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04. August 2010 09:05; Akt: 04.08.2010 11:02 Print

Zu hässlich für den App Store

Apple hat bekanntlich strenge Aufnahmekriterien für Applikationen. Doch was die Entwickler von Funny Shoppers erlebten, dürfte eher die Ausnahme sein.

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Sooo süss und knuddelig! Nein, nicht die Pudelfrau - Die Plüschtiere hinter dem Uriella-Verschnitt sind natürlich gemeint. Heute macht Mami mit dem Kleinen mal einen Ausflug. Bis zum örtlichen Wal-Mart und wieder zurück. Und das «2 zum Preis von 1»-Angebot steht dem Spross fast genau so gut wie der Mami. Dieser Redneck war auch mit seinem Kind im Wal-Mart. Er hat ein gutes Geschäft gemacht und sein Baby gegen was total Tolles eingetauscht. Gegen eine Kartonschachtel mit einer Überraschung für Treue-Kunden drin nämlich. Juhu! Das passiert halt mit Wal-Mart-Shirts, nachdem man sie einmal gewaschen hat ... Aber es ist noch gut, man kann es immer noch tragen. Der nächste Kunde hatte weniger Glück ... ... Er hat sein T-Shirt während dem Einkauf verloren. Aber er hat ja keine Figur, für die er sich zu schämen bräuchte. Er ist voll cool - er hat sogar Tattoos. Den nächsten Shopper traf dasselbe Schicksal, aber der wusste sich zu helfen ... ... Aus einem Tuch bastelte er kurzerhand einen Superhelden-Umhang und machte sich auf den Weg, um die Welt zu retten. Aber erst mal müssen die Einkäufe verstaut werden. In der Zwischenzeit wird ihn ... ... sein treuer Begleiter, «SWMD» («Super-Wal-Mart-Dog»), vertreten. Weil der das aber noch nicht so gut kann, hat er über seine Sateliten-Ohren Unterstützung angefordert. ... ... und zwar von einem richtigen Superhelden! Der hat sogar eine richtige Superhelden-Ausrüstung. Nicht so wie der Badetuch-Mann. Apropos Badetuch ... ... Da versucht gerade ein Badetuch Käse aus dem Regal zu holen. Zieht er seine Hose aus? Oder wieder an? Oder muss sie da unten sein? Wir wissen es nicht. Aber wenn wir schon mal bei Hosen sind ... ... Diese Frau hat ihre aus Versehen zu Hause vergessen. Vergessen wurde auch ... ... diese Dame hier. Ihr Begleiter ist nur kurz Zigaretten holen, der kommt bestimmt bald wieder. Oh, da ist er ja. O.k. - er kommt vermutlich doch nicht so schnell zurück.

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Auf den ersten Blick ist es eine weitere Episode aus der Serie «Apple will keine vermeintlich anstössigen Inhalte im App Store». Auf den zweiten haben wohl die wenigsten Entwickler ein derartiges Hin und Her erlebt. Denn eine gratis erhältliche Applikation namens Funny Shoppers wurde vom IT-Konzern aus Cupertino nicht zugelassen. Die Anwendung zeigte peinliche Fotos von Kunden der US-Handelskette Wal-Mart. Shopping-Paparazzi konnten gemachte Bilder auch direkt hochladen. Die Firma Alkali Media entwickelte die Anwendung mit den Machern der Website People of Wal-Mart. Auf der Seite werden Schnappschüsse von Kunden gesammelt, von denen einige in der obigen Bilderstrecke zu finden sind.

Wie gizmodo.com schreibt, entfernten die Unternehmen daraufhin die Kundenbilder und zeigten in der App nur noch Waren der Handelskette - trotzdem wurde die App erneut wegen obszöner Inhalte abgelehnt. Gleichzeitig wurde die Applikation Shopper Fail zugelassen, die ebenfalls entlarvende Fotos von Kunden zeigte. Quelle war wiederum die Webseite People of Wal-Mart. Allerdings geschah dies ohne Erlaubnis der Seitenmacher, die sich daraufhin an Apple wandten. Sie erhielten aber nur die Antwort, dass Apple keine Apps kommentiere. Anschliessend wandten sich die Seitenbetreiber an die Entwickler von Shopper Fail und baten sie um Entfernung der Applikation aus Apples Angebot, was auch prompt passierte.

Einige Wochen später meldete sich Apple bei People of Wal-Mart. Man könnte die App akzeptieren, wenn jeder Bezug zu Wal-Mart entfernt werde, hiess es. Die Entwickler folgten dem Wunsch, die Applikation war wieder verfügbar. Binnen 24 Stunden schaffte sie es unter die 275 am häufigsten heruntergeladenen Anwendungen. Apple meldete sich aber umgehend und teilte mit, man müsse die App wegen anstössiger Inhalte entfernen - einen Tag, nachdem sie wieder zugelassen worden war. Gegenüber Gizmodo kritisierte Mike McNasby von Alkali Media, dass Applikationen wie die des Magazins Playboy nach wie vor im App Store zu finden seien. Ob man einen neuen Versuch unternehmen werde, sich mit Apple zu einigen, liess er offen.

(hst)