Reparatur-Pfusch

07. Mai 2012 13:06; Akt: 07.05.2012 16:48 Print

iPhone brannte im Flieger - wegen loser Schraube

von Daniel Schurter - Wer mit dem Smartphone oder einem anderen Gerät mit Lithium-Ionen-Akku in die Luft will, muss vorsichtig sein. Dies zeigt ein ernster Zwischenfall in Australien.

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Die von den Flugunfall-Experten veröffentlichten Bilder zeigen ein iPhone 4, eine fehlende sowie eine verirrte Minischraube. (Bild: ATBS / Keystone)

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Eine unsorgfältig durchgeführte Reparatur eines iPhones hätte beinahe eine Massenpanik in einem Verkehrsflugzeug ausgelöst. Dies zeigt eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung von Flugunfall-Experten aus den USA und Australien.

Der Zwischenfall ereignete sich im vergangenen November in Australien. Als eine Maschine der Regional-Fluggesellschaft Rex in Sidney landete, bemerkte ein Crew-Mitglied Rauch in der Kabine. Wie sich später herausstellte, war ein überhitztes Smartphone schuld. Das Gerät lief dermassen heiss, dass es rot glühte und aus allen Ritzen qualmte. Nur dank der Geistesgegenwart der Betroffenen konnte eine Panik an Bord verhindert werden (20 Minuten Online berichtete).

Beim Röntgen entdeckt

Gut fünf Monate später zeigt der Untersuchungsbericht der australischen Flugsicherheitsbehörde ATSB Erschreckendes. Auslöser der Beinahe-Katastrophe war eine klitzekleine Schraube, die im Apple-Smartphone nicht mehr an ihrem vorgesehenen Platz war. Zum einen stellten die Experten fest, dass an der iPhone-Unterseite ein Schräubchen fehlte. Zum andern wurde ein loses Schräubchen im Innern des Geräts - bei der Batterie - entdeckt, wie das Röntgenbild beweist.

Bei der Reparatur gepfuscht

Laut Untersuchungsbericht brannte die Lithium-Ionen-Batterie wegen der losen Minischraube durch. Solche Kurzschlüsse könnten völlig unerwartet auftreten - und dabei sei eine Entzündung von Akku und umliegenden Materialien möglich.

Der Besitzer des iPhones gab an, dass er sein Gerät in Reparatur gebracht hatte, um das Display zu ersetzen - ein halbes Jahr vor dem Zwischenfall. Wie der Untersuchungsbericht festhält, wurde von dem unbekannten Reparateur gleich mehrfach gepfuscht. Gleichzeitig wird betont: Die iPhone-Reparatur sei nicht durch den Hersteller oder einen autorisierten Apple-Partner durchgeführt worden.

Immer in die Kabine mitnehmen

Schliesslich rufen die Flugunfall-Experten die Vorsichtsmassnahmen und Sicherheits-Empfehlungen bezüglich Lithium-Ionen-Akkus in Erinnerung. Weil immer die Gefahr einer unsachgemässen Reparatur bestehe, sollten solche Geräte beim Fliegen stets in der Kabine mitgeführt werden. Im Frachtbereich könnte ein längere Zeit unbemerkter Brand katastrophal enden.

Der sichere Transport von Lithium-Ionen-Akkus ist auf der Website der internationalen Zivilluftfahrts-Organisation IATA dokumentiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sambu toki am 07.05.2012 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple

    Da hatt Apple wieder einmal getäuscht. Was stabil aussieht ist nicht so und somit stellt sich die Frage ist etwas gut was gut aussieht?

  • Sandra M. am 07.05.2012 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    tauchlampe mit akku dabei

    ich fliege seit jahren immer wieder mit meiner tauchlampe in die ferien. da braucht es eine anmeldung, dann darf das gerät NICHT in das frachtraumgepäck und beim sicherheits check muss ich nachweisen, dass leuchtmittel und batterien getrennt von einander sind, damit eben genau so etwas nicht passieren kann.

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  • Din H am 07.05.2012 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Frage?

    Was macht man überhaupt wenn eine Batterie feuer fängt? Mit Wasser? Oder macht dass alles noch schlimmer?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sambu toki am 07.05.2012 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple

    Da hatt Apple wieder einmal getäuscht. Was stabil aussieht ist nicht so und somit stellt sich die Frage ist etwas gut was gut aussieht?

  • Ursula T. am 07.05.2012 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakt ist..

    Das kommt davon... Iphone wird aus Kompononten verschiedenster Hersteller zusammengesetzt... Zum Teill nicht kompatibel. Samsung produziert und setzt die Teile selbst zusammen. (ich betone SELBST!) und nicht bei Foxcon! Ich habe meinen Kinder ein S3 bestellt da mir ihre Gesundheit/Sicherheit am Herzen liegt! unter dem Glas des Iphones steckt sehr viel Gift!

  • peter g am 07.05.2012 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    premium???

    könnte einem samsung nicht passieren, hatte früher auch ein iphone, ist mir einmal auf den boden gefallen, display gespalten....mein s2 ist mir schon xmal runtergeknallt, alles heile geblieben, allgemein sind die phones von samsung einfach besser was preis und robustheit anbelangt, freu mich schon auf den nachfolger, nie mehr iphone!!!

