Das iPad mini im Test

31. Oktober 2012 05:30; Akt: 31.10.2012 10:12 Print

Das hat der Tablet-Zwerg von Apple zu bieten

von Daniel Schurter - Idealer Reisebegleiter und Game-Controller: 20 Minuten Online konnte das geschrumpfte iPad vor dem Verkaufsstart ausgiebig testen. Wir verraten, für wen sich der Kauf lohnt.

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Lange war es nur ein Gerücht, nun kommt es am 2. November in die Läden: 20 Minuten Online hat das iPad mini vor dem Schweizer Verkaufsstart getestet. Mit 308 Gramm ist das Mini-Tablet ein Leichtgewicht. Das Gerät im Taschenbuchformat liegt gut in der Hand. Die Verarbeitung erscheint bis ins kleinste Detail perfekt. Optisch fallen die mit Diamantbohrern gefrästen Kanten auf. Oben links auf der Geräte-Rückseite ist die iSight-Kamera mit einer Auflösung von 5 Megapixel platziert. Sie schiesst Fotos und hochauflösende Videos in Full-HD-Qualität (1080p). Für Schnappschüsse und spontane Filmchen mag das genügen, bezüglich Qualität ist die iPhone-5-Kamera aber die bessere Wahl. Unten prangt der «iPad»-Schriftzug. Von «mini» kein Wort. Die Touch-Screen-Oberfläche ist speziell behandelt, um Fingerfett abzuweisen. Regelmässiges Abwischen mit einem Reinigungstüchlein ist aber auch aus hygienischen Gründen zu empfehlen. Das Spiegeln hält sich in Grenzen. Bei direkter Sonneneinstrahlung wirds schwierig. Das Display im 4:3-Format hat eine Auflösung von 1024 mal 768 Pixeln. Bei einer Bildschirmdiagonalen von 7,9 Zoll (knapp 20 Zentimeter) lässt es sich gut im Internet surfen. Auch wenn beim vorinstallierten Apple-Browser Safari der Vollbild-Modus fehlt. Schriften werden gestochen scharf dargestellt. Doch kommt die Darstellung nicht an das hochauflösende Retina-Display des grossen iPads heran. Auf der rechten Seite sind die Lautstärke-Regler sowie der Verriegellungs-Knopf platziert. Dessen Funktion kann in den System-Einstellungen festgelegt werden. Auf der Unterseite prangt der Lightning-Anschluss. Das iPad mini wird über die kürzlich von Apple eingeführte Schnittstelle aufgeladen und bei Bedarf mit dem auf einem Computer installierten iTunes synchronisiert. Im Lieferumfang ist das erforderliche Kabel enthalten. Bisherige Kabel und Anschlüsse erfordern einen Adapter. Die Stereo-Lautsprecher auf der Unterseite liefern einen satten Klang. Das Modell in Silber und Weiss erweist sich als relativ kratzfest. Nach einwöchigem Gebrauch sind keine bleibenden Spuren zu erkennen. Was die glänzenden Kanten betrifft, gilt es «Abstürze» unbedingt zu vermeiden. Auch wenn man es bequem mit einer Hand halten kann, sind für die Bedienung weitere Finger erforderlich. Dank dem verbesserten WLAN-Modul lädt das iPad mini die gewünschtem Daten blitzschnell aus dem eigenen Netzwerk beziehungsweise Internet. Am bewährten Home Button wird festgehalten. Hier ist der deutlich schmalere Rand gut zu sehen. Die über 275 000 speziell für das iPad entwickelten Apps laufen auch problemlos auf dem geschrumpften Apple-Tablet. Insgesamt stehen 700 000 Apps zur Verfügung. Bei Bildern wird die Schrift nicht skaliert, und erscheint darum je nach Grösse etwas verschwommen. Das iPad mini wird mit iOS 6.0.1 ausgeliefert, der aktuellen Version des mobilen Betriebssystems. Für andere iOS-Geräte steht das Update noch nicht zur Verfügung. Das iPad mini kommt mit 16, 32 oder 64 Gigabyte Speicherplatz. Wer gerne Filme guckt, muss die schwarzen Streifen in Kauf nehmen oder das Bild «aufblasen». Der Grössenvergleich mit dem iPad der vierten Generation. Wer ein hochauflösendes Retina-Display will, muss das aktuelle Topmodell kaufen. Dafür gibts mit dem Mini-iPad ein auffallend leichtes und handliches Tablet für unterwegs. Das iPad mini gibts hierzulande ab 379 Franken in der günstigsten Version mit 16 Gigabyte Speicherplatz und ausschliesslich WLAN-Verbindung. Daneben sollen in Kürze auch Modelle mit zusätzlichem Mobilfunk-Modul erhältlich sein. Wie beim grossen Bruder sind sogenannte Smart Cover erhältlich. Die neuen Hüllen sind verbessert worden, indem die Magnete in den Kunststoff integriert wurden. Die praktischen aufklappbaren Dinger, die als Ständer fungieren, kosten extra. Die magnetischen Hüllen, die das Display beim Transport schützen, gibts in verschiedenen Farben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Blut schoss mir in den Kopf: «Jetzt ist es weg!» Gemeint ist das iPad mini, das mir letzte Woche von Apple ausgehändigt wurde. Leihweise, unter strengen Auflagen bezüglich Geheimhaltung und so.

