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09. Mai 2012 19:25; Akt: 14.05.2012 15:39 Print

Foxconn baut ein mächtiges Roboter-Heer

Der weltgrösste Elektronik-Hersteller hat grosse Pläne: In zwei Jahren sollen eine Million Roboter bereitstehen und nicht nur in den eigenen Fabriken die Menschen überflüssig machen.

In Asien erwächst dem Schweizer ABB-Konzern mächtige Konkurrenz. Das Konzept-Video zeigt einen zweiarmigen Fertigungs-Roboter, der zurzeit getestet wird. (Quelle: youtube.com/ABBRobotics)
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Die etablierten Roboter-Hersteller, zu denen die Schweizer ABB gehört, müssen sich warm anziehen. Dies berichtet das deutsche Industrie-Fachmagazin «Produktion» in seiner aktuellen Ausgabe. Denn Foxconn entwickle sich in eine andere Richtung, als die westliche Welt dachte.

Zwar ist schon länger bekannt, dass der weltgrösste Auftragsfertiger seine Arbeiter durch Maschinen ersetzen will. Nun sind neue Details der ehrgeizigen Strategie bekannt geworden. Demnach soll bis 2014 ein mächtiges Heer von einer Million Robotern einsatzbereit sein. Damit würde Foxconn auf einen Schlag zum grössten Hersteller von Industrie-Robotern. Zum Vergleich: ABB verkaufte letztes Jahr 16 000 Industrieroboter, je zu einem Drittel nach Asien und Europa.

Um sich an die Spitze der Roboter-Produzenten zu setzen, baue Foxconn zurzeit im Heimatland Taiwan ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, berichtet «Produktion». Das Magazin beruft sich auf Insider-Informationen aus den USA. Ein Branchenkenner verriet im Interview, dass Foxconn auf westliches Knowhow zurückgreifen wolle. Roboter-Ingenieure aus Europa könnten den Asiaten bei der Entwicklung behilflich sein. Er gehe davon aus, dass Foxconn Roboter von ABB und anderen Herstellern kaufen werde, sie in Einzelteile zerlege und nachbaue.

«Schwerer Schlag gegen ABB»

Damit nicht genug: Foxconn will die Roboter in Zukunft nicht nur in den eigenen Fabriken einsetzen, sondern weltweit verkaufen. Er persönlich halte dies für einen schweren Schlag gegen ABB und weitere Roboter-Produzenten, wird der Robotik-Spezialist aus den USA zitiert. In den nächsten Jahren sei mit Patent-Streitigkeiten zu rechnen, wenn Foxconn Roboter auf den Markt bringe «und sie denen der anderen Hersteller ähneln».

Foxconn ist Apples wichtigster Partner in Asien. In den chinesischen Fabriken werden das iPhone, das iPad und weitere Apple-Geräte zusammengebaut - oft in Handarbeit. Wie viele Arbeitsplätze dereinst wegfallen, ist nicht bekannt. Foxconn beschäftigt rund 1,2 Millionen Mitarbeitende in Asien, Europa und Lateinamerika. Zu den Kunden gehören viele grosse Namen aus der IT-Welt, darunter Dell, Nokia und Samsung.

20 Minuten Online hat ABB um eine Stellungnahme gebeten - die Antwort steht aus.

Update 11. Mai

Wie wappnet sich ABB gegen Foxconns Roboter-Pläne und ist bereits Knowhow nach Taiwan verkauft worden? Auf konkrete Fragen gab die ABB-Medienstelle keine Antwort. 20 Minuten Online erhielt lediglich ein allgemein gehaltenes Statement. Darin heisst es, ABB sei seit zehn Jahren «der führende Zulieferer» für die Konsumelektronik-Industrie in China/Taiwan und ihre Auftragsfertiger. «Ausgehend vom erwarteten Wachstum im globalen Industrieroboter-Markt im Allgemeinen, und sowohl in China als auch in der globalen Konsumelektronik-Industrie im Speziellen, erwarten wir weiterhin starkes Wachstum in den kommenden Jahren.»

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • L'Archer am 09.05.2012 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Marktwirtschaft 3.0

    Ein durchaus aufsehenerregendes Szenario wie uns dereinst entfesselte Marktkräfte regelrecht in den Boden stampfen könnten. Der Witz an der Sache: finanziert mit westlichen Konsumgeldern.

  • Yoda am 10.05.2012 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möge die Macht mit uns sein...

    Die Klon-Armee sie bauen werden!

  • R. Müller am 10.05.2012 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird nur an Profit gedacht

    Einige Menschen (Manager) verstehen ja wirklich nicht, dass Geld nicht alles ist. Aber vielleicht leisten später diese Roboter ja auch Sozialhilfe??

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roboter am 10.05.2012 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Proteste!

    Tja Pech für die linken Aktivisten. Vielleicht hätte man weniger protestieren sollen. Jetzt werden die Arbeitsplätze langsam wegrationalisiert. Was sagen sie in Zukunft den Arbeitslosen Chinesen?Können diese auf eine (privaten!) Zustupf von euch freuen? Wohl kaum! Wie weiter?

    • Mehr proteste! am 10.05.2012 09:33 Report Diesen Beitrag melden

      ....

      Würde man alles automatisieren, bräuchten wir auch kein Geldsystem mehr und der Mensch könnte sich den ganzen Tag, Sport, Bildung oder Kunst widmen. aber die Leute sind mittlerweile nicht mehr fähig Arbeitswelt von Realwelt zu trennen. Leben heisst Leben, weil es eben nicht arbeiten heisst.

    einklappen einklappen
  • R. Müller am 10.05.2012 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird nur an Profit gedacht

    Einige Menschen (Manager) verstehen ja wirklich nicht, dass Geld nicht alles ist. Aber vielleicht leisten später diese Roboter ja auch Sozialhilfe??

  • Yoda am 10.05.2012 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möge die Macht mit uns sein...

    Die Klon-Armee sie bauen werden!

  • Heimberger am 10.05.2012 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chance zur Moral

    Wenn Nutzer pro Roboter auch Sozialabgaben und Steuern bezahlen müssten, wäre doch unser Wirtschaftssystem gerettet.

  • r.buhl am 10.05.2012 00:13 Report Diesen Beitrag melden

    suuuuuuuuper 1/2 Kind pro Paar

    Ja die 1/2 Kind Ehe wird kommen. Und die Roboter werden auch Steuern zahlen.!?