«iO» statt WhatsApp?

24. Juni 2013 15:37; Akt: 25.06.2013 11:37 Print

Swisscoms Chat-App im ersten Test

Einen Tag vor der offiziellen Ankündigung ist Swisscoms Smartphone-Messenger im App Store von Apple aufgetaucht. Wir haben den Gratis-Dienst auf dem iPhone ausprobiert.

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Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Swisscom lanciert einen plattformübergreifenden Smartphone-Messenger. Der Name: iO. Wofür das Kürzel steht, ist nicht bekannt. Fest steht, dass der kostenlose Service nicht unter der international bekannten Bezeichnung Joyn lanciert wird.

Für heute Dienstag hat Swisscom die Medienvertreter zu einer Orientierung eingeladen. Dann werden die Verantwortlichen auch über die technischen Details informieren.

Die iO-App ist bereits am Montag in Apples App Store veröffentlicht worden. Laut Beschrieb ist iO eine plattformübergreifende iPhone-App, die es den Nutzern erlaubt, via Internet zu telefonieren und Nachrichten auszutauschen. Dank Push-Benachrichtigungen erhalte man Nachrichten und Anrufe von Freunden, Kollegen und Familie sofort – oder auch nachträglich, falls man vorübergehend offline sein sollte. Weiter heisst es, dank iO könne man gratis mit allen anderen iO-Nutzern kommunizieren. «Alle Funktionen werden ohne zusätzliche In-App-Käufe zur Verfügung gestellt.»

Einfach einzurichten

Wir haben den WhatsApp-Herausforderer auf einem iPhone 4S ausprobiert. Der erste Eindruck ist positiv: Nach dem Herunterladen kann man den Dienst in wenigen Minuten einrichten. Zunächst gilt es – wie bei WhatsApp & Co. – die eigene Mobilfunknummer zu registrieren. Dann erhält man per Kurznachricht einen Bestätigungscode. Nun ist man beim Swisscom-Server angemeldet und kann die weiteren Einstellungen tätigen. So lässt sich etwa ein Profilbild auswählen und man kann einen Namen und Vornamen angeben.

Bevor man loslegen kann, soll man der iO-App den Zugriff auf das eigene Adressbuch erlauben. Daraufhin stehen die Kontakte grundsätzlich zur Verfügung. Wenn man jemanden erreichen will, der die App noch nicht installiert hat, wird ein Hinweis eingeblendet: Man solle diese Person zu iO einladen. Durch einfaches Antippen wird eine entsprechende Kurznachricht an die gewählt Nummer gesendet.

Weniger Funktionen

Die Chatfunktion funktioniert in unserem kurzen Test wie gewünscht. So lassen sich Kurznachrichten und Fotos (aus dem Fotoalbum des Geräts) im Handumdrehen versenden, Videos hingegen nicht. Der Funktionsumfang ist im Vergleich mit WhatsApp äusserst begrenzt: So kann man weder Fotos oder Filme zum anschliessenden Versenden aufnehmen. Und auch das Verschicken von Sprachnotizen, Kontakten oder des eigenen Standorts ist nicht möglich.

Beim Telefonieren stürzt die App zunächst noch vor dem Zustandekommen einer Verbindung ab. Mehrfach. Bei weiteren Versuchen klappt es dann problemlos, die Verbindungsqualität ist auch über eine 3G-Verbindung tadellos.

Auch für Android

Laut App-Beschrieb funktioniert iO auf dem iPhone «mit praktisch allen Mobilfunkanbietern und Netzwerken, aber bei einigen Anbietern gelten Einschränkungen». Die App unterstütze weder den iPod noch das iPad, heisst es. Gleichzeitig ist unter dem App-Store-Kriterium «Kompatibilität» zu lesen, dass die App kompatibel sei mit dem iPod touch und dem iPad...

Für Android-Smartphones war die iO-App am frühen Montagnachmittag noch nicht erhältlich. Über die Verfügbarkeit für andere Plattformen (Windows Phone 8, etc.) ist bislang nichts bekannt.

Reicht das?

Fazit: Die Swisscom steigt spät ins Rennen der Smartphone-Messenger ein und versucht nun, das Feld von hinten aufzurollen. Die iO-App ist eine abgespeckte Mischung aus WhatsApp und Skype, sie dürfte aber mit grösserer Sicherheit und dem Schutz der sensiblen Nutzerdaten punkten. Ob dies reicht, um gegen die Platzhirsche anzutreten?

So richtig nützlich wird der Gratis-Service erst, wenn die App auf vielen Geräten installiert ist. Hier werden die kommenden Monate über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Update 16 Uhr

Die Android-Version von Swisscom iO ist nun bei Google Play verfügbar.

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Naef am 24.06.2013 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    dieser Zug ist abgefahren

    sicherer als WhatsApp? Antwort: Threema... und sonst? Alles schon gesehen, nur eben besser! Was die Welt unbedingt noch benötigte war ein Messenger App mehr. Sorry Swisscom, auch wenn zufriedener Kunde, aber dieser Zug ist leider schon lange abgefahren....

  • Manuel S. am 24.06.2013 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    APK auf Dropbox

    Für alle, die ein inkompatibles Gerät haben, auf meiner Dropbox habe ich die APK. Jetzt könnt ihrs auch testen:

  • htc oner am 24.06.2013 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verarschung?!!

    htc one nich verfügbar verarschung!!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • MonS am 25.06.2013 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bugs ohne Ende.

    Nehmt mal 2 handies und schickt ein paar Messages hin und her. Funktioniert etwa nur 2 von 3x. Nachrichten wurden nicht geschickt, obwohl beim Absender "zugestellt" steht. Beim iPhone funktioniert der Send Button plötzlich nicht mehr (der ist relevant!). Beim Android verschwindet er sogar ganz. Beim Anrufen kann man nicht selten den Summton hören, beim Empfäger klingelt aber nichts. Undundund... Das muss noch viel besser werden. Danke aber für die Bewegung im Markt!

  • Ein Bürger am 25.06.2013 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am warten

    Update?

  • Oliver am 25.06.2013 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So n Witz

    Ich finde das immer toll wenn zwei Jahre nach de lancierung eines guten Apps, eine Zweitfirma ein mehr gutes, gleiches App auf den Markt wirft. Weil das braucht die Welt eigentlich nicht. Bessere Datensicherheit. Als ob die Daten bei Swisscom sicherer wären. Da hab ich meine zwischeengespeicherten Daten lieber irgendwo auf den Bahamas aufeinem Server wo vermutlich kaum en Europäer rumhackt und mich niemand kennt in Milliarden Nutzerdaten als bei einer inländischen Monopolfirma. Wettennes feht keine 14 Tage und irgendein Prospektversandhaud schickt Dir Swisscomwerbung?

  • Pascal Burri am 25.06.2013 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Ich finde, mann sollte die App noch nicht allzu arg tadeln. Wurde heute erst offiz. auf den Markt gebracht. Trotzdem, etwas mehr hätte auch ich mir erwartet, zumal man ja wirklich von anderen Produkt-Fehlern lernen könnte. Ich gebe der App trotzdem eine Chance und behalte sie. Da wird sicher noch das eine oder andere Update mit Verbesserungen folgen.

  • gt am 25.06.2013 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bilder

    Kann man erhaltene Bilder nicht aus dem Chat löschen? Oder hat das schon jemand geschafft? Die App ist sonst nicht so schlecht, aber mit Viber und Whatsapp gehts auch.