Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Eine teure Garantie
01. Oktober 2012 15:38; Akt: 01.10.2012 15:38 Print
EU wirft Apple Täuschung vor
von O. Wietlisbach - Apple dreht übervorsichtigen Kunden seit Jahren teure Zusatzgarantien an. Ein Bombengeschäft, doch jetzt wird die EU aktiv - und auch in der Schweiz wird der Garantieschutz verbessert.

Die EU wirft Apple vor, bei den Kunden den Eindruck zu erwecken, sie hätten ohne Zusatzgarantie nach einem Jahr keine Ansprüche mehr. (Bild: myibroke.com/Fotomontage)
Die EU-Kommission verdächtigt den Computerkonzern Apple, seine Kunden beim Kauf von Mobiltelefonen und Computern zu täuschen. «Es scheint, dass Apple-Verkäufer es versäumten, den Verbrauchern klare, wahrheitsgemässe und vollständige Informationen über die ihnen nach EU-Recht zustehende gesetzliche Garantie zu geben», zitiert der «Spiegel» aus einem Brief von Justizkommissarin Viviane Reding an die Verbraucherschutzminister der 27 EU-Länder.
Bildstrecken Das iPhone 5 im Praxistest Nichts verpassenDas Ressort Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets die interessantesten Tech-News anderer Websites.
www.twitter.com/20min_digital
Apple habe, schreibt Reding weiter, prominent für seine eigene kommerzielle Gewährleistung geworben, «es aber versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Kunden nach EU-Recht einen automatischen und kostenlosen Anspruch auf eine zweijährige Garantie haben».
900 000 Euro Busse für Apple
Nach Ansicht von Verbraucherschützern erweckt Apple den Eindruck, dass Konsumenten ohne die kostenpflichtige Garantie nach einem Jahr keinerlei Ansprüche mehr haben. Wegen dieser Praxis habe Italien bereits im vergangenen Dezember eine Geldbusse von
Nach Erkenntnissen der EU-Kommission habe Apple «dieselben irreführenden Marketing-Massnahmen auch in anderen Mitgliedsländern angewandt». Apple verweist lediglich auf die Homepage mit einer Übersicht zu EU-Verbraucherrechten.
Schweizer Konsumenten haben schlechte Karten
Im Vergleich zu EU-Bürgern sind die Rechte der Schweizer Konsumenten stark beschränkt: Konsumentschutzorganisationen fordern daher seit Jahren eine Verbesserung der Garantieleistungen. «In der Schweiz beträgt die Gewährleistungsfrist zurzeit ein Jahr», heisst es bei der Stiftung für Konsumentenschutz auf Anfrage. Das Problem: «Diese Gesetzesregelung ist nicht zwingend, die Unternehmen können andere Fristen und Rechte formulieren», kritisieren die Konsumentenschützer. Häufig laufe die Garantie daher nur wenige Monate. Die gute Nachricht: Ab dem 1. Januar 2013 wird die Garantie wie in der EU auf zwei Jahre verlängert.
Apple erfüllt Mindestgarantie
Die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung gilt für Mängel, die bei der Übergabe an den Kunden vorhanden sind, auch wenn sie erst später bemerkt werden. Apples Zusatzgarantie ist umfassender, schlägt aber beispielsweise beim iPhone mit 80 und beim Mac Book Pro mit 300 Franken zu Buche.
Auch hierzulande werden die Kunden eindringlich auf die sogenannte «Apple Care»-Zusatzgarantie aufmerksam gemacht. Dieser freiwillige Schutz, den man gegen Aufpreis verlängern kann, gilt zusätzlich auch für Mängel, die nach der Übergabe an den Kunden auftreten.
Da das Schweizer Obligationenrecht den Konsumenten erst ab 2013 eine zweijährige Garantie einräumt, erfüllt Apples einjährige Garantieleistungen derzeit die gesetzlichen Mindestvorgaben. Der erweiterte Schutz bleibt jedoch eine teure Dienstleistung für Überängstliche. Noch fragwürdiger ist Apple Care in der EU, wo weit konsumentenfreundlichere Gesetze gelten.
Bis zu sechs Jahre Garantie in der EU
EU-Richtlinien schreiben bereits seit 2002 eine Mindestgarantie von zwei Jahren vor. Der zweijährige Schutz gilt in unseren Nachbarländern Deutschland, Italien, Österreich und Frankreich. Glücklich schätzen können sich die Briten. Sie erhalten sechs Jahre Garantie.
Was halten Sie von «Apple Care»? Sinnvolle Zusatzversicherung oder Abzocke übervorsichtiger Kunden?
Mit Material der Agentur AP.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 151 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt





















Unterstützbbar
Endlich mal etwas bei dem man ohne Bedenken sagen kann, die Schweiz solle mit der EU zusammenarbeiten! Ich finde es sowieso sehr gut, dass man das Falschen getue von Apple endlich mal stoppt!
unterschied garantie/gewänrleistung
die redaktion kennt den unterschied von garantie und gewährleistung nicht! garantie ist IMMER eine freiwillige leistung der hersteller, gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben!
Wozu dann 2 Jahre Garantie?
Betrifft mich jetzt nicht und wird mich auch in Zukunft nicht interessieren. Habe keine Apple Produkte. Wieso auch. Die können nicht mehr mehr als die Konkurrenz. Apple Usern ist das so oder so egal. Die wechseln ja bei jedem neuen Release. Also jährlich. Wozu dann 2 Jahre Garantie....