Projekt «Venus»

29. Oktober 2012 10:54; Akt: 29.10.2012 11:53 Print

Das ist Steve Jobs' Superyacht

von Daniel Schurter - Eines der letzten Geheimnisse des verstorbenen Apple-Gründers ist gelüftet. Das von Jobs und dem Stardesigner Philippe Starck entworfene iSchiff ist superlang und superleicht.

(Quelle: youtube.com/OneMoreThingpodcast)
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Steve Jobs liebte Schiffe - und er hasste sie. So kam es, dass er Kreuzfahrten mit seiner Familie abrupt beendete, wenn ihm das Design einer gecharterten Yacht nicht gefiel.

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Solche Anekdoten sind in der offiziellen Jobs-Biografie des US-Journalisten Walter Isacsson nachzulesen. In besagtem Buch wurde 2011 auch erstmals bestätigt, dass der Apple-Gründer an seinem eigenen Traumschiff arbeitete. Das geheime private Projekt wollte er mit einer holländischen Schiffsbaufirma und dem französischen Stardesigner Philippe Starck in die Tat umsetzen.

Gut ein Jahr nach dem Tod des Apple-Gründers ist die Superyacht namens Venus nun in den Niederlanden vom Stapel gelaufen. Dies berichtet der holländische Blog «One More Thing» und hat auch gleich Bilder ins Internet gestellt. In einem auf YouTube veröffentlichten Video ist die Venus ebenfalls von aussen zu sehen.

Laut dem Bericht lief das Schiff im Beisein von Jobs' Witwe Laurene sowie ihren drei gemeinsamen Kindern Reed, Erin und Eva vom Stapel. Alle am Bau beteiligten Mitarbeiter der Firma Feadship erhielten einen iPod mit persönlicher Widmung der Familie.

Cockpit mit iMacs

Laut verschiedenen Quellen hat Jobs sechs Jahre in das Design und die Konstruktion der Venus investiert. Als er 2009 erneut an Krebs erkrankte, wollte er das Projekt abbrechen. «Ich glaubte nicht, dass ich seine Fertigstellung noch erleben würde», wird der Apple-Gründer zitiert. Doch er liess sich nicht entmutigen und verfolgte seinen Traum weiter. «Ich weiss, dass ich möglicherweise sterbe und Laurene mit einem halbfertigen Boot zurücklasse», sagte er. «Aber ich muss damit weitermachen. Wenn ich es nicht tue, dann gestehe ich praktisch ein, dass ich sterben werde.»

Wie bei vielen Apple-Produkten dominieren auch bei der rund 80 Meter langen Jobs-Yacht die Materialien Glas und Metall. Der Schiffsrumpf soll komplett aus Aluminium gefertigt sein - dadurch ist das Schiff deutlich leichter als vergleichbare Superyachten. Auf dem Vordeck ist eine grosse Sonnenterrasse mit Jacuzzi zu finden. Im Steuerhaus bilden sieben iMacs mit 27-Zoll-Bildschirm das Cockpit. Was der Bau der Venus gekostet hat, ist nicht bekannt. Der Wert könnte Hunderte Millionen US-Dollar betragen.

Wie im Apple Store

Wie immer, wenn Steve Jobs ein neues Produkt von Grund auf entwarf, kümmerte er sich wohl auch bei seinem Schiff um jedes noch so kleine Detail. Im Buch beschreibt sein Biograf die Modelle und Bauzeichnungen, die ihm der todkranke Apple-Gründer zeigte. Die von Jobs geplante Yacht sei schnittig und minimalistisch, mit perfekten Decks aus Teakholz - ohne jeden Schnickschnack.

«Wie bei einem Apple Store hatten die Kabinenfenster grosse Scheiben, die fast vom Boden bis zur Decke reichten, und der Hauptaufenthaltsraum sollte rund 13 Meter lange und drei Meter hohe Glaswände haben.» Um dies zu bewerkstelligen, beauftragte Jobs den Chefingenieur der Retail-Läden, ein Spezialglas mit der erforderlichen Festigkeit zu entwickeln.