reagieren und abschalten, was sie abschalten können. Warum arbeiten wir hier denn für einen Lohn, der es Apple und Co nicht möglich macht hier zu produzieren?