Keynote

01. September 2010 19:00; Akt: 02.09.2010 08:50 Print

Neues von Apple

von Manuel Bühlmann - FaceTime für den iPod touch, eine zweite Generation Apple TV und ein Update für das iOS 4: Die Gerüchte im Vorfeld der Präsentation haben sich grösstenteils bestätigt.

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Wie immer wenn Apple zur Pressekonferenz lädt, kocht im Vorfeld die Gerüchteküche heiss. Auch am gestrigen Event war das nicht anders. So wurde erwartet, dass Steve Jobs neben neuen iPods auch eine neue Version von Apple-TV präsentieren werde (20 Minuten Online berichtete). Beide Prophezeiungen haben sich erfüllt.

Facts and Figures

Wie man es von vergangenen Veranstaltungen her kennt, startete Steve Jobs seine Präsentation mit ein paar Facts and Figures. Mehr als 230 000 neue iOS-Geräte werden täglich aktiviert, pro Sekunde werden 200 Apps aus dem App Store geladen. Total sind bis heute 6,5 Milliarden Applikationen heruntergeladen worden. Insgesamt stehen mittlerweile über 250 000 Programme zum Download bereit, davon 25 000 für iPad-Kunden. 120 Millionen iOS-Geräte wurden weltweit bislang verkauft.

Update für das iOS

Ab nächster Woche wird das iOS 4.1 zum Download bereitstehen. Damit sollen etwa HD Videos über WiFi hochgeladen werden können. Über das Game-Center können Freunde zum Spielen herausgefordert werden. Im November soll dann iOS 4.2 folgen. iPad-Dokumente können über die Wireless-Printing-Funktion ausgedruckt werden. Auch Multitasking wird dadurch auf dem Tablet-PC unterstützt.

Neue iPods

Bis heute wurden 275 Millionen iPods verkauft. Sämtliche Modelle sind einem Facelifting unterzogen worden. Der neue Shuffle ist quadratisch und noch kleiner als sein Vorgängermodell, fast schon winzig. In der Mitte kommt ein Clickwheel zum Einsatz. Mit 2 GB Speicher kostet er in 59 Franken. Der iPod nano hat wie im Vorfeld vermutet wurde ein Multitouch-Display verpasst bekommen. Auch er ist quadratisch, wie der Shuffle. Der Akku soll für 24 Stunden Saft liefern. Das Modell mit 8 GB Speicher ist für 189 Franken erhältlich, mit 16 GB kostet er 229 Franken.

FaceTime für den iPod touch

Der iPod touch verfügt genau wie das iPhone 4 neu über ein Retina-Display, das für gestochen scharfe Bilder sorgt. Die Gerüchte haben sich bestätigt: Der iPod touch hat zwei Kameras, womit die Videotelefonie FaceTime unterstützt wird. Sie funktioniert auch zwischen einem iPod touch und einem iPhone 4. Videos lassen sich in HD aufnehmen. Die Akkulaufzeit wird mit 48 Stunden angegeben. Mit 8 GB Speicher kostet er 279 Franken, mit 32 GB 379 Franken und mit 64 GB Speicher 529 Franken.

iTunes 10

Mit iTunes 10 soll den Usern eine aufgeräumte Oberfläche geboten werden. In den iTunes Store wurde «Ping» integriert, eine Art soziales Netzwerk speziell für Musikfans, mit dessen Hilfe man Künstlern folgen kann. Ausserdem soll man damit einfach in Erfahrung bringen können, welche Songs Freunde gerne hören. Jobs versichert, dass die Privatsphäre-Einstellungen mit Ping einfach zu verwalten sind.

«One more hobby»

Mit Apple TV konnte bisher neben YouTube auf Videos, Podcasts, Musik und Fotos aus iTunes zugegriffen werden. Mit der zweiten Generation können damit Sendungen gemietet und als Stream in HD auf den Fernseher geholt werden. Die Hardware ist kaum grösser als ein Hockey-Puck, sie ist ausschliesslich aufs Streaming ausgerichtet. Die teuersten HD-Filme kosten 4.99 US-Dollar und sind am Tag des DVD-Releases verfügbar. TV-Serien von Fox und ABC gibt es für 99 Cents, ebenfalls in HD. US-Kunden des Streaming-Dienstes Netflix können auf sämtliche Inhalte ihres Kontos zugreifen. Musik, Fotos und Videos vom eigenen Rechner können über Apple TV ebenfalls auf dem Fernsehbildschirm angeschaut werden.

Mit Hilfe von AirPlay lassen sich Videos vom iPad, iPod touch und iPhone direkt über WiFi auf den Fernseher streamen. Apple TV der zweiten Generation soll in vier Wochen für 99 Dollar in den Handel kommen. In der Schweiz werden im Gegensatz zu Deutschland allerdings noch keine Filme und Serien angeboten werden. Jobs versicherte, das weitere Länder folgen werden.

Konkurrenz ist auch am Start

Auch der Online-Händler Amazon soll laut dem «Wall Street Journal» mit mehreren Medienkonzernen in Verhandlung stehen, um das bereits, wenn auch spärlich vorhandene Web-TV-Angebot auszubauen. Der Suchmaschinenriese Google verfolgt mit seinem Online-Videoportal YouTube ähnliche Ziele. Künftig sollen neben den Amateurclips auch Blockbuster verschiedener Hollywood-Studios gegen Bezahlung angeboten werden. Wie die «Financial Times» aus gut informierten Kreisen erfahren haben will, soll der Dienst noch dieses Jahr zumindest in den USA an den Start gehen. Die Filme werden per Stream auf den eigenen Bildschirm geholt. Pro Streifen werde für neuere Filme eine Gebühr von fünf Dollar fällig. Die Filme sollen zeitgleich mit der Veröffentlichung der DVD angeboten werden.

Veraltetes Modell?

Inwiefern TV-Boxen, die das Streaming unterstützen, eine Daseinsberechtigung haben, ist allerdings eine andere Frage. Die kommenden Generationen der TV-Geräte werden schon von Haus aus über einen Anschluss ins Web verfügen, erste Geräte sind bereits auf dem Markt. Damit können auch kostenlose Streaming-Dienste wie Hulu direkt angesteuert und konsumiert werden, ohne dass zuerst eine Box gekauft werden muss.