Die weite Rückreise vom kalifornischen San José in die Schweiz hatten wir gut überstanden, inklusive nerviger Sicherheitskontrollen und neugieriger Zöllnerblicke. Doch nun beim Aussteigen aus der S-Bahn war das Testgerät plötzlich unauffindbar. Verloren? Oder gar gestohlen?

Die Entwarnung gibts in Form des nachfolgenden Testberichts. Das iPad mini tauchte nach kurzem fieberhaftem Gewühl wieder auf: Es war in der Reisetasche ganz nach unten gerutscht ...

Leichtgewicht mit Familienanschluss

Meine persönliche Bilanz: Apple bringt mit dem iPad mini ein perfekt verarbeitetes Tablet-Leichtgewicht auf den Markt. Das Werbeversprechen, wonach es sich in jeder Hinsicht um ein vollwertiges iPad handelt, wird eingehalten.

Der Hauptvorteil gegenüber der Konkurrenz: Als Nutzer kann man aus dem riesigen Software-Angebot von über 275 000 speziell für das iPad entwickelten Apps auswählen. Daneben laufen auch die für den kleineren iPhone- und iPod-Bildschirm kreierten Programme tadellos - damit stehen insgesamt 750 000 Apps zur Verfügung.

Der Bildschirm

Wer sich bereits in der Apple-Welt der hochauflösenden Bildschirme auskennt und ein iPhone (4S/5) oder iPad (3) sein Eigen nennt, muss mit einer leisen Enttäuschung rechnen. Zwar kommen die Buchstaben auf dem 7,9 Zoll grossen Touch-Screen gestochen scharf daher, doch an die Detailgenauigkeit und den Farbenreichtum der Retina-Displays reicht das geschrumpfte iPad nicht heran. Nichtsdestotrotz lässt sich stundenlang auf dem Gerät lesen, ohne die Augen zu ermüden.

Nur gerade 7,2 Millimeter dick und 308 Gramm schwer, ist das iPad mini mit seiner Taschenbuchgrösse der perfekte Begleiter für unterwegs. An den deutlich schmaleren Rand hat man sich schnell gewöhnt, das Tablet lässt sich gut mit einer Hand halten. Bedienfehler durch versehentliches Berühren des Displays halten sich in Grenzen.

Look and Feel

Das iPad mini gibts in den Farben Schwarz/Graphit oder Weiss/Silber. Wie beim iPhone 5 besteht die Rückseite aus eloxiertem Aluminium. Die matte Oberfläche fühlt sich angenehm geschmeidig an und bietet auch mit schwitzigen Fingern guten Halt.

Während die dunkle Version mit ihrem Kevlar-Look eher kriegerisch wirkt, stechen bei der hellen Version die glänzenden Kanten ins Auge. Unser weisses Testgerät kam fabrikneu in tadellosem Zustand aus der Verpackung und weist auch nach einwöchigem Gebrauch keine sichtbaren Kratzer auf.

Für Gamer geeignet

Das iPad mini ist auch schon «der perfekte Gaming Controller» genannt worden. Das gilt in Verbindung mit Apple TV. Die Settop-Box spiegelt Inhalte auf dem angeschlossenen Fernseher wider, das iPad mini dient als Steuergerät.