    • Michellw am 07.05.2012 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Samsung Galaxy S2

      Da bin ich ganz ihrer Meinung !! Ich habe auch ein Samsung S2, es ist mir schon hundertmal auf den Boden gefallen und immer noch ganz :))

    • Robin am 07.05.2012 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schwachsinn

      Das kann mit einem Samsung Phone genau auch passieren, oder haben diese billigen Handys noch kein Lithium-ionen Akku?

    • Raphi am 07.05.2012 23:06 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Peter :D

      Hoi Peter. Ich glaube du hast icht begriffen um was es hier geht. LipoAkkus sind in jedem Gerät, auch in deinem Samsung. Nur weil du den Akku entnehmen kannst bedeutet dies nicht dass bei deinemGerät auch solche Probleme durch eine Schädigung des Akkus auftreten können.

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  • Din H am 07.05.2012 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Frage?

    Was macht man überhaupt wenn eine Batterie feuer fängt? Mit Wasser? Oder macht dass alles noch schlimmer?

    • C.Sutter am 07.05.2012 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sand

      So ein Vrand kann man nicht Löschen, brennt wie Magnesium auch unter Wasser weiter. Am einfachsten ist es, wenn es vrennt in einen Metalleimer mit Sand befüllt zu stecken und abwarten bis das Feuer fertig ist.

    • Raphi am 07.05.2012 23:10 Report Diesen Beitrag melden

      Kurzschluss der Isolation zwischen...

      Der Brand, oder eine Überhitzung kommt durch einen "Kurzschluss" zustande. Dabei wird meist eine"Isolation" Beschädigt, und der Akku erleidet einen Kurzschluss, überhitzt, qualmt... es gab auch schon Explosionen. Den Akku oder das Gerät in eine Brandsichere Schale, Kübel oder Eimer legen... Da es ein Kurzschluss der Zellen ist geht dieser auch unter Wasser weiter... einzig auftrennen der Zellen würde helfen. Bei Fahrzeugen würde die Gefahr eines Stromschlages bestehen!!!, also VORSICHt bei grossen Lipo Akkus ;-)

    • john tischhauser am 07.05.2012 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nein...

      Wasser ist Leitend und daher ungeeignet. Es würde ein Kurzschluss geben. Sauerstoff entziehen.

    • LiPo am 08.05.2012 00:17 Report Diesen Beitrag melden

      Niemals Wasser bei Lithium Batterien

      Lithium und Wasser = Buuuuuummmm!!! Also eher nicht. Am besten Sand, Pulver oder mit feuerfester Decke abdecken.

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  • Marc am 07.05.2012 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Riesentheater

    Früher durfte man im Flugzeug rauchen... also der Rauch eines brennenden Handys wird da kaum an das Ergebniss von 5 Rauchern rankommen... reine Übertreibung.

    • Marois am 07.05.2012 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      Zurecht

      Sorry Marc, aber du hast keine Ahnung wie ein Lithium-Ionen Akku brennen kann. Das hat nicht im Geringsten vergleichbar mit einer Zigarette. Lithium ist hoch reaktiv und brennt sehr heiss, erschwerend kommt dazu dass es sich nicht einfach löschen lässt (zB mit Wasser) Weiter ist der entzstandene Rauch sehr giftig, da sprechen wir wohl eher von 5000 Zigaretten und nicht von 5.

    • Modellbau Freak am 07.05.2012 15:34 Report Diesen Beitrag melden

      Entzündeter Li-Ion-/LiPo-Akku = Vulkan

      Du hast wohl noch nie einen Lithium-Ionen oder -Polymer Akku brennen sehen. Das geht ab wie ein Vulkan. Auslöschen geht nicht, deshalb gibt es auch spezielle Taschen wo man solche Akkus für den Transport angemessen verpacken kann. (natürlich nicht für Handyakkus, aber z.B. im Modellsport, wo natürlich je nach Modell auch mit grösseren Energien gearbeitet wird)

    • Prof. Dok. WissenSchaft am 07.05.2012 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bumm hoch 2

      Wenn ein solcher akku über 72 grad celsius erhitzt würde besteht rein chemisch eine sehr grosse möglichkeit, dass er eine detonation auslöst; ungefähre wirkung bei einem voll geladenen iPhone vergleichbar mit einer handgranate. Dürfen wir unsere handys bald abgeben zum fliegen!?

    • greni am 07.05.2012 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      klar!

      so einen schwachsinn! eine hg hat rund 160gramm sprengstoff.... eine solchige wirkung erreicht nicht mal ein 6s 5000mah lipo!

    • Reiner K. am 07.05.2012 23:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bumm

      Eine Handgranate hat eine sehr minime Sprengwirkung, die herumfliegenden Schapnellsplitter sind gefährlich. Dies ist ein Hollywood Fehlglaube. Doch die Feuergefahr eines Akkus ist nicht zu unterschätzen, jedoch bezweifle ich die dargestellte Version

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