Arbeitslager Chengdu

17. Juli 2011 09:04; Akt: 17.07.2011 16:23 Print

Die dunkle Seite von Apple

Alle kaufen iPhones und iPads. Die Arbeitsbedingungen in Chinas Fabriken sind allerdings oft schlimm. Studenten werden zu einer Art Zwangspraktikum verpflichtet, wie ein neuer Bericht aufdeckt.

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Ein Bild aus dem Jahre 2010 zeigt einen Angestellten von Foxconn bei der Arbeit am Fliessband. (Bild: Keystone)

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Die Arbeitsbedingungen der chinesischen Fabrikarbeiter, die iPads und iPhones zusammensetzen, sind miserabel. Zu diesem Schluss kommt die Hongkonger Nichtregierungsorganisation Sacom. Sie hat die Anlagen der Firma Foxconn, welche die Geräte für die Kultmarke Apple herstellt, unter die Lupe genommen und der «SonntagsZeitung» Fotos zur Verfügung gestellt. Sacom wird vom Schweizer Hilfswerk Brot für alle unterstützt.

Die Fabrik gleicht eher einer Baustelle, als Türe dient ein Loch in der Wand. Um die riesige Nachfrage nach iPhones und iPads decken zu können, lockt Foxconn Studenten mit Praktika. Das sind aber eigentliche Arbeitslager: Bis zwölf Stunden stehen die Studenten am Fliessband, es gibt ein Redeverbot während der Arbeitszeit, kurze oder gar keine Essenspause, militärischen Drill. Apple verweigerte der «SonntagsZeitung» trotz mehrmaligem Nachfragen eine Stellungnahme.

(feb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sacha am 17.07.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Apple die Bösen.

    Leider nichts neues, wie es in den Fabriken in China zu und her geht. Vor Monaten gerieten Jeansfirmen in Kritik, nun ist Apple dran. Wir Europäer sind mitschuldig an diesen Zuständen, haben doch auch wir tausende Arbeitsplätze zu nichte gemacht, weil es in China günstiger ist zu produzieren. Sind wir doch ehrlich: Jeder weiss es, wie es in China läuft, alle schauen weg. Niemand von Wirtschaft und Politik steht denen mal mächtig auf die Füsse. Da gäbe es noch ein Thema: Tierschutz.....ach ja, auch mein Acer-Notebook, das Nikon-Objektiv und mein Nike-Shirt sind Made in C....

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  • I.F. am 17.07.2011 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Profitieren auf der ganzen Linie...

    Es heisst zwar, dass die Konsumenten Tiefstpreise verlangen und deswegen die Firmen lieber in China und anderen billigen Produktionsstaetten produzieren aber mal ehrlich, so guenstig sind die Produkte letzten Endes ja doch nicht. Zu dem bekommen viele Firmen sogar Verbilligung auf Einfuhr- und Zollkosten in ihren Laendern wenn sie in Laender wie China und Co. produzieren. Dies als kleines Dankeschoen weil sie in diesen Laendern Arbeitsplaetze schaffen. Somit profitieren sie doppelt. Um was fuer Arbeitsplaetze es sich dabei aber handelt, interessiert aber weder Auftraggeber noch Importstaat.

  • mr.dbase am 17.07.2011 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    fort von China!

    Wem gehört Foxcon ? Apple ? Nein, das ist ein Unternehmen welches für HP, ACER, Oki und Apple sowie auch andere produziert. Wenn ich einen Auftrag erteile, so ist es dem Hersteller sein Problem wie er den Auftrag ausführt, stimmt die Qualität nicht geht die Ware zurück. Für dieses Verhalten der Foxcon und der Kom. Regierung von China kann man nicht die Auftraggeber verantwortlich machen. Wir stellen einen Auftrag der zu unseren Voraussetzungen erfüllt werden muss, wenn dies nicht möglich ist suchen wir einen anderen Hersteller. und genau da beginnt der Druck auf die Firmen. Fort von China!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom Lehner am 30.01.2012 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind das Volk

    Solange wir die Produkte kaufen und die von uns gewählte Politik das nicht reglementiert, anprangert oder verfolgt wird sich daran nix ändern. Auch hierzulande werden Studenten für lau eingesetzt und verdrängen so Menschen die einen Arbeitsplatz gebrauchen könnten. Mit dem Unterschied das hier niemand hungern muß und es trotzdem getan wird.

  • michael schmitt am 20.07.2011 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    tojanische Hersteller

    Schade, wärend der finnische Konzern Nokia an europäischen Boden verliert, täuscht Apple, Samsung und co die Konsumenten mit einem listigem Marketing wie z.B. das IPhone in Weiss oder Samsung mit superultramegagiga schnellen Prozessoren

  • Lichtsammler am 19.07.2011 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    einer von vielen ...

    Kennt denn jemand die Arbeitsbedingungen anderer Produzenten. z.B. die Fabriken in denen die Schnäppchen vom Discounter montiert werden ..?

  • Kristof Ammann am 17.07.2011 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Preise sind sowieso jenseits!

    Ich finde Apple sollte für die Preise, welche sie verlangen wenigstens eine "anständige" Produktion bieten. Ich finde es total daneben für einen Laptop 1300 Franken zu bezahlen, den ich mit Windows für 600 bis 700 bekomme. Wenigstens die Arbeiter sollten etwas von diesen Preisen spüren können! Nicht nur der Geldbeutel von Steve Jobs!

    • Tinu am 19.07.2011 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Weil sie es können

      Wären die Leute so vernünftig und würden keine Apple Produkte kaufen, müssten diese auch die Preise senken.

    • Schnakenhascher am 24.07.2011 14:48 Report Diesen Beitrag melden

      Auswüchse

      Die Preise zwischen Apple und Windows sind schon berechtigt. Aber diese Arbeitsbedingungen, welche die multinationalen Konzerne haben, sind Auswüchse der Globalisierung und des Luxusdenkens der westlichen Bevölkerung, die mit Werbung und damit einhergehenden künstlichen Bedarfserzeugung derartig zugedröhnt wird, daß nur das "Habenwollen" im Vordergrund steht. Da nützt auch ein Boykott der Produkte nichts. Dann werden diese Produkte noch billiger produziert und noch teurer verkauft.

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  • Tom Kerner am 17.07.2011 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbeutern den Marktzugang verbieten!

    So trendig und anwenderfreundlich Apples Produkte angeblich sein sollen, so rückwärtsgewandt und problembehaftet sind die Bedingungen unter denen sie produziert werden. Wenn ich jeweils solche Berichte lese, kommen mir unweigerlich die Zustände in der englischen Baumwollproduktion vor 200 Jahren in den Sinn. Es braucht bei uns nun dringend Gesetze , die gewisse Mindesstandards für die Produktion von Importgüter festlegen. Fehlbaren Produzenten muss man danach den Marktzugang verbieten.