Apple WWDC

08. Juni 2009 14:28; Akt: 31.03.2010 14:30 Print

Neues iPhone von Apple

von Manuel Bühlmann - Videofunktion, Sprachsteuerung, Kompass, HSDPA und drei Megapixel: Apple präsentierte an der Entwicklerkonferenz in San Francisco das neue iPhone 3G S - das S steht für «Speed». Es ist ab dem 19. Juni auch in der Schweiz erhältlich.

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Die seit Monaten in der Blogosphäre kursierenden Gerüchte haben sich bestätigt: Die Erfolgsgeschichte des iPhones geht in die dritte Runde. Marketingchef Philip Schiller stellte an der Entwicklerkonferenz das neuste Modell vor. Dank HSDPA ist der User mit 7,2 Megabit pro Sekunde im Web unterwegs. Neu können auch Videos aufgenommen und direkt auf dem iPhone geschnitten werden. Die Kamera löst nun drei Megapixel auf und verfügt über Auto-Fokus. Ein digitaler Kompass weist einem stets den Weg nach Norden. Über Sprachbefehle lassen sich Telefonbuch und iPod steuern - auch auf Deutsch. Scheinbar wurde die Akkuleistung stark verbessert. User sollen bis zu neun Stunden nonstop im Web surfen können. Videos lassen sich mit einer vollen Akkuladung zehn Stunden abspielen.

Die 16-Gigabyte-Version kostet in den USA 199 Dollar, das neue Modell mit 32 GB 299 US-Dollar. Es soll ab dem 19. Juni auch in der Schweiz in den Handel kommen.

Erfolgsgeschichte iPhone

Im App Store stehen den Usern inzwischen über 50 000 Programme zur Verfügung. In den vergangenen neun Monaten wurden insgesamt eine Milliarde Apps heruntergeladen. Im Vergleich: Android bietet zurzeit 4900 Apps an, Nokia 1088 und Blackberry 1030.

Seit dem 29. Juni 2007 hat Apple weltweit 21 Millionen Exemplare des iPhones verkauft. Das US-Marktforschungsunternehmen PiperJaffray traut in einer aktuellen Studie dem Unternehmen zu, den Absatz des iPhone bis 2009 auf 45 Millionen Stück zu steigern. Rund um den Globus gehen 65 Prozent aller mobilen Anwender mit dem iPhone ins Internet.

Das iPhone hat dazugelernt

Scott Forstall, Apples Vice-President für iPhone-Software, erklärt dem Publikum, was das Firmware-Update an Neuerungen bringt. Wie im Vorfeld angekündigt wurde, versteht das Apple-Handy mittlerweile auch «Copy & Paste». Neu können gleichzeitig mehrere Programme geöffnet werden und auch das Verschicken von MMS ist nun möglich. Ausserdem soll es sich nun auch als Modem benutzen lassen. Der US-Provider will die Modem-Funktion in den USA erst im Spätsommer freischalten - und erntet dafür vom Publikum Buh-Rufe. Videos und
Hörbücher lassen sich übers UMTS-Netz direkt via iTunes runterladen, ein WLAN-Hotspot ist dafür nicht mehr nötig.

«Find My iPhone» und Fernlöschung der Daten

Geht das iPhone mal verloren, kann online die Position ermittelt werden - vorausgesetzt, MobileMe ist abonniert. Gerät das iPhone einem Langfinger in die Hände, kann man per Browser sämtlich private Daten mit einem Klick in den digitalen Orkus schicken. Dank Push Notification können Breaking News jederzeit empfangen werden.

TomTom hat den Weg zum iPhone gefunden

GPS-Spezialist TomTom ist ab Sommer mit einer Software-Lösung auf dem iPhone vertreten. Zudem lassen sich die Navigationsgeräte von TomTom mit dem Apple-Handy verbinden. Ein Halter bringt das iPhone an die Windschutzscheibe. Je nach Gusto kann man sich den Weg zum Ziel im Quer- oder Hochformat zeigen lassen. Auch die obligate Sprachausgabe wird nicht fehlen. Über den Preis ist noch nichts bekannt.

Das Firmware-Update ist für iPhone-User kostenlos. iPod Touch-Besitzer müssen 9,95 US-Dollar zahlen. Das iPhone OS 3.0 steht ab dem 17. Juni auf iTunes zum Download bereit.

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

(Quelle: Apple)

Neue MacBooks

Weltweit soll es 75 Millionen Mac-Anwender geben, drei Mal so viel wie 2007. Nun ist auch klar, wieso die Online-Stores vom Netz genommen wurden: Apple führt neu ein MacBook Pro im Angebot. Die Batterieleistung soll drastisch verbessert worden sein. Es kostet in den USA 1699 US-Dollar, 300 US-Dollar günstiger als bisher. In der Top-Konfiguration verfügt es über eine 500 GB grosse Festplatte, einen 3.06 GHz Dore 2 Duo Prozessor und bis zu acht Gigabyte Arbeitsspeicher. Das 13-Zoll-MacBook (neu mit Firewire 800 und SD-Slot) sowie das MacBook Air (kostet neu 1499 US-Dollar) wurden überarbeitet.

Schneller Snow Leopard für 29 US-Dollar und finaler Safari 4

Für den Konkurrenten Windows hat Apple nur ein müdes Lächeln übrig. Windows 7 sei nicht mehr als ein neu verpacktes Vista, welches bei den meisten Usern nur auf wenig Akzeptanz gestossen ist. Die Apple-Programmierer sollen über 90 Prozent des Codes für Leopard überarbeitet haben. Snwo Leopard kostet 29 US-Dollar und soll ab September für die User bereitstehen. Am Finder wurden allen Gerüchten zum Trotz optisch keine Änderungen vorgenommen. Die Installation des Betriebssystems soll 45 Prozent schneller vorangehen und JPEGs sollen sich doppelt so schnell öffnen lassen. Dafür hat der Safari-Browser heute den finalen Status erreicht, auch für Mac OS X 10.5.

QuickTime 10 erscheint in einem neuen Gewand und bietet einen Vollbild-Modus, der optisch an iTunes angelegt ist.

Steve Jobs blieb der Bühne fern

Im Vorfeld wurde spekuliert, dass auch Apple-CEO Steve Jobs die Bühne betreten würde (20 Minuten Online berichtete). Der charismatische CEO hatte sich im Januar vom Tagesgeschäft verabschiedet, um eine schwere Krankheit auszukurieren. Die Spekulationen haben sich als falsch erwiesen. Phil Schiller eröffnete die Keynote und präsentierte am Schluss auch das neue Apple-Handy.