Aber auch auf dem Tablet-Display selber lässt sich gut spielen, wie meine Versuche als Kampfpilot zeigen. Das populäre iOS-Game «AirSupremacy» läuft absolut ruckelfrei und für meinen Geschmack fast etwas zu rasant.

Dass im iPad mini der nicht mehr ganz taufrische A5-Prozessor werkelt, macht sich im Alltag kaum bemerkbar. Das vorinstallierte Betriebssystem iOS 6.0.1 ist in gut 20 Sekunden komplett aufgestartet. Wenn das Gerät gedreht wird, rotiert der Bildschirminhalt etwas langsamer als beim iPad 3.

Der Preis

In den USA kostet das günstigste iPad mini (nur mit WLAN und 16 Gigabyte Speicherplatz) 329 US-Dollar, zuzüglich Taxen. In der Schweiz bezahlt man für das gleiche Basis-Modell 379 Franken (inklusive Mehrwehrtsteuer). Das am besten ausgestattete iPad-mini-Modell mit 64 Gigabyte Speicherplatz, WLAN- und Mobilfunkverbindung, ist in den USA für 659 Dollar zu haben, zuzüglich Taxen. Hierzulande muss man für die teuerste Variante mit LTE-Modul 719 Franken hinblättern.

Preislich platziert sich das Mini-iPad zwischen dem neuen iPod Touch (ab 349 Franken) und dem grossen iPad der zweiten Generation (ab 429 Franken). Das Spitzenmodell, das iPad 4 mit Retina-Display, gibts ab 559 Franken im Online-Store. Mit dieser Preispolitik geht Apple den eingeschlagenen Weg konsequent weiter: Die angebotene Hardware muss Profit bringen.

In der Kritik

Das sorgte schon kurz nach der Präsentation für Kritik. Denn die Kalifornier hätten ein günstiges Einstiegsmodell unter 300 Franken lancieren können, die Kassen sind bekanntlich gut gefüllt. Doch Apple hat sich für den aus Kundensicht teureren Mittelweg entschieden. Nun wird das anlaufende Weihnachtsgeschäft zeigen, ob sich Apples geschrumpftes Premium-Tablet gegen die billigere Android-Konkurrenz behaupten kann.

Bleibt anzumerken, dass sich gerade bei den 7- oder 8-Zoll-Tablets das Ausprobieren lohnt. Wer allein auf Grund der gut klingenden Spezifikationen ein Gerät bestellt, muss mit Überraschungen rechnen.

Wer ein handliches iPad für den Heimgebrauch in Betracht zieht, kann sich mit der WLAN-Version begnügen. Für Vielreisende und Pendler ist die deutlich teurere Variante mit Mobilfunk-Modul zu empfehlen, die auch über einen GPS-Empfänger für die Ortung per Satellit verfügt. In beiden Fällen stellt sich für den iPad-Interessenten die Preis-Leistungs-Frage.

Wer sich im Detail für die technischen Spezifikationen interessiert, kann diese auf der Apple-Website nachlesen. Dort findet sich auch eine Vergleichsmöglichkeit mit den anderen, von Apple erhältlichen Modellen (das iPad 2 sowie das iPad 4, das als «iPad mit Retina-Display» bezeichnet wird).

Das «verbotene» Promo-Video

Zur Auflockerung sei hier auch noch ein Parodie-Video angehängt, das die Apple-Mania aufs Korn nimmt.

(Quelle: youtube.com/user/ooJLEoo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hans b. am 31.10.2012 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    der gerät...

    ist sicherlich nicht schlecht ;) aber was nützt mir das wenn die software trotzdem nur für multimedia zu gebrauchen ist? darum ganz klar ein windows tablet :)

  • IMän am 31.10.2012 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft jetzt?

    Hatte eigentlich schon immer Iphones seid dem 3g und wollte mir auch ein Tablet kaufen. Aber das Ipad mini ist ja der absolute obermüll sorry. In Technischen Daten ist Apple schon lange keinem Konkurrenten mehr voraus und so einen lächerlichen preis für was? Das Design? Wen man schon so einen preis verlange dann erwarte ich eine Technikbombe! Aber Hauptsache es hat nen schicken Aluramen lol... Naja... Mit meinem IPhone5 bin ich top zufrieden aber wenns um Tablets geht steht Apple bei mir nur noch an 3. stelle.

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  • Tomislav Delic am 31.10.2012 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachzügler

    Zuerst das 16/9 Format beim iPhone. Jetzt 7'' Tablet. Wollen wir schon Wetten abschliesen wann Apple ein Macbook mit abnehmbaren Bildschirm bzw Tablet ala Smart PC oder Transformer auf den Markt bringt und es als neu bezeichnet? Ich sage mal 6 Monate. Und ihr?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • iPad Tester am 02.11.2012 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Bin grundsätzlich Apple Anhänger, aber das iPad mini finde ich nicht gut! Habe es gerade eben im Laden in den Händen gehalten und muss sagen, dass das Display sehr enttäuschend ist! Und auch die Performance ist nicht gerade Top... Mal sehen wie es sich verkaufen wird...

    • absorber am 03.11.2012 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      ich habe das Ding nicht nur kurz in den Fingern gehabt und weiss, das es den IPad 2 in nichts nachsteht. Alle Anwendungen und alle Programmausführungen funktionieren wie bei den anderen IPads auch. Durch die kleinere Ausführung ist sie auch noch ein wenig mobiler im Einsatz. Ansonsten gibt es bis auf die Grösse im Handling keinen Unterschied. Wie es sich verkaufen lässt in in aller erster Linie heute eine Frage der religiösen Einstellung der Tablett Benutzer zu ihrem Branding. Nutzer, die das IPad gewohnt sind werden bei Bedarf kaufen. Einsatzgebiete dafür gibt es zu Hauf.

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  • Stephan am 02.11.2012 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    iPad Mini Commercial @ Jimmy Kimmel

    Schaut euch das mal an, neuste iPad Mini Werbung :)

  • Think Further am 01.11.2012 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Push Up

    Apple ist nichts weiteres als ein riesen grosser Pushup-BH! Aussen hui, innen pfui... Aber dass da viele drauf stehen ist ja bekannt... Und nach dem ersten, zweiten oder dritten Date kommt dann der Akt der Enthüllung und ups... ! Mehr schein als sein... Mein altes iPhone, mein iPod und auch der G4 PowerMac waren alle schon in Reparatur... Meine Hardware von Sony, HP, Dell und Samsung noch nie, und ich besitze viel von dem Zeugs, und das schon lange... wenn man ich noch zeit und menge mit einbeziehe schneidet Apple noch schlechter ab.

    • Goodman am 01.11.2012 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wie auch immer

      Was machst du mit dem zeug? Arbeite mit mac, tag für tag, und auch die älteren geräte (5 jährig) funktionieren noch einwandfrei (natürlich langsamer) noch keines gieng kaputt. Der boss hat aber bereits den 3. pc (nach einer gewissen zeit unerträglich langsam) und das für ein bisschen email, word usw). Aber egal - wenn alle schreiben wie schlecht apple ist - ich bin sehr zufrieden damit

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  • Thomas Weber am 01.11.2012 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Samsung besser als Retina Display

    Also jetzt finde ich sollte mal jemand die Fakten sagen. Für 20 Minuten Online ist es vielleicht auch interessant. Das neue iPad von Apple 4 Generation mit Retina Display hat ja eine Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln bei 264 ppi. Das neue Gerät von Nexus, das Nexus 10 bietet jedoch 2560 x 1600 Punkten zu 300 ppi also mehr als das Retina Display von Apple, das Gerät wurde bzw. das Display wie auch bei einigen Apple Geräten, wurde von Samsung hergestellt, nun kauft ihr jetzt immer noch ein iPad 4?

    • David Müller am 02.11.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      Displays

      Retina bedeutet doch, dass man die Pixel von Auge nicht mehr sieht. Was also bringt es, wenn man noch mehr Pixel in eine Display unterbringt? Zudem gibt es meiner Meinug nach wichtigere Kaufargumente für ein Tablett, als die ppi Zahl des Displays.

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  • MARTIN am 01.11.2012 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verklagen

    Kann man da nichts verklagen? :